Möwenort und Weißer Berg

Aussichts- und Waldwanderung auf Wegen und Pfaden jeglichen Belags; der Wanderpfad an der Steilküste ist nicht fahrradgeeignet. (Autor: Bernhard Pollmann)
11 km
110 m
3.00 h
Der unter Naturschutz stehende Südteil der Halbinsel Gnitz zählt zu den Naturparadiesen Usedoms. Die von Magerrasen und alten Hudeeichen bedeckten Moränenrücken, die offenen Dünen und Strandflächen, die Salzwiese am Möwenort-Sandhaken, die Feuchtbiotope am Rintnitz und Geisesee sowie der Wacholder-Kiefernwald auf dem Weißen Berg sind Lebensräume einer großen Anzahl selten gewordener Tiere und Pflanzen. Die Pforte zum Gnitz ist im Norden der Ziss- oder Ziesberg (15 m), ein eiszeitlicher Inselkern, dem im Westteil der Halbinsel weitere teils von Wald, teils von aussichtsreichen Wiesen bedeckte Berge folgen – Voßberg, Kastenberg, Freitagsberg und Fliederberg –, der südlichste und höchste ist der Weiße Berg (32 m), ein steil zur Krumminer Wiek abstürzender Kliffrand, an dessen Fuß zahlreiche Findlinge liegen. Dem bergigen, waldreichen Westen steht der flache, von Äckern, Grünland und Ölförderpumpen geprägte Osten der Halbinsel gegenüber. Hier liegen das Kirchdorf Netzelkow mit seinem Yachthafen, das für die Gemeinde namengebende Bauerndorf Lütow mit der besterhaltenen Megalithanlage Usedoms und die Usedomer Erdölkapitale Neuendorf.
Von der Bushaltestelle bzw. dem Hallenbad in Lütow folgen wir der einzigen Straße kurz weiter in Fahrtrichtung, passieren die Einmündung der Zeltplatzstraße und zweigen die nächste Straße (Zum Möwenort) rechts ab. Kurz hinter einem Biergarten enden Ferienhausbebauung und Asphalt, und der Wanderweg taucht in das Naturschutzgebiet Südspitze Gnitz ein. Rechts weitet sich eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Weiden, Bäumen, Sträuchern und verlandenden Seen, links glitzert hinter einer Baum-, Gebüsch- und Schilfzone das Achterwasser, an feuchten Stellen ist der Weg mit Bohlen ausgelegt, an der ersten freien Stelle am Wasser lädt eine Sitzbank zu aussichtsreicher Rast, am Möwenort im äußersten Süden gibt es schmale Sandstrände, jenseits des Achterwassers spitzt der Kirchturm von Lassan hervor – ein wunderschöner Weg.
Schließlich schwingt der Weg auf die geländergesicherte Steilküste hinauf und erreicht die Rastbank beim Vermessungspunkt auf dem Weißen Berg hoch über dem Peenestrom am Beginn der Krumminer Wiek. Vom Weißen Berg führt der Wanderpfad hinab zum Natur-Camping Usedom, wo sich Abgänge zum steinigen Strand befinden.
Am Kanadier-Verleih folgen wir der Zufahrt rechts hinauf und oben links, verlassen den Campingplatz an der Rezeption, gehen am Parkplatz dahinter links und gleich rechts in den Wald Richtung »Steilküste«. In artenreichem Wald folgt der Wurzelpfad der Steilküste, immer wieder laden Plätze mit malerischer Aussicht zum Verweilen ein, Hauptblickfang im Inneren der Krumminer Wiek ist der Kirchturm von Krummin. Schließlich senkt sich der Pfad bis fast hinab zum Wasser; an dieser Stelle, an der man rasten oder ein Bad nehmen kann, endet der schöne Steilküstenpfad. Wir folgen dem Pfad rechts hinauf, wenden uns oben auf dem Sandweg links und wandern mit schöner Aussicht an den Häusern am Fliederberg vorbei nach Neuendorf. Dort zeigt das Wanderwegeschild »Netzelkow« rechts in die Neue Straße. Nach Verlassen des Dorfs muss man 1km der Asphaltallee Netzelkower Weg folgen.
Vor der Kirche von Netzelkow zeigen die Schilder auf einem aussichtsreichen Feldweg rechts Richtung »Lütow«. Kurz vor Erreichen des Dorfs liegt am Wegrand das größte Großsteingrab der Insel; ein überdachter Sitzplatz lädt zur Rast. Wenig später sind wir zurück am Ausgangspunkt in Lütow.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied110 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBushaltestelle Lütow Ausbau, Parkplätze in unmittelbarer Nähe am Schwimmbad.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterMit herrlichen Ausblicken über das Achterwasser, den Peenestrom und die Krumminer Wiek führt diese Wald-, Steilküsten- und Wiesenwanderung über die Halbinsel Gnitz und zur größten erhaltenen Megalithanlage Usedoms.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Zinnowitz/Ückeritz/ Peenemünde (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGelegentlich namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Ahlbeck, Bus ab Zinnowitz. B111 Jarmen – Wolgast – Usedom und in Zinnowitz abzweigen nach Lütow.
GastronomieLütow, Netzelkow.
Tipps
Großsteingrab von Lütow-Netzelkow. Das rekonstruierte Großsteingrab in einem Gehölz bei Lütow am alten Kirchsteig nach Netzelkow ist die einzige weitgehend erhaltene Megalithanlage auf Usedom. Das jungsteinzeitliche Ganggrab aus der Zeit um 3000 v.Chr. wird beschirmt von einer 350 Jahre alten Eiche. Archäologische Grabungen förderten Gefäße, Feuersteinwaffen und -geräte sowie Bernsteinschmuck zutage. Die Fundstücke werden im Stettiner Museum aufbewahrt.
Tourismusbüro
Usedom Tourismus GmbH, Bäderstraße 5, 17459 Ückeritz, www.usedom.de
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