Meilerhütte

Langer und anstrengender Aufstieg, streckenweise steil (Autor: Siegfried Garnweidner)
13 km
1300 m
7.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Wirtshaus Hubertus folgt man dem Fahrweg gegen Nordwesten in den Wald, geht am Viehgatter vorbei und nach Norden zur Lochlehngrube. Über der Grube verläuft die Route durch lichten Wald gegen Südwesten weiter, bis man bei der Quelle rechts abbiegt. Dann geht es eine längere Etappe ins Bergltal hinab. Dort nimmt die Steigung wieder beachtlich zu. Besonders bei nassem Wetter sind die glatten Felsen arg schmierig. Mühsam geht es anschließend auf der linken Seite des Bergltals hinauf, durch ein paar Runsen und auf der Höhe von 1950 Metern schwenkt der enge Pfad zur rechten Talseite hinüber. An markierter Stelle biegt der Hüttenzuweg rechts ab und steigt direkt zum Unterkunftshaus an. Auf der bayerischen Seite, gleich unter der Hütte, findet man im Fels das Bayerländer-Denkmal.
Am Klettersteig zur Partenkirchner Dreitorspitze.
Während die einigermaßen schwierige, 2682 Meter hohe Leutascher Dreitorspitze versierten Bergsteigern vorbehalten bleibt, darf sich der engagierte Bergwanderer, der vor relativ leichten Klettersteigrouten nicht zurückschreckt, an die Partenkirchener Dreitorspitze heranwagen. Mit 2603 Metern ist sie nicht viel niedriger und die Aussicht steht der von ihrer grimmigen Nachbarin in nichts nach. Dafür wird man sich auf ihrem Gipfel vergleichsweise entspannt niederlassen können, ohne Angst vor einem stark von Steinschlag bedrohten Abstieg haben zu müssen. Natürlich verlangt die Klettersteiganlage Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wer empfindliche Hände hat, sollte auch stabile Handschuhe mitnehmen. Bei Gewittergefahr bleibt man allerdings besser herunten, denn – wie auf allen Eisenwegen – wird auch dort die ganze Gipfelflanke zu einem »Kraftwerk« mit fatalen Folgen für denjenigen, der sich bei einem Blitzeinschlag am Kabel festhält.
Fühlt sich jemand auf der Partenkirchner Dreitorspitze völlig unterfordert, kann er sich an den Übergang zur Leutascher Dreitorspitze wagen. Mit Wandern hat das allerdings nichts mehr zu tun, das wäre viel mehr eine sehr anspruchsvolle und ausgesetzte Gratüberschreitung.
Für die rund 300 Höhenmeter Anstieg von der Hütte zum Gipfel ist eine gute Stunde einzuplanen.
Der Gipfelanstieg führt von der Hütte kurz nach Süden hinab und auf der rechten Hangseite auf einem Pfad am Drahtseil entlang. Anschließend kommt man in das triste Leutascher Platt hinein. Auf Trittspuren führt die Route über stark abfallende Geröllfelder zum Klettersteig nach Süden. Grundsolide Sicherungseinrichtungen an den ausgesetzten Felsenhängen begleiten den Gipfelstürmer nun auf rund 200 Höhenmetern, bis die Wand abflacht und der Klettersteig endet. Die Sorgfalt aber darf man noch nicht vergessen, denn im losen Schotter auf glatten Felsen muss man die letzte Viertelstunde ohne Drahtseil zum Gipfel hinauf.
Der Rückweg verläuft bis ins Leutascher Platt hinab am Klettersteig. Dort kann man sich überlegen, ob man gegen Südosten am Platt absteigen und durch Söllerpass und Söllerrinne zum Puitegg absteigen will. Der restliche Rückweg dreht über Puitbach nach links ab und führt relativ flach durch den Wald gegen Nordosten zum Ausgangspunkt zurück.

Dauer: Auf: 4 1/2 Std. Ab: 3 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthaus Hubertus in Leutasch-Reindlau (1078 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIm Dreitorspitzgatterl, einem engen Felsenjoch zwischen Musterstein und Signalkopf, steht direkt an der Grenze zwischen Tirol und Bayern die Meilerhütte. Im Joch fängt sich der Wind wie in einem Trichter und deshalb hat man schon früh erkannt, dass dieser Ort ideal für die Stromerzeugung mit Windenergie geeignet ist. So sind in den wilden Felsenhängen neben der Meilerhütte schon vor vielen Jahren Windrotoren montiert worden. Allerdings hat sie der Sturm der Reihe nach zerstört, bis sich schließlich – bis heute – solidere Modelle in den heftigen Böen bewähren konnten. Auch die Hütte ist robust aus grobem Stein gebaut. Ein Holzbau würde den so starken Belastungen nicht standhalten können.
Die raue Berggegend rund um die Hütte bietet einige schwierige Kletterrouten und ebenso anspruchsvolle Bergtouren. Die beiden Dreitorspitzen gehören dazu.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge)
VerkehrsanbindungVon Mittenwald durch das Leutascher Tal zum Ausgangspunkt (auch Busverbindung)
Tipps
Am Schachen. Wer auf der Hütte bleibt und Zeit für einen schönen Ausflug hat, der sollte nach Norden auf die bayerische Seite absteigen und sich den Besuch des Königshauses am Schachen und des botanischen Alpengartens gönnen. Beides sind Ziele, die man gesehen haben muss.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2375 m, Erbaut: 1911, DAV Sektion Garmisch-Partenkirchen, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Anfang Oktober, 11 Betten, 70 Lager, Winterraum mit AV-Schlüssel, Telefon: +49(0)171/5227897, www.meilerhuette.de/meilerhuette_1.html.
Tourismusbüro
Leutasch, Tel.: +43(0)5214/6207; www.tirol.at/leutasch

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