Monte Boglia, 1516 m

Mehr Ab- als Aufstieg, trotzdem ein ordentliches Tagespensum. Es sind auch Teilbegehungen möglich: Talfahrt ab Monte Brè per Bahn oder nur von Brè bergab nach Gandria, zurück nach Lugano alternativ mit dem Schiff. Die Gipfelüberschreitung wartet mit einigen steilen Passagen auf, was bei Nässe recht unangenehm ist (Laub) (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
1250 m
6.00 h
Hinab und hinauf AmGipfel des Monte Brè (925 m), drei Minuten von der Bergstation der Standseilbahn, kann man gleich Maß nehmen, steht das Tourenzieldochdirekt vor einem, unverkennbar mit seinem baumlos grasigen Gipfeldreieck. In der Senke zwischen den beiden »monti« liegt das schmucke Bergdörfchen Brè (800 m; 0.15 Std.). Dahinter führt ein schöner Plattenweg, die Kehren der Straße abkürzend, bergan. Der Aussichtspunkt Materone (932 m) bleibt abseits; an der Verzweigung in der bewaldeten Mulde von Trevach (1024 m) hält man sich rechts (Hinweis »Monte Boglia«) und folgt der deutlichen Spur schräg aufwärts in die dem Luganer See zugewandte Bergflanke. Nach einem flacheren Zwischenstück knickt der Weg nach links um (Tafel); zunehmendsteiler geht’s bergan gegendenfelsigen Sasso Rosso (1295 m). Über den verstrauchten HangvonTrevach gewinntmanin kurzen Kehren den Gipfelgrat; ein paar Minuten später ist der Gipfel des Monte Boglia (1516 m; 2.30 Std.) gewonnen. Zurück nach Brè In kurzen, recht steilen, von der Erosion gezeichneten Kehren läuft der Weg mit der Landesgrenze nordseitig hinunter in den Wald. Im Vorblick hat man die bizarren Felszacken der Denti della Vecchia (1491 m), beliebtes Kletterrevier der Luganesi. An der idyllischen Senke des Pian di Scagn (1174 m; 3 Std.) weist ein Wegzeiger links zur Alpe Bolla (1129 m), einer beliebten Einkehr. Der Weiterweg führt fast eben durch die steile, bewaldete Westflanke des Monte Boglia hinaus zu einer Schulter (1114 m). Über dem felsigen Graben des Val dei Cugnoli knickt er abrupt nach rechts ab; knapp hundert Meter tiefer, bei einer Wasserfassung (1033 m), verzweigt er sich gleich doppelt. Hier nimmt man den rechten Pfad, der in Serpentinen hinabsteigt in den Talboden. Vorbei an einem Picknickgelände spaziert man zurück nach Brè (4.15 Std.). Zum See Am großen Platz vor der Dorfkirche weist ein gelber Wegzeiger nach Gandria. Der schmale Pfad führt hinunter zu einem quer verlaufenden, asphaltierten Sträßchen. Es geht nach knapp 500 Metern in einen Wanderpfad über, der in den Wald eintaucht und sich dann gabelt. Hier hält man sich links (Hinweis »Gandria«) und steigt in dem schönen Kastanienhain weiter ab. Bei der Verzweigung oberhalb der Straße nach Porlezza (ca. 460 m) empfiehlt sich ein kurzer Abstecher zum Sasso della Predescia. Es handelt sich dabei um einen gewaltigen, rund sechzig Kubik meter großen Findling mit mysteriösen Vertiefungen – Hinweis auf Kulthandlungen in prähistorischer Zeit. Der gewaltige Brocken wanderte während der Eiszeit mit dem Adda gletscher hierher. Gandria Zwischen kunstvoll angelegten Trockensteinmauern steigt man ab zur Straße und taucht dann ein in die »Massenidylle« von Gandria (280 m; 5.45 Std.). Der Rückweg nach Lugano folgt weitgehend dem Seeufer; winzige Rebberge und Olivenbäume säumen den Weg, der teilweise aus dem steilfelsigen Gelände geschlagen wurde. Hinter San Domenico mündet er in die Via Cortivo. An ihr liegt links in einem hübschen Park das Museo delle Culture; es zeigt über 600 Objekte außereuropäischer Kulturen mit Schwerpunkt Ozeanien (geöffnet Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr). Über die Via Castagnola spaziert man zurück zur Talstation der Monte-Brè-Standseilbahn in Lugano-Cassarate (6.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortLugano (273 m)
AusgangspunktBergstation der Monte-Brè-Standseilbahn (910 m)
EndpunktTalstation der Monte-Brè-Bahn in Lugano- Cassarate (273 m)
TourencharakterÜber die Frage, welches nun der schönste Aussichtsberg Luganos sei, ließe sich trefflich streiten. Etwa der Zuckerhut des San Salvatore oder der Brè, möglicherweise die Sighignola (1321 m) oder der Monte Generoso? In die engere Wahl käme auch der Monte Boglia, fast doppelt so hoch wie die beiden Hausberge der Stadt und bestens positioniert. Von der hohen Warte aus überschaut man das gesamte Luganese, diese so einzigartige See- und Berglandschaft. Die Hälfte des Anstiegs nimmt einem freundlicherweise die Standseilbahn auf den Monte Brè ab. Nach der nostalgisch angehauchten Bergfahrt (mit umsteigen!) wandert man über den Gipfel des Brè (925 m) auf dem schön angelegten Treppenweg hinab ins gleichnamige Dörfchen. Das entpuppt sich als Gesamtkunstwerk, angereichert durch ein paar moderne Kunstwerke in den Gassen und an Hauswänden. Als »opera d’arte« könnte man auch Gandria bezeichnen, dessen Häuser – mehr über- als nebeneinander gebaut – buchstäblich an den Uferfelsen des Luganer Sees kleben. Hier sind die Gässchen nicht nur eng und haben meistens Treppen, sie führen manchmal gleich unter den Häusern hindurch. Dass da ein Gefühl der Enge aufkommen kann, hat allerdings auch mit den Besucherinvasionen zu tun, vor allem während der sommerlichen Ferienzeit. Die Einheimischen stört’s nicht, Souvenirshops wie Ristoranti machen prächtige Umsätze.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 286 T »Malcantone «
MarkierungenGelbe Wegzeiger, gelbe und (vereinzelt) weiß-rot-weiße Markierungen
VerkehrsanbindungZur Talstation der Seilbahn kommt man von der Stadtmitte am besten zu Fuß oder mit dem Bus.
GastronomieEinkehrmöglichkeiten in Brè, auf der Alpe Bolla, in Gandria und am Uferweg
Tourismusbüro
Lugano Turismo, Palazzo Civico, CH-6900 Lugano; Tel. +41/(0)91/913 32 32, info@lugano- tourism.ch, www.lugano-tourism.ch

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