Maiser Waalweg

Auf uraltem Wasserweg entlang der Passer.
Einfache Wanderung, die fast durchwegs eben verläuft und sich besonders für Senioren oder Familien mit Kleinkindern eignet; durchgehende Beschilderung (Autor: Peter Mertz)
8 km
280 m
3.00 h
Eine gemütliche Promenade.
Wir beginnen die gemütliche Wanderung, auf der auch im Sommer die Kastanien relative Kühle spenden, in Saltaus und wandern zunächst zum Fluss hinab. Jenseits der Brücke treffen wir auf die Abzweigung zum Kehrhof und folgen der Straße geradeaus zum Torgglerhof. Heute gehört ein kleiner Campingplatz zum Drei-Sterne-Hotel, das inmitten von Obstkulturen am Talboden des Passeiertales liegt. Gleich dahinter zweigt die Route des Waalwegs nach rechts von der Straße ab. Wir erkennen sofort, dass es sich um einen bequemen Promenadeweg handelt – viel begangen und dementsprechend instand gehalten. Ein breiter Spazierweg führt das sanfte Gerinne entlang, zuerst oberhalb von Obstbaumhainen, dann durch Wald. Später passieren wir den Schuttfächer des Masulbaches, den wir auf einer Brücke queren. Nun folgt ein bunter Wechsel aus Obstkulturen, Wiesen, Wald und vereinzelten Höfen. Sämtliche Abzweigungen nach links können wir unbeachtet lassen.
Zwischen Schenna und Obermais.
Nach gut einer Stunde liegt das Haus eines Waalers am Wegesrand, gleich danach folgt ein Wehr samt Waalschelle und Erinnerungstafel an die Entstehung des Waales. Wir folgen ein wenig einem Damm oberhalb von Wiesen, um danach wieder in bewaldetes Gelände einzutreten. Nun liegt bereits Schenna oberhalb des Weges, das wir jedoch nicht sehen können. Nach der Querung einer asphaltierten Straße durchwandern wir einen Abschnitt, in dem der Weg ein paarmal schluchtartige Seitengräben durchschneidet und teilweise aus Stegen und Brücken besteht. Beim Sonnwendhof südlich von Schenna befinden wir uns jedoch längst wieder in Obstbaumhainen und genießen Blicke hinüber zum Dorf Tirol. Der letzte Abschnitt der Route bis Obermais verläuft entlang eines Wiesenpfades durch Obstkulturen. Schließlich endet der Waal knapp vor dem Schloss Planta in Obermais, das wenige hundert Meter entfernt von der Bushaltestellte an der Schennastraße liegt. Von dieser fahren die Busse entweder zum Meraner Bahnhof oder zur Talstation der Seilbahn »Meran 2000«.

Dauer: Saltaus – Gasthaus Torggler 15 Min. – Haus Waaler 1 Std. – Schenna 1 Std. – Obermais/ Schloss Planta 35 Min. – Bushaltestelle 10 Min.; Gesamtgehzeit 3 Std.;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied280 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSaltaus im Passeiertal (499 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterZwischen Schenna und Saltaus ziehen gleich zwei Waale durch die fruchtbaren Hänge des äußeren Passeiertals. Man nutzte die sonnige Lage des Talkessels für Obst- und Weinkulturen, daher mussten sich die Bauern um das nötige Wasser kümmern, um ihre Plantagen in den heißen Sommer- und Frühherbstmonaten nicht austrocknen zu lassen. Der Maiser Waal führt das Wasser der Passer parallel zum Fluss nach Schenna und weist ein wesentlich geringeres Gefälle auf als der Wildfluss. Ihn entlang hat sich ein Weg entwickelt, der mit Reizen nicht geizt und sowohl liebliche Kastanienwälder als auch Obstbaumkulturen durchquert. Darüber hinaus gehört der Waal mit einer Länge von neun Kilometern zu den bedeutendsten in Südtirol. Die Route stellt also eine ausgedehnte Streckenwanderung dar, kann aber von Gehtüchtigen mit dem Verdinser Waalweg zu einer ausgedehnten Ganztagestour kombiniert werden.
In manchen Publikationen trägt der Maiser Waal, der bei der Passerbrücke in Saltaus beginnt, auch den Namen »Neuwaal« oder »Oberwaal«. Nur wenige Stellen des noch sehr ursprünglichen Bewässerungskanals wurden in neuerer Zeit verrohrt, zumeist bei Straßenquerungen, sodass wir auf unserer Wanderung von einem sehr ursprünglichen Gerinne begleitet werden. Teilweise ist es mit Steinen ausgekleidet, um der Erosion einen Riegel vorzuschieben. Denn der Waal hat bereits etliche Jahrhunderte auf dem Buckel und wurde sogar einmal als ältester Bewässerungskanal der Welt bezeichnet. Seine Anfänge dürften bis ins Jahr 1227 zurückreichen, als Graf Ulrich von Ulten sein Wasserrecht aus dem Rametzbach dem Kloster Steingaden in Schenna schenkte. Danach taucht der Begriff Maiser Tragwaal auf. Der große Waal mit seinem heutigen Verlauf stammt von 1472/73, daher der Name »Neuwaal«. Einst gab es auch einen zweiten, weitaus kürzeren Waal, der noch näher an der Passer entlangführte und Unterwaal genannt wurde. So erklärt sich der zweite Beiname für den Maiser Waal.
Hinweise
Wegen des geringen Höhenunterschieds lohnt sich die Begehung des Waalwegs in beiden Richtungen, also auch flussaufwärts.
KartentippKompass Wanderkarte1:25000, Blatt 053 (Meran); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 53 (Meran-Burggrafenamt); Freytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 1 (Bozen–Meran)
VerkehrsanbindungVon Meran etwa 8 km auf der Jaufenpassstraße ins Passeiertal bis Saltaus Verbindungen mit dem Linienbus mehrmals täglich von Meran nach Saltaus bzw. von Schenna nach Meran
GastronomieTorgglerhof; Gasthöfe in Schenna, Saltaus und Obermais
Tourismusbüro
Tourismusbüro Schenna, Erzherzog-Johann-Platz 1/D, I–39017 Schenna, Tel.: 0473/945669; www.schenna.com, info@schenna.com

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