Mümmelkensee, Langenberg, Gothensee

Steilküsten-, Strand- und Waldwanderung. (Autor: Bernhard Pollmann)
20 km
260 m
5.00 h
Am Bahnhof Bansin queren wir die Bundesstraße, folgen der Seestraße wenige Dutzend Meter ortseinwärts, wechseln halb links auf den anfangs für den öffentlichen Verkehr gesperrten Fischerweg und folgen der Beschilderung »Naturlehrpfad« längs der Straße am Waldrand geradeaus, bis der Naturlehrpfad bald nach Passieren des Sportplatzes links auf einen Forstweg in den Wald führt. An der gleich darauf erreichten Verzweigung wechselt der Naturlehrpfad halb rechts durch einen hölzernen Torbogen auf einen Waldweg, der in sanftem Auf und Ab an der Hasenkuhle vorbei zur Wolfskuhle führt, wo um 1750 der letzte Wolf auf Usedom getötet wurde. Hier führt der Naturlehrpfad nach links, wobei wir die gelegentlich auftauchende Markierung »rot-L« ignorieren und uns ausschließlich am »grünen Diagonal-strich« des lokalen Naturlehrpfads und an der Eichenblatt-Markierung orientieren; auf diesem schönen Wegstück durch teilweise hallenartige Buchenhochwälder muss man wegen zahlreicher Richtungswechsel gut auf die Markierungen achten. Schließlich führt der Naturlehrpfad steil hinab zum überdachten Rastplatz am Nebenmoor in der Senke, in der auch der Mümmelkensee liegt. Am Rastplatz zweigt der Naturlehrpfad rechts ab, erreicht wenig später die den Mümmelkensee säumenden Buchenwälder, schwingt hier links auf einen Waldpfad und wechselt am Ende rechts auf einen Forstweg, der zur Schutzhütte im Hang über dem Mümmelkensee führt. An dieser Stelle bietet sich der schönste Blick auf diesen zauberhaften Moorsee mitten im Wald. Längs der Bruchwälder am Rand des Mümmelkensee-Moors führt der Naturlehrpfad nun aufwärts zu einem weiteren überdachten Rastplatz und senkt sich hinab zu einem Schutzhütten-Rondell am Ostseeküsten- und Mecklenburgischen Seen-Radweg. Wir queren den Radweg neben der Schutzhütte und folgen der Eichenblatt-Markierung in einem Buchenhochwald aufwärts zur Abbruchkante der Steilküste, wo der Naturlehrpfad auf den E9 trifft. Mit exzellenten Ausblicken auf die See, die kilometerlangen Strände und die Wälder der Insel Wollin folgt der Pfad der Abbruchkante des Langenbergs zum »Forsthaus Langenberg«, dem höchstgelegenen Hotel der Insel. Hier beginnt der relativ steile Abstieg durch Buchenhochwald, und nach Überqueren einiger weiterer bewaldeter Kuppen erreichen wir die ersten Häuser von Bansin. Links befindet sich ein Strandabgang, der Blaustrich führt zunächst geradeaus weiter durch die von Villen gesäumte Bergstraße und wechselt dann auf die Strandpromenade. Auf ihr führt der E9 an der Seebrücke vorbei in das Seebad Heringsdorf, wo sich die längste Seebrücke Kontinentaleuropas befindet. Von der Seebrücke gehen wir halb rechts hinauf zum Platz des Friedens und auf der Friedenstraße halb links zur Bundesstraße. Beim Queren der Bundesstraße sehen wir links den Bahnhof und gehen halb rechts hinauf an der Heringsdorfer Strandkorbfabrik vorbei auf den Wald zu, wobei nun das Eichenblatt-Zeichen die Route weist. Der Eichenblatt-Weg führt durch schöne Wälder in der Nähe des ausgeschilderten Steinernen Tischs vorbei, wendet sich nach Überqueren der Trasse der Usedomer Bäderbahn links und am Waldrand rechts und führt neben Wiesen in Richtung Gothensee. Nach Passieren zweier Schutzhütten treffen wir dicht am See auf einen größeren Weg und folgen ihm rechts durch die Wiesen. Schließlich mündet der Weg auf die Nebenstraße, der wir nun mit dem Eichenblatt nach Gothen folgen. Der Eichenblatt-Weg führt durch die Wiesen am Rand des unter Naturschutz stehenden größten Sees von Usedom, zuallerletzt geht es rechts zum Ausgangspunkt, dem Bahnhof Bansin.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied260 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Bansin an der Usedomer Bäderbahn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDen Küstenwanderweg zwischen den Kaiserbädern Bansin und Heringsdorf kombiniert diese abwechslungsreiche Wanderung mit dem Naturlehrpfad zum Mümmelkensee, den Buchenwäldern am Streckelsberg und dem Wanderweg rund um den Buchfinksberg am Gothensee.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Heringsdorf/Ahlbeck/ Bansin (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGrüner Diagonalstrich (Naturlehrpfad Mümmelkensee), Eichenblatt (Naturlehrpfad Ostseeküste), Blaustrich (E9) und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Bansin – Ahlbeck. B111 Jarmen – Wolgast – Ahlbeck.
GastronomieBansin, Heringsdorf.
Tipps
Mümmelkensee. Der sagenumwobene Mümmelkensee mit seinen wollgrasbestandenen Bülten und Schlenken in den Wäldern westlich von Bansin ist der namengebende Kolk eines Kessel- und Verlandungshochmoors, dessen Torfschichten eine Mächtigkeit von bis zu 15m erreichen. Während der letzten Eiszeit befand sich an dieser Stelle ein riesiger Toteisblock, nach dessen Abschmelzen sich im Verlauf der Jahrtausende das Moor entwickelte. Wegen der geringen Größe des Gebiets lohnte sich der Torfabbau nicht, sodass das Moor bis heute weitgehend unberührt erhalten ist. Wie der Mummelsee im Schwarzwald ist der Mümmelkensee nach den Mummeln benannt, Teichrosen, die zur Mittsommerzeit ihre gelben Blüten entfalten; der Name »Mummel« bezieht sich auch auf geisterhafte Wesen, die als in der Tiefe des Sees lebend gedacht wurden. Heute hat der verlandende Mümmelkensee nur noch eine Tiefe von 2–3m. »Mümmelken« ist die Verkleinerungsform von »Mummel«, tatsächlich sind einige Pflanzen und Fische am Mümmelkensee in Zwergwuchsformen anzutreffen: Plötze und Rotfedern tummeln sich im Mümmelkensee im Miniaturformat, was auf den geringen Nährstoffgehalt des Wassers zurückgeführt wird. Der modernen Sage nach bilden diese »Minifische« eine ideale Nahrung für den Eisvogel, der hier ebenfalls gesichtet wird.
Tourismusbüro
Tourist-Information Seeheilbad Bansin, An der Seebrücke, 17429 Seebad Bansin, www.drei-kaiserbaeder.de
Mehr zum Thema