Mällig, 2700 m, und Gebidum, 2764 m

Höhenwanderung mit großartiger Aussicht in die Saaser Gipfel- und Gletscherwelt. Im oberen Bereich teils über Felspartien führend, jedoch unschwierig. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
16 km
1150 m
5.00 h
Aufstieg zum Hannig -  Der Mällig-Höhenweg bietet die einzigartige Möglichkeit, Steinwild auf freier Wildbahn in völliger Abgeschiedenheit zu beobachten. Wer für dieses Erlebnis viel Zeit zum Filmen oder Fotografieren haben möchte, kann 2 Stunden Gehzeit durch Benutzung der Seilbahn zur Hannigalp einsparen. Für die Wanderung ab Saas Fee folgen wir bei der Dorfkirche dem Wegweiser Hannigalp und wandern durch den Stafelwald nach Hohenegge. Bald breitet sich der liebliche Melchboden vor uns aus. Eine Viertelstunde später liegt das Cafe Alpenblick an der Route. Auf angenehmem Weg wandern wir bergwärts und gelangen, ständig die Firngipfel über Saas Fee im Blickfeld, leicht zur Hannighöhe (2350 m). Steinwildpfad zum Mällig nach Gebidum: Gleich hinter der Bergstation geht es in sanfter Steigung höher hinauf. Tief zieht sich die gut angelegte Route ins Mälliggebiet hinein und erklimmt die felsige Kuppe des 2700 m hohen Mällig-Gipfels. Jetzt haben wir, wie ein Saaser Werbeprospekt sagt, ein Alpenpanorama von 360 Grad. Im Norden liegen die Berner Alpen, im Osten die Weissmiesgruppe, im Süden die Berge über dem Monto Moro-Pass und anschließend von Süden nach Westen die Kette der Mischabelgipfel. Steil fallen die Wände vom Dom ins Tal ab. Vereinzelt sahen wir beim Aufstieg in einiger Entfernung einen Steinbock, aber kein ganzes Rudel, wie man uns er-zählt hatte. Über gut gestufte Platten gehen wir zu einem schmalen, ebenen Pfad hinab und stehen nach kurzer leichter Kletterei auf dem Gebidum (2764 m; höchster Punkt der Tour). Dann sehen wir sie plötzlich 50 Meter unter uns auf begrünter Terrasse stehen…drei, vier, nein fünf Steinböcke. Wir steigen vom Gebidum zu ihnen hinab, verhalten uns dabei ganz normal, damit sich das Steinwild nicht gestört fühlt. Etwa 10 Meter vor ihnen lassen wir uns nieder. Sie blicken gleichgültig, fast teilnahmslos herüber. Als wir ver-suchen, noch einige Schritte näher heranzukommen, erheben sich die Tiere gemächlich, gehen ein Stückchen weiter und legen sich see-lenruhig wieder nieder. Regungslos bleiben wir still zwischen Felsblöcken sitzen … Vom Gebidum zum Balfrinweg: Lange denken wir beim Weitergehen an dieses Erlebnis, entdecken hier und da noch einzelne Tiere, jedoch nicht so nahe wie beim Gebidum. Am Wege liegt dann der markierte Aussichtspunkt Saastal-Blick (2604 m). Hier ist das Erdreich übersät von Schusternägeln. Der folgende Steig bietet gute Tritte über Fels-platten und weiches Moos, führt in ein kleines Tälchen hinein, wendet sich nach Osten und mündet schließlich in den Balfrinweg. Abstieg nach Saas Fee: Nun dem Wegweiser nach Süden Richtung Saas Fee folgen. Oberhalb der Bideralp wandern wir durch den Bider-wald, ein richtiger Urwald, zerzauste Lärchen mit langen Bärten, uralte Arven mit dunkelblauen Zapfen, saftige große Blaubeeren zum Sattessen und Hänge voller Alpenrosen. Bald darauf schlängelt sich der Weg durch ein Felslabyrinth, abgestorbene Baumstämme liegen dazwischen, und armdicke Baumwurzeln durchziehen den Boden. Vom Weiler Sengg geht es sich leicht zur Bärenfalle. Zum Schluss auf einem Panoramaweg am Hang über Saas Grund, den Blick nun wieder ganz auf Allalinhorn, Alphubel und Feegletscher gerichtet, hinab nach Saas Fee. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSaas Fee (1792 m) im Saastal.
TourencharakterDas tief eingeschnittene Tal der Saaser Vispa wird im Osten überragt von der Weissmies-Lagginhorn-Fletschhorn-Kette – im Westen schwingen sich die Gipfel der Mischabelgruppe auf Höhen bis über 4000 Meter empor. Zwischen Rhonetal (Brig und Visp) und den Ortschaften des Saastales (bis Saas Fee) besteht ständiger Postbusverkehr. Von Stalden bis Saas Fee sind auf gut ausgebauter Straße bei einer Länge von 20 Kilometern 1000 Höhenmeter zu überwinden. Talein gelangen wir zunächst nach Eisten, dem Geburtsort des Führerkönigs Alexander Burgener (geb. 1846), der hier 1910 auch seine letzte Ruhestätte fand. Weiter nach Saas Balen, auf grüner Talsohle unter den Hängen des Balfrin gelegen. Sehenswert die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (erbaut 1808–1812), eine eigenwillige Schöpfung des Baumeisters Johann Josef Andenmatten. Später geht die Fahrt unter Steinschlag- und Lawinenschutzmauern hindurch. Über Bidermatten und Tamatten wird Saas Grund erreicht. Lohnend ein Besuch des alten Ortsteiles Unter dem Berg. Von der Sonne gegerbte Holzhäuser säumen enge Gassen. Die zum Teil mehrstöckigen Wohnhäuser sind mit üppigem Blumenschmuck versehen. An den Wänden der Viehställe hängen Gehörne – sie sollen Krankheiten vom Vieh fernhalten. Bis Saas Fee, der Gletscherstube des Wallis (autofrei, Parkplatz am Ortsanfang), sind es dann nur noch vier Kilometer. Einerlei, wohin der Wanderer seine Schritte von Saas Fee aus lenkt - Immer umgibt ihn eine faszinierende hochalpine Szenerie. Dauer: gesamt 53/4 Std. (bei Seilbahnbenutzung wie oben 13/4 Std. weniger); Saas Fee – Hannig 13/4 Std.; Hannig – Mällig – Gebidum 11/2 Std.; Gebidum – P. 2142 Stafelälpji/Balfrinweg 11/4 Std.; P. 2142 – P. 1798 Sengg 3/4 Std.; Sengg – Saas Fee 1/2 Std. Höhenunterschied: ? 1150 m (bei Seilbahnbenutzung Saas Fee – Hannig 550 m weniger), ? 1150 m; Saas Fee – Hannig ? 550 m; Hannig – Mällig – Gebidum ? 450 m; Gebidum – P. 2142 Stafelälpji/ Balfrinweg ? 650 m; P. 2142 – P. 1798 Sengg ? 350 m; Sengg – Saas Fee ? 150 m und ? 150 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 284 T (Mischabel; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas Fee. Auto: von Visp/ Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden, hier links ab ins Saastal und über Saas Grund nach Saas Fee. Parkplatz am Ortseingang.
GastronomieCafe Alpenblick (oberhalb von Saas Fee).
Höchster Punkt
Gebidum, 2764 m
Unterkunft
Hotel Hohenegge, Waldhotel Fletschhorn im Sengg, Bergrestaurant Hannig
Tourismusbüro
Saas Fee und Saas Grund, siehe Tour 15.

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