Mittagskogel (1595 m)

Eine interessante Rundtour mit steilem Aufstieg, einer langen Höhenwanderung im Wald und einem kurzen, anregenden Klettersteig beim Abstieg, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Schöner Rückweg über Lengau und Steintal. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Von Reit auf beschildertem Sträßchen nach Westen Richtung Reiteralm. Der Asphaltweg steigt über eine Wiese an, dreht etwas nach links und führt zu den Wohnhäusern am Waldrand. Dort rechts abzweigen. Auf einem Fahrweg nun in vielen Kehren (oder in Talnähe über den alten Bergweg) im Wesentlichen nach Norden hinauf, bei allen Abzweigungen auf dem Hauptweg bleiben und in die freien Wiesen unter der Reiteralm. Dort schöne Aussicht auf die Kitzbüheler Alpen und nach Söll hinab. In den Wiesenhängen durch eine scharfe Linkskehre und zur Reiteralm, die eigentlich nur ein auf einem Betonsockel stehender Stall ist. Kurz nach rechts in die Wiese hinein, dann links am Waldrand hoch über einem tiefen Graben steil nach Norden hinauf. Am oberen Rand der Lichtung rechts und bald darauf nach links in dichten Wald hinein. Ein gut ausgebauter Wurzelweg führt nun stellenweise über unangenehme, felsige Hindernisse stramm weiter aufwärts und um eine Linkskehre. Ein paar Plastikseile, zwischen Bäumen gespannt, bieten Möglichkeit zum Festhalten im Steilhang. Bald darauf kommt man im Waldsattel zwischen Kleinem Pölven und Mittagskogel an, der auf 1411 m Höhe liegt. Dort geht es nach links anfangs ziemlich flach weiter. Doch bald schwingt sich der Weg über einen Absatz hinauf, flacht ab, holt für einen etwas längeren und steileren Anstieg neuen Schwung, um auf etwa 1500 m Höhe abzuflachen, wo er an einer kleinen Jagdhütte vorbeiführt. Dann geht es gemächlich ansteigend immer in der gleichen Richtung, also gegen Südwesten, weiter. Der Weg ist überaus deutlich markiert, was auch einen guten Grund hat. Am Pölven gibt es nämlich ein paar gefährliche Felsenspalten, in die man hineinfallen kann. Eine davon ist sogar als »Pölvenklamm« bezeichnet und unmittelbar rechts vom Weg zu bestaunen. Der Weg verläuft ein wenig auf und ab, bis schließlich eine freie Lichtung und damit der Mittagskogel erreicht sind. Der Kreuzschmuck des Mittagskogels befindet sich übrigens etwas nördlich und unterhalb des höchsten Punktes, weil er so von Bad Häring gut sichtbar ist. Außerdem hat man von den Sitzbänken auch eine besonders schöne Aussicht.
Abstieg: Der Abstiegsweg führt vom Mittagskogel anfangs nach Süden weiter und fällt am breiten Waldrücken etwas ab. Im weiteren Verlauf dreht er nach rechts und führt in eine Senke, wo ein Rastplatz angelegt ist. Von dort über den Hohlweg geringfügig nach Südwesten bergab. An der beschilderten Wegverzweigung rechts halten und ein kurzes Stück zum aussichtsreichen Pölvenkreuz (Rastbänke) hinüber, das auf 1477 m Höhe liegt. Von dort zum Wanderweg zurück und bei den Wegtafeln nach rechts (gegen Süden) abzweigen. Der schmale Bergweg fällt immer steiler ab und stößt schließlich auf den Lengauer Steig. Der kurze Klettersteig führt am Drahtseil über sehr steile Schrofenhänge an eine Felswand heran. Nach einer etwa 5 m hohen, schräg an den Fels gebauten Leiter geht es noch ein paar Meter am Drahtseil hinab, und schon ist man wieder auf einem Wanderweg, der noch kurz am Seil entlangführt und dann in steile Waldhänge eintaucht. Im Wald muss man bald links abdrehen und vorsichtig über steilen Abbrüchen zu einem Felsenbollwerk queren. Es geht an ihm nochmals kurz am Seil entlang und in geringem Gegenanstieg aus einer Steilreisse hinauf. Dann dreht die Route rechts ab und fällt im Waldhang gnadenlos steil ab. Auf der Höhe von rund 1150 m kommt man an ein schmales Waldsträßchen heran. Wer schlau ist, geht zu ihm hinüber und folgt ihm in vielen Kehren nur gering abfallend durch den Wald nach Lengau hinunter. Dadurch spart man sich den zermürbenden Steilabstieg auf dem Bergpfad und einen Kraft raubenden Gegenanstieg. In Lengau die Wiese nach links queren und auf der Waldpromenade weiter. Am alten Hof Ried Nr. 28 vorbei und auf dem Sträßchen zur schmucken Lengaukapelle weiter. Von der Kapelle dem gering abfallenden Fahrweg nach Osten folgen und im Wald auf dem Sunnseitweg gemütlich dahin. Bei der engen Rechtskehre des Sträßchens geradeaus und dem Weg – nun deutlich steiler – hinab folgen. Knapp über Steintal die Promenade nach links verlassend auf schmalem Pfad (Pölvenrundweg) gering ansteigend am Waldrand weiter. Bald wird eine Fahrspur erreicht, die zum Hof Reit Nr. 13 abfällt. Von dort erreicht man auf dem Sträßchen bald wieder den Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied950 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktReit, westlich von Söll (769 m)
EndpunktReit, westlich von Söll (769 m)
TourencharakterIrgendwie fällt der Pölven mit seinen drei Gipfeln auf. Vom Inntal her schaut er mit etwas Fantasie wie ein riesiger liegender Elefant aus, der den Eingang zu den Kitzbüheler Alpen bewacht. Allerdings hat dieser Dickhäuter tiefe Narben an seiner Westseite davongetragen, die von einem großen Steinbruch bei Bad Häring herrühren. Wer sich beim Pölvenkreuz weit hinauslehnt, kann von oben in den Steinbruch schauen. Aber bitte nicht erschrecken, wenn es dort bei Sprengungen furchtbar kracht. Die Wanderung verläuft durch eine weitgehend intakte Berglandschaft und viel im Wald, doch auf den beiden Gipfeln hat man weitgehend freie Ausblicke.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 9 (Kaisergebirge)
MarkierungenWegtafeln und Markierungspunkte
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Kufstein bis Söll; mit dem Auto von Innsbruck auf der B 171 über Bad Häring und auf der B 178 bis Söll oder von Kufstein über die B 173 und die B 178
GastronomieGasthaus Hochfilzer in Reit
Tipps
Zum Kleinen Pölven. Wer nur eine kleine Runde wandern möchte, kann vom Pölvensattel rechts abbiegend auf den bewaldeten Kleinen Pölven (1562 m) gehen und eventuell von unterhalb der Reiteralm auf einem steilen Waldweg über Pfötsching absteigen.
Höchster Punkt
Mittagskogel (1595 m)
Tourismusbüro
Söll, Tel. 0043/5333/5216; www.tirol.at/soell
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