Männliflue

Vor allem konditionell anspruchsvolle Bergwanderung auf einen überragenden Aussichtsgipfel. Trittsicherheit braucht’s vor allem unter dem Otterepass und am steilen Gipfelaufbau. Da nicht überall gut markiert, ist zudem Orientierungssinn erforderlich. Bei Nässe (rutschige Wege!) und bei schlechter Sicht nicht zu empfehlen. Aber dann geht man auch nicht auf die Männliflue (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
16 km
1633 m
7.00 h
Aufstieg Von der Bushaltestelle »Beim hohen Steg« (1067 m) in Achseten dem Wegweiser folgend in Richtung Otterepass. Der Wanderweg ist zunächst eine asphaltierte Straße, die man zwischendurch abkürzen kann. Erst bei den Alphütten von Im Schwand, ein Stück weit oberhalb von P. 1463 m, ist der Asphalt zu Ende. Weiter oben wird dann aus dem Fahr- ein Wanderweg. Deutlich steiler, in vielen Kehren und in einem großen Bogen durch die steile Grasmulde, wird die Otterealp (1937 m) erreicht. Die Alphütten liegen wunderbar aussichtsreich über dem Engstligental, dies gilt vor allem für die einzelne Hütte etwas weiter oben. Oberhalb dieser Hütte ist der Weg nicht immer zu erkennen, manchmal sind nur Markierungen und Wegspuren vorhanden. Achtung bei schlechter Sicht! In der Mulde unter dem Erbithore holt der Weg nach rechts aus, quert die Schutthalden und führt zum Schluss recht steil in den Otterepass (2278 m). Von hier kurz absteigen bis zu einer Wegverzweigung und bei dieser dann rechts halten. In einem Bogen geht’s zum Gipfelaufbau der Männliflue und ab P. 2415 m wird es so richtig steil. Hochtrittig und steil zieht der Weg nun am Südwestkamm der Männliflue in kleinen Kehren empor. Ab und zu verleiten Spuren dazu, in die scheinbar weniger steile Südflanke zu queren. Dies ist nicht empfehlenswert, handelt es sich dabei doch zumeist um Schafwege, die ins Nichts führen. Weiter oben legt sich das Gelände zurück und schon bald ist man am Gipfel der Männliflue (2652 m) mit Gipfelbuch und einer Aussicht, die man nie mehr vergisst! Die Voralpen liegen zu Füßen, dahinter breitet sich der komplette Schweizer Jura aus. Man blickt über den gesamten Niesengrat hinweg und erkennt rechts davon sogar die beiden Oberländer Seen. Die westlichen Gipfel der Berner Alpen sind nicht mehr ganz so hoch, sodass sich dahinter auch einige der Walliser Riesen zeigen. Knapp hinter dem Wildhorn ist sogar noch ein wenig Montblanc sichtbar. Abstieg Den steilen Gipfelaufbau wieder absteigen bis zur oben erwähnten Abzweigung. Dort rechts haltend auf gutem Weg in einem Bogen zur Alpe Oberberg (1929 m). Die Straße kann zumindest bis Hindere Fildrich (1361 m) meist auf Wanderwegen abgekürzt werden. Von hier aus hat man leider keine andere Wahl – der restliche Weg bis zur Grimmialp (1235 m) muss auf der Straße zurückgelegt werden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1633 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBushaltestelle Achseten »Beim hohen Steg« (1067 m).
EndpunktGrimmialp (1235 m) im Diemtigtal
TourencharakterDie Männliflue ist der höchste Gipfel über dem Diemtigtal. Sie überragt ihre Kollegenschar deutlich, nur das Winterhore kann einigermaßen mithalten. Der Berg ist ein wenig aus dem Niesengrat nach Westen gerückt. Deshalb fehlen packende Tiefblicke fast völlig. Dafür bietet sie eine Fernsicht, die ihresgleichen sucht. Die hier vorgeschlagene Tour ist eine großzügige Überschreitung mit ordentlichen Höhenunterschieden, die einiges an Kondition und einen frühen Aufbruch erfordert, vor allem dann, wenn man den letzten Bus auf der Grimmialp erreichen möchte. Kürzer ist die Tour, wenn man in Fildrich (Pkw-Zufahrt) startet; allerdings wird dann nichts aus einer Überschreitung. Machbar ist die Tour ab Juli. Es kann dann jedoch sein, dass auf der Ostseite unter dem Otterepass noch viel Schnee liegt. Kommt noch hinzu, dass der Anstieg im Hochsommer schon sehr früh am Morgen der Sonne ausgesetzt ist. Meine Empfehlung lautet daher, die Männliflue erst im Spätsommer, also ab Ende August oder im September zu machen. Zumindest, wenn man sie wie hier vorgeschlagen von Ost nach West überschreitet. Natürlich kann man die Überschreitung auch umgekehrt machen und morgens auf der Westseite im Schatten ansteigen, muss dann aber zunächst über die Fahrstraße ansteigen. Geschmackssache, das Ganze. Was allerdings für eine Besteigung im Spätsommer spricht, ist die phänomenale Rundsicht vom Gipfel. Bei meinem ersten Besuch, war ich froh, wenigstens Balmhorn und Jungfrau zu sehen. Das war im Hochsommer. Das zweite Mal kam ich im September und habe gesehen, was ich beim ersten Mal alles nicht gesehen habe! Definitiv einer der schönsten Aussichtsberge in den Berner Voralpen!
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1247 Adelboden; 1:50 000, 5025 T Saanenland Simmental.
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung, Gipfelanstieg sparsam markiert, aber nicht zu verfehlen.
VerkehrsanbindungStraßeundBusverbindung vonAdelbodenundFrutigen; StraßeundBusverbindung von der GrimmialpnachOey-Diemtigen.
GastronomieUnterwegs keine Möglichkeit. Grimmialp - Hotel Spillgerten, Tel. +41/33/684 12 84, www.hotel-spillgerten.ch
Unterkunft
Unterwegs keine Möglichkeit. Grimmialp - Hotel Spillgerten, Tel. +41/33/684 12 84, www.hotel-spillgerten.ch
Tourismusbüro
Adelboden Tourismus, CH-3715 Adelboden, Tel. +41/33/673 80 80, www.adelboden.ch; Diemtigtal Tourismus, CH-3753 Oey, Tel. +41/33/681 26 06, www.diemtigtal-tourismus.ch