Möhnesee

Am westfälischen Meer Bequeme Ufer- und Forstwege. (Autor: Bernhard Pollmann)
19 km
150 m
4.00 h
Wandern mit dem Möhnesee-Katamaran Der Hauptanleger des von Ostern bis Ende Oktober jeden Tag stündlich verkehrenden Katamarans »MS Möhnesee« befindet sich am Ausgangspunkt der Wanderung an der Talsperre. In Kombination mit den Anlegern Hevetal, Delecke und Körbecke ergeben sich reizvolle Streckenwander-Möglichkeiten. Wandergruppen werden nach Vorbestellung am vereinbarten Anleger vom Katamaran-Shuttle »MS Körbecke«, einem offenen Zubringerboot, abgeholt und können nach einem Andockmanöver auf den Katamaran umsteigen. Wenn das Schiff in der kalten Jahreszeit nicht fährt, durchwandert man die reizvolle Uferstrecke längs des Naturschutzgebiets zwischen Talsperre und Hevesee hin und zurück oder wählt die in der Karte gestrichelt eingezeichnete »Bergvariante« über den Langen- und den Schreppenberg. Möhnetalsperre Der Parkplatz Sperrmauer (208 m) ist Ausgangspunkt des Möhne-Westerwald-Wegs (Markierung »x24«) und des Möhnesee-Rundwanderwegs (Markierung »m«). Vom Parkplatz führen die Markierungen zwischen Stausee und Ausgleichsbecken über die Sperrmauer. Die 1908–13 als Bruchsteinmauer errichtete, 650 m lange und 40 m hohe Möhnetalsperre staut Möhne, Heve, Kleine Schmalenau und weitere Bäche zwischen dem Nordrand des Sauerlands und dem Haarstrang zum Zweck des Hochwasserschutzes und der Energiegewinnung. Bei Höchststau liegt der Wasserspiegel des Sees 214 m über Normalnull. Die vier Becken erstrecken sich über eine Länge von 10 km auf dem Gebiet der Gemeinde Möhnesee - Mehr als 700 Menschen mussten aus dem Tal umgesiedelt werden, rund 200 Häuser und Bauernhöfe wurden geflutet, von Delecke versanken 60 Häuser in den Fluten, von Drüggelte zehn, darunter Amtshaus, Molkerei und Poststation sowie eine Mahl- und Sägemühle. Nach der Flutung war Körbecke der größte Ort am neu entstandenen See. Ruinen der alten Bebauung werden sichtbar, wenn das Wasser – etwa alle zehn Jahre – abgelassen wird, damit die Talsperre gewartet werden kann. Die Mündung der Heve in die Möhne befand sich direkt vor der Stauseeseite der Mauer. Auf der Seite des Ausgleichsbeckens ist durch die Verwendung unterschiedlicher Bruchsteine die Dammbruchstelle sichtbar, durch die sich 1943 nach dem britischen Bombardement die tödliche Flutwelle durch das Möhne- und das Ruhrtal ergoss. Durch Bombenangriffe wurde die Möhnetalsperre während des Zweiten Weltkriegs in der Nacht auf den 17. Mai 1943 zerstört. In der dadurch ausgelösten Flutwelle, die noch im Ruhrtal in Essen 100 km vom Tatort entfernt bemerkbar war, starben 1200–1600 Menschen. Naturschutzgebiet Hevearm Von der Sperrmauer folgt der asphaltierte Wanderweg dem buchtenreichen Ufer durch Wald mit schönen Ausblicken auf den See. An der zweiten Bucht tritt der Weg in das Naturschutzgebiet »Hevearm« ein; eine Bojenkette markiert auf dem Wasser die Grenze, die von Booten jeder Art nicht überfahren werden darf. Lediglich die Möhneseeschifffahrt besitzt eine Ausnahmegenehmigung zum Befahren des Hevearms. Auch vom Waldbild her ist der Hevearm ein Genuss: Dank des seit 1975 bestehenden Naturschutzgebiets haben sich an den Uferbereichen, am Hevesee und in den Bachtälern Eichenmisch-, Erlen- und Erlenbruchwälder, Ufergehölze und andere naturnahe Waldgesellschaften sowie Uferhochstaudenfluren, Röhrichte und Verlandungszonen frei entwickelt. Nachdem der Möhne-Westerwald-Weg den Uferweg verlassen hat (Variante), führt der Möhnesee-Rundweg in die Schlibbecke-Bucht, die sich zur Wasservogelbeobachtung besonders gut eignet. Hevetal Nach 1 1/2 Std. (6 km) erreicht der Möhnesee-Rundwanderweg den Hevedamm, der den Stausee vom Vorbecken »Hevesee« trennt. Links lädt das Hotel-Restaurant »Torhaus« zur Einkehr ein, während der Möhnesee-Rundwanderweg der B 229 kurz rechts folgt, sie quert und durch die prachtvollen Wälder des Naturschutzgebiets Hevesee führt. Auf einem breitem Weg geht es durch die bewaldeten Hänge des Hevetals zum ehemaligen Jagdschloss Sankt Meinolf (1891), jetzt Forsthaus, und dahinter aufwärts im Wald, bis auf der Kammhöhe der Rennweg erreicht ist. Rennweg Der Rennweg leitet auf dem Rücken zwischen Heve- und Möhnetal in Richtung See zurück, stellenweise in jenem prächtigen Buchenhochwald, für den der Arnsberger Wald berühmt ist. Der Rennweg ist ein alter Höhenweg auf dem Kamm zwischen Möhne- und Hevetal. Der sagenhaften Überlieferung zufolge wurde er von den Römern benutzt, als sie im Herbst des Jahres 9 gegen die Germanen zogen und in der Varusschlacht eine vernichtende Niederlage kassierten. Naturpromenade Wo der Rennweg beim Hotel-Restaurant »Torhaus« auf die B 229 stößt, beginnt die asphaltierte »Naturpromenade« am Nordufer des Hevearms. An 19 Stationen dieses Wanderwegs am Rand der Hevehalbinsel werden landschaftliche und geschichtliche Besonderheit erläutert. An der Schiffsanlegestelle Hevehalbinsel endet unsere Wanderung, und mit dem Katamaran geht es über den See zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMöhnesee (220 m) besteht aus 15 zum Teil über 1000 Jahre alten Dörfern rund um den Möhnesee im Naturpark Arnsberger Wald. Größter Ort ist Körbecke, wo sich die Gemeindeverwaltung und das Haus des Gastes befinden.
AusgangspunktBushaltestelle und Wanderparkplatz Sperrmauer (208 m) unterhalb der Möhnesee-Sperrmauer in Möhnesee-Günne.
TourencharakterDer Möhnesee im Naturpark Arnsberger Wald ist der flächengrößte Stausee Nordrhein-Westfalens. Die mehr als 10 km2 (1037 ha) große Wasserfläche des »westfälischen Meers« zählt einschließlich der Ufer zu den bedeutendsten Naherholungs- und Wassersportgebieten Westdeutschlands; der unverbaute Hevearm ist eines der größten Naturschutzgebiete Westfalens und ein international wichtiges Vogelrastgebiet am Übergang der landwirtschaftlich genutzten Westfälischen Bucht zum waldreichen Sauerland.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 15 Naturparke Arnsberger Wald und Homert (Landesvermessungsamt NordrheinWestfalen).
VerkehrsanbindungA 44 Ruhrgebiet – Kassel Ausfahrt Soest/Möhnesee oder Soest/Ost. Der nächste Bahnhof befindet sich in Soest, von dort Bus nach Möhnesee.
Gastronomie»Seehof« in der Nähe des Ausgangspunkts, »Torhaus« am Hevedamm.
Tourismusbüro
Gäste Information Möhnesee, Küerbicker Straße 1 (Haus des Gastes), 59519 Möhnesee-Körbecke, Tel. 02924/497, Internet www.moehnesee.de; Möhneseeschifffahrt Tel. 02935/2109, Katamaran Tel. 0170/8077793, Internet www.moehneseeschifffahrt.de.

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