Mystischer Felsenzwerg

Steigähnliche Wege, die im Gipfelbereich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Wunderschöne Weitblicke zum Karwendel- und Wettersteingebirge. (Autor: Michael Kleemann)
Es war keineswegs unheimlich, nein, es war schaurig schön. Sofern kein Gewitter aufzieht, wünsche ich auch Ihnen solche Eindrücke, vielleicht ja auf dieser Tour. Wenn Ihnen dann noch die passende Geschichte dazu für Ihre Kinder einfällt, dann steht einer Abenteuertour nichts mehr im Wege. Der Leonhardstein ist eine Felsnadel zwischen dem Hirschberg und den Blaubergen im Tegernseer Tal. Beim Anblick von Kreuth aus scheint es schwer vorstellbar, dass diese Felsnadel für trittsichere, kletterbegeisterte Kinder problemlos zu besteigen ist. Schwindelfreiheit ist lediglich unmittelbar im Bereich des Gipfels erforderlich, da die Felswände rundherum steil abbrechen. Deshalb sollten Sie hier oben auch bei der Rast Ihre Kinder angeseilt lassen. Vor allem nach Regenfällen oder im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, ist beim Schlussanstieg ebenso wie beim Abstieg Vorsicht geboten. Die abgegriffenen Felsen und die Wurzeln sind dann besonders glitschig. Folgen Sie hier bitte ausschließlich der roten Markierung, manch unmarkierter Pfad endet im Nichts, und das ist bei diesem Gelände sehr gefährlich. Ist eine Markierung als Winkel aufgezeichnet, dann folgen Sie ihr bitte um die Ecke.
Wegverlauf für Bahn- und Busfahrer.
Von der Bushaltestelle aus gehen wir zunächst wenige Meter auf unserer Straßenseite entgegen der Fahrtrichtung. Dann folgen wir linker Hand der Dr.-Wilhelm-May-Straße. An einer Straßengabelung folgen wir dann rechter Hand dem Wegweiser Leonhardstein und dem weiteren Wegverlauf.
Wegverlauf für Autofahrer.
Vom Parkplatz folgen wir der Straße ein kurzes Stück bergab. Dann biegen wir an einer Weggabelung linker Hand in die nächste Straße ein und folgen dem Wegweiser Leonhardstein.
Weiterer Wegverlauf.
An der nächsten Weggabelung folgen wir linker Hand dem Wegweiser Felserweg 3, 11, der Wegweiser Leonhardstein ist hier paradoxerweise an der Rückseite angebracht und deshalb so nicht gleich sichtbar. Bis zum Gipfel folgen wir nun den Wegweisern Leonhardstein, weshalb wir im Folgenden nur die Wegführung beschreiben. Wir gehen nun auf einem geteerten Fahrweg, der in einen breiten Schotterweg mündet. Dann geht es an einer Weggabelung rechter Hand in angenehmer Steigung in einigen Kehren bergauf. Wir erreichen eine Waldlichtung und folgen hier dem Wiesenpfad durch lichten Bergwald weiter bergauf. An den Felsabbrüchen des Leonhardsteins folgen wir dem steilen, steigähnlichen Weg bis zum Gipfel. Hier wird noch einmal an einem Schild auf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit hingewiesen.
Der Abstieg ist identisch mit dem Aufstieg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied670 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortKreuth
AusgangspunktAuto - Parkplatz Dr.-Wilhelm-May-Str. am ehemaligen Krankenhaus. Bahn, Bus: Bushaltestelle Kreuth-Enterfels.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAls ich von Kreuth zum Leonhardstein aufstieg, zog ein Gewitter auf. Ich dachte schon ans Umkehren, doch die Stimmung fesselte mich so, dass ich weiter aufstieg. Nebelschwaden zogen um den Leonhardstein, es grummelte rundherum und die Baumriesen und Felsen verwandelten sich in Fabelwesen, manche von ihnen schienen sich kurz zu bewegen.
Hinweise
Eignung. Für trittsichere, bergbegeisterte Kinder ab dem 8. Lebensjahr. Das Anseilen nicht trittsicherer Kinder ist auf kurzen Wegpassagen zu empfehlen
KartentippLandesamt für Vermessung und Geoinformation 1:50 000, Blatt Tegernsee, Schliersee
VerkehrsanbindungAuto - A 8 München–Salzburg bis Ausfahrt Holzkirchen; über Warngau nach Gmund; weiter über Bad Wiessee Richtung Achensee bis Kreuth; in Kreuth am Ortsende rechter Hand in die Dr.-Wilhelm- May-Straße bis zum ehemaligen Krankenhaus, dort stehen Parkplätze zur Verfügung Bahn, Bus: München– Tegernsee bis Tegernsee; weiter mit RVO-Bus 9556 oder 9550 Richtung Kreuth, Pertisau bis Haltestelle Kreuth-Enterfels
GastronomieSelbstverpflegung; nach der Tour empfehlen wir Ihnen den Gasthof Batzenhäusl, in der Ortsmitte direkt an der Weißachbrücke
Tipps
Nach der Tour empfehlen wir im Sommer das Warmfreibad in Kreuth. An kühleren Tagen lohnt ein Besuch im Badepark Bad Wiessee mit Freibereich, Whirlpool und Kinderbereich. Bus- und Bahnreisende steigen hierzu in Rottach-Egern in die Ringlinie nach Bad-Wiessee um. In Kreuth, wenn Sie die Brücke der Weißach in der Ortsmitte überqueren, warten ein Kinderspielplatz und ein Minigolfplatz auf Sie. Von einer Wanderung im Winter ist dringend abzuraten. Manchmal sind bis Ende November die Berge noch schneefrei, dann ist die Tour noch möglich. Beachten Sie jedoch den nordseitigen Gipfelanstieg, der dann auf jeden Fall rutschig, eventuell vereist ist, da er im Schatten liegt.
Tourismusbüro
Tourist-Info Tegernsee, Tel. 08022/18 01-40, www.tegernsee.de

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