Östlicher Salzachgeier (2466 m)

Ausgedehnte Tagestour mit langen, aber wenig steilen Etappen. Die Tour ist für Kinder zu lang. Während der Aufstieg insgesamt zwar weit, aber leicht ausfällt, braucht man für die weglose und einsame Abstiegsvariante Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit, vor allem aber ein gutes Orientierungsvermögen. (Autor: Siegfried Garnweidner)
9 km
1060 m
7.00 h
Bei der beschilderten Abzweigung verlässt man die alte Gerlosstraße und folgt dem Forstweg in den Ronachwald. Der breite Fahrweg flacht bald ab und führt ziemlich gemütlich nach Nordwesten dahin. Nach einer kurzen Gefällstrecke verlässt er den Wald und überwindet einen Hangrücken, wo links der Straße ein paar Almhütten stehen. Nun östlich der Salzach gering ansteigend nach Norden weiter. Nach einer guten halben Stunde Gehzeit schwingt sich die Straße etwas auf, beschreibt zwei enge Kehren und führt zur Jausenstation Salzachjoch (1650 m). Gleich hinter der Hütte verzweigt sich die Straße. Dort dem Fahrweg nach rechts folgen. Sogleich öffnet sich ein herrliches Panorama auf die Berge der östlichen Zillerkämme, in denen die markanten Eisgipfel Reichenspitze und Gabler dominieren. Diese Aussicht bleibt uns auf der gesamten Wanderung erhalten. Noch vor der Mülleralm dreht die Route wieder links ab und führt nun als engere Fahrspur nach Norden. Vor der Materialseilbahnstation muss man auf einem Viehweg relativ flach hoch über der Salzach weitergehen. Allmählich steigt der Bergweg in den freien Weidehängen wieder etwas an und quert etliche Bäche. Dann geht es zwischendurch in schönem Zirbenwald dahin. Im weiteren Verlauf wird wieder eine Fahrspur erreicht, die zur Salzachalm führt. Beim Stall den Fahrweg nach rechts verlassen und auf dem Hangweg gering ansteigend zur beschilderten Wegverzweigung auf etwa 1920 m Höhe, wo es links, gegen Westen, über nasse Wiesenhänge zur Salzach hinübergeht, die auf einem schmalen Steg zu queren ist. Unter einem markanten Felsenriegel muss man durch sehr nasse Hänge und bisweilen über Steinplatten hüpfen, damit die Füße trocken bleiben. Zwischen mächtigen Felsenblöcken moderat ansteigend auf der gut markierten Route in der gleichen Richtung dahin. Weiter oben schwenkt der Bergpfad ein wenig rechts ab, um durch ein steiniges Hochtal bis ca. 2150 m zum Ofenbründl anzusteigen. Anschließend führt der Weg aus der Talsenke nach links über einen steinigen Wiesenhang hinaus. Am Rand eines breiten Hochtals etwas rechts halten und zu einem Rücken hinauf. Von ihm in die steile, sonnige Gipfelflanke, die in ein paar kraftvollen Kehren überwunden wird. Beim Gipfelkreuz des Salzachgeiers riecht es wie in einem Schafstall, und einen gemütlichen Platz zur Rast wird man neben dem Kreuz nicht finden. Deshalb weicht man dazu in die steilen Wiesen rund um den höchsten Punkt aus und passt höllisch auf, dass man in den Hinterlassenschaften der Schafe nicht ausrutscht.
Abstieg.
Normalerweise wird auf der Anstiegsroute abgestiegen. Es gibt aber eine Alternative, die sogar einmal markiert war. Allerdings sind die alten roten Punkte verwittert und kaum mehr zu sehen. Deshalb ist man bei dieser Variante auf sich gestellt, denn sie verläuft weglos durch unerschlossenes Berggelände. Das verlangt gute Sicht und zuverlässiges Orientierungsvermögen. Außerdem braucht man für ein paar kurze Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Zuerst einmal sucht man sich im Blockwerk den besten Durchschlupf zum breiten Ostgrat hinunter. Hat man diesen erreicht, folgt man der Grathöhe und passt dabei höllisch auf, dass man in keins der vielen Löcher fällt, die teilweise im langen Gras nicht erkennbar sind. (Ich hätte mir beinahe das Bein gebrochen.) Nun am Blockgrat nach Osten hinausgehen und bevor der Grat steil abbricht, nach rechts ausweichen. Dann kommt man in eine steile Grasrinne, in der grobes Blockwerk liegt. Durch sie nach Nordosten hinab, an ein paar stillen Bergseen links vorbei und weglos neben einem Bach nach Norden weiter. Beim Zusammenfluss von zwei Bachästen auf etwa 2180 m Höhe auf Schafspuren nach rechts weiter, um im steinigen Grashang einen felsigen Hangabbruch zu überlisten. Anschließend folgt man wieder einem Bach zum Salzachursprung hinaus. Dort immer links der jungen Salzach über Quellfluren und durch Heidelbeer- und Alpenrosenbuschwerk nach Osten zum Schwebenboden hinunter. Der Länge nach über das Ried, durch das die Salzach in weiten Bögen fließt. Am Ende des Schwebenbodens fällt die Salzach in eine Schlucht ab; dort trifft man links des Bachs auf einen erstaunlich guten Bergweg. Auf ihm nach Südosten hinab, bis sich dieser Weg bald wieder verliert. Der Abstieg führt nun wieder weglos östlich der Salzach den freien, überschaubaren Hang zum Querweg hinunter, wo die Aufstiegsroute erreicht wird. Auf ihr nach links und bis zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1060 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStraßenabzweigung westlich des Ronachhofs an der alten Gerlosstraße (1466 m)
EndpunktStraßenabzweigung westlich des Ronachhofs an der alten Gerlosstraße (1466 m)
TourencharakterAuf dieser Wanderung steigt man erst einmal kilometerlang das Salzachtal hinauf, bis man in der Nähe des Markkirchls unter dem Salzachjoch die dort noch sehr bescheiden auftretende Salzach erreicht. Darüber geht es durch steinige Hochweiden und freie Berghänge zum Gipfel. Zwar ist die Tour wenig spektakulär, doch wird man durch ausgezeichnete Blicke zur Venedigergruppe und auf die östlichen Zillerkämme entschädigt. Wenn der Tag besonders klar ist, zeigt sich auch die Glocknergruppe mit ihren eisgekrönten Gipfelhäuptern. Spannend dagegen ist die Abstiegsvariante, aber davon unten mehr.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1:50000 Blatt 28 (Vorderes Zillertal– Rofan–Wildschönau); für die ersten Meter: Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
MarkierungenWegtafeln und gute Markierungszeichen; Abstiegsvariante weglos und unmarkiert
VerkehrsanbindungMit dem Auto aus dem Zillertal über den Gerlospass nach Gerlos und auf der alten Gerlosstraße zum Ausgangspunkt; oder über Mittersill durch den Pinzgau bis Wald und von dort auf der alten Gerlosstraße zum Ausgangspunkt westlich des Ronachhofs
GastronomieJausenstation Salzachjoch
Tipps
Auch mit dem Radl. Bis etwa zur Mülleralm kann man gut mit dem Mountainbike auffahren. Wer mit dem Stahlross den weiten Bogen über die Mottland-Grundalm ausfährt, also links der Salzach hinaufstrampelt, kann bis zur Salzachalm (1795 m) radeln.
Höchster Punkt
Östlicher Salzachgeier (2466 m)
Unterkunft
In Königsleiten, Wald oder Gerlos
Tourismusbüro
Königsleiten, Tel. 0043/6565/8243-0; www.wald-koenigsleiten.at
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