Rampoldplatte und Hochsalwand

Lohnende, abwechslungsreiche Bergwanderung, die etwas Ausdauer verlangt; Trittsicherheit ist angenehm; konditionell starke Geher können an die Hochsalwand noch den Wendelstein anschließen. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
13 km
850 m
5.00 h
Vom Parkplatz im Jenbachtal (etwa 850 m) wie bei Tour 24 dem Fahrweg folgen. Gleich nach der ersten Kurve zweigt der Weg zur Schuhbräualm links (südöstlich) ab. Hinunter zum Jenbach, über die Brücke und der Forststraße folgen. Nach gut 20 Minuten zweigt links an einem freien Hang ein schmaler Steig ab. Man folgt ihm in Kehren über eine steile Wiese, gelangt in den Wald und bald darauf in teilweise freies, teils mischwaldbewachsenes Gelände, durch das sich reizvoll der schmale Pfad zieht. Bei einer Wegteilung (der nach links abzweigende Steig würde zum Farrenpoint führen) folgt man rechts dem Pfad zur Antretteralm. Dorthin und auf Fahrweg links ansteigen zum Mitterberg-Westrücken (Wegweiser an abenteuerlich geformtem Baumstumpf). Jetzt über den Wiesenrücken zum Kreuz (1214 m). Vom Mitterberg auf Steigspuren über den Südostrücken wieder auf den Fahrweg und auf ihm südlich zur gemütlichen Schuhbräualm (1157 m). (Natürlich kann man von der Antretteralm auf dem Fahrweg direkt die Schuhbräualm erreichen, doch ist's schöner über den Mitterberg.) Von der Schuhbräualm südlich über einen freien Wiesenhang zur Rampoldalm und weiter auf die Rampoldplatte. Von dort in Südwestrichtung über den begrünten Kamm steil abwärts, dann nahezu eben bis vor das kecke Lechnerköpfl (1555 m). (Es ließe sich von seiner Südseite her über gutmütige Schrofen ersteigen; Übung im Felsgelände, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wären hierfür jedoch unbedingt erforderlich!) Der Weg zur Hochsalwand führt zuletzt sehr steil auf ihren Westkamm, über den man das Gipfelkreuz erreicht. Abstieg - Am Kamm nach Westen abwärts und unterhalb der Haidwand (1585 m) entlang zur Reindleralm (1429 m). Von dort hinab zur Einmündung des vom Wendelstein herunterkommenden Weges und wie bei Tour 24 zum Jenbachtal-Parkplatz zurück.

Dauer - Parkplatz – Mitterberg – Schuhbräualm etwa 1.15 Std.; Schuhbräualm – Rampoldplatte 45 Min.; Rampoldplatte – Hochsalwand 45 Min.; Hochsalwand – Parkplatz 2 Std. Höhenunterschied: Parkplatz im Jenbachtal – Mitterberg etwa 360 m; Schuhbräualm – Rampoldplatte 265 m; Rampoldplatte – Hochsalwand etwa 230 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortParkplatz im Jenbachtal (etwa 850 m), ca. ein Kilometer nördlich der Maieralm; die Wendelsteinstraße beginnt in Bad Feilnbach westlich der Jenbachbrücke.
AusgangspunktParkplatz im Jenbachtal (etwa 850 m), ca. ein Kilometer nördlich der Maieralm; die Wendelsteinstraße beginnt in Bad Feilnbach westlich der Jenbachbrücke.
TourencharakterDas ist nun freilich schon eine ganz andere Tour als der Bergspaziergang auf den Farrenpoint (Tour 23). Eine schöne Rundwanderung deutlich abseits des Wendelsteintrubels. Wobei es Ihnen freisteht, ob Sie den »Bayerischen Berg« als tolle Zugabe noch an die Hochsalwand anschließen wollen oder nicht. Auf dem Weg zur Schuhbräualm liegt die Wiesenkuppe des Mitterbergs sozusagen am Weg. Es lohnt sich, diese kleine Fleißaufgabe in die Tour mit einzubeziehen. Ob man das Lechnerköpfl zwischen Rampoldplatte und Hochsalwand ebenfalls noch »mitnehmen« darf, kommt darauf an. Hier sollte man im Begehen ausgesetzten Schrofengeländes geübt sein. Wie bei den Touren 23 und 24 ist auch hier Bad Feilnbach unser Talort. Wir haben der Maler Sperl und Leibl gedacht, die in dieser Gegend ihre Werke schufen. Aber erinnern wir uns auch an die bayerische Baumeisterfamilie der Barockzeit, an die Dientzenhofer. Als erster Namensträger ist Wolf Dinzenhofer, der Großvater der Dientzenhoferbrüder, bekannt. Sein Anwesen lag bzw. liegt am Gundelsberg südlich oberhalb von Feilnbach. Georg und Wolfgang Dientzenhofer, die beiden ältesten der Baumeisterbrüder, wurden in Oberulpoint bei Litzldorf geboren. 1654 tauschte die Familie den Gugghof bei St. Margarethen ein, und dort kamen Christoph, Leonhard und Johann Dientzenhofer auf die Welt. Die Werke der Dientzenhofer sind berühmt. Denken wir an die Kloster- und Wallfahrtskirche Kappel in Waldsassen (Georg Dientzenhofer), an das Paulanerkloster in Amberg (Wolfgang Dientzenhofer), an das Kloster Ebrach (Leonhard Dientzenhofer), an die Stiftskirche der Benediktiner (den heutigen Dom) zu Fulda und an das Kloster Banz (Johann Dientzenhofer), an die St.-Niklas-Kirche und das Breunauer Kloster in Prag (Christoph Dientzenhofer). Die Dientzenhofer gelten als erste deutsche Baumeister von überragender Bedeutung. All dies spielt für unsere Tour im Grunde keine Rolle. Doch meine ich, dass das Unterwegssein noch mehr Spaß macht, wenn man weiß, in welchem Kulturland man hier wandert; wenn einem bewusst geworden ist, welche Menschen hier geboren wurden oder wirkten. Das gehört einfach dazu, genauso wie das Erlebnis des Erkletterns einer berühmten Alpenwand meinem Gefühl nach tiefer ist, wenn man deren Ersteigungsgeschichte kennt.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, BLVA.
VerkehrsanbindungVon der Autobahn München – Salzburg ab Ausfahrt Bad Aibling, von Süden über Brannenburg und Großholzhausen nach Bad Feilnbach.
GastronomieSchuhbräualm; Wirtsalm.

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