Monte Gambarogno, 1734 m

Genussvolle Gipfelüberschreitung auf ordentlichen Wegen. Fantastisch der Ausblick auf den oberen Lago Maggiore mit der Kulisse der Alpengipfel. Besonders lohnend im Frühsommer (Blumen) und im Herbst (Fernsicht) (Autor: Eugen E. Hüsler)
9 km
600 m
3.00 h
Zum Gipfel Vom Straßenpass Corte di Neggia (1395 m) folgt man zunächst der geschotterten Piste in die Nordosthänge des Berges. Wo sie nach links umbiegt, gehen die Gipfelwanderer geradeaus. Der alte, kunstvoll angelegte Pfad führt mit wenig Höhengewinn, aber viel Aussicht hinaus zu einer Verzweigung (1554 m) am Nordgrat des Monte Gambarogno. Hier knickt er scharf nach links um; am grasigen Kamm steigt man an gegen den Ostgipfel (1687 m). Er bleibt abseits; am verbuschten Hang folgt eine weitere Weggabelung. Die linke Spur leitet, vorbei an einer ehemaligen Militärbaracke, zum höchsten Punkt des Monte Gambarogno (1734 m; 1.15 Std.) und zum großen Panorama. Rückweg Der Abstieg ist zunächst eine einzige Aussichtswanderung; nicht zufällig steht am Nordwestgrat eine Rastbank. Über ein paar Schleifen geht’s weiter bergab, dann taucht der Weg ein in den Wald. Wenig später ist die Einkehr auf der Alpe Cedullo (1287 m) erreicht. Ein Ziehweg führt in leichtem Gegenanstieg zur Wasserscheide zwischen Gambarogno und Monte Paglione (1554 m) mit der Kapelle Sant’Anna (1342 m; 2.15 Std.), der historischen Verbindung zwischen dem Gambarogno und Indemini. Aus dem Sattel leitet der hier etwas raue Pfad – insgesamt gut 100 Meter an Höhe verlierend – südlich um die Sassi Gialli (1521 m), die »gelben Felsen«, herum in die sonnige Mulde des Val Crosa. An der Verzweigung (1219 m) schlägt man den linken Weg ein, der über sechs weite Kehren an dem mit Buschwerk bewachsenen Hang ansteigt. Von einem aussichtsreichen Eck über dem Val Veddasca bietet sich ein stimmungsvoller Blick übers Tal und auf den hohen Bergkamm, der vom Monte Lema zum Monte Támaro zieht: die berühmte »Traversata«. Weiter über ein paar Rinnen und zuletzt hinab zur Corte di Neggia (1395 m; 3.30 Std.) und zur Passstraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortVira di Gambarogno (209 m)
AusgangspunktCorte di Neggia (1395 m), Straßenpass zwischen dem Gambarogno und dem Tal von Indemini
EndpunktCorte di Neggia (1395 m), Straßenpass zwischen dem Gambarogno und dem Tal von Indemini
TourencharakterDer Támaro (1961 m) mag höher, auch berühmter sein, das Panorama weiter, doch mitdemSeeblickvomMonteGambarogno(1734 m)kann er nicht konkurrieren! Wer das Glück hat, bei Nordföhn auf diesem »Balkon« zu stehen, anderthalb Kilometer über dem blauen Spiegel des Lago Maggiore, wirddemgerne zustimmen. Doch von der hohen Warte aus gibt’s noch viel mehr zu sehen. Immerhin sind in dem weiten Panorama des Alpeninnenbogens so prominente Gipfel wie Monte Rosa, Dom, Finsteraarhorn und Rheinwaldhorn versammelt. Viel näher, fast zu Füßen des Betrachters, liegt das mächtige Delta der Maggia, durch den kanalisierten Flusslauf säuberlich in zwei Hälften geteilt. Zur Römerzeit war Solduno noch ein Uferort, doch bereits im Spätmittelalter reichte das Schwemmland bis zum Schloss von Locarno. Die Piazza Grande lag noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts direktamSee, und auch heute steigen die Fluten nach schweren Regenfällen schon mal bis unter die Arkaden an. Das Delta wächst allerdingskaummehr – die wichtigsten Quellbäche der einst wilden Maggia sind aufgestaut, ihre Energie sorgt dafür, dass jenseits der Alpen die Lichter nicht ausgehen. Reich und arm Aufgestaut wird auch die Verzasca, nur wenig oberhalb der schluchtartig eingerissenen Talmündung: Das hellgraue Dreieck der Betonmauer ist so wenig zu übersehen wie all der Beton, der an den Sonnenhängen oberhalb von Ascona, Locarno, Muralto und Minusio verbaut wurde, vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren. Wer es als Wirtschaftswunderkind zu Reichtum gebracht hatte, ließ sich gerne eine Villa über dem Lago Maggiore bauen – am »Monte Mercedes«, wie die Einheimischen leicht ironisch sagen. Was für ein Kontrast zwischen diesem protzig zur Schau gestellten Reichtum und der Kargheit in den Tälern des Sopra Ceneri, wo die meisten Al men längst aufgegeben wurden und wieder verbuschen, die Einheimischen heute zwischen ihrem Dorf und dem Arbeitsplatz am See pendeln: il ticino moderno. Auch der Alm westlich unter dem Monte Gambarogno drohte dieses Schicksal, doch heute meckern auf der Alpe Cedullo wieder die Ziegen, grasen drei Kühe, es wird gekäst, und in dem gefühlvoll restaurierten Baukomplex bekommt man eine gute Tessiner Brotzeit. Sanfter Tourismus, auch das gibt’s hier.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 286 T »Malcantone «
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungÜber den Pass Corte di Neggia verläuft eine kurvenreiche Straße, ab Vira 13 km bis zur Scheitelhöhe. Postbus Vira – Corte di Neggia – Indemini
GastronomieRitrovo di Neggia, April bis Oktober; Alpe Cedullo, Mai bis Oktober, Tel. 091/794 13 83
Tourismusbüro
Gambarogno Tursimo, CH-6574 Vira Gambarogno; Tel. +41/(0)91/795 18 66, info@gambarognoturismo.ch, www.gambarognoturismo.ch

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