Lötschenpass – Hockenhorn, 3293 m

Anspruchsvolle Gipfeltour, die man nur bei besten äußeren Bedingungen durchführen sollte. Bergerfahrung und eine gute Kondition sind unerlässlich; Gletscherquerung harmlos. Sehr lohnend auch schon die Passwanderung, die man auch bis Ferden (1375 m) fortsetzen kann. Gesamtgehzeit dann etwa 6 Std.; zurück nach Kandersteg via Goppenstein per Bus und Bahn (BLS). (Autor: Eugen E. Hüsler)
Vom Gasthaus Steinbock in Selden (1537 m) sind es nur ein paar Schritte hinab zur Kander, die auf leicht schwankender Hängebrücke überquert wird. Jenseits steigt der Weg rechts des Leitibachs, der stiebend über mehrere Kaskaden herabstürzt, im Zickzack bergan zum Berghaus Gfelalp (1847 m; 1 Std.). Nächste Station am Anstieg ist der flache Boden von Schönbüel (1993 m). Hier rechts haltend in Kehren hinauf gegen die Zunge des Lötschengletschers. Diagonal über das in diesem Bereich spaltenfreie Eis (Stangenmarkierungen). Auf der Randmoräne weiter ansteigend erreicht man die letzte Steilstufe (Drahtseile) vor der weiten Senke des Lötschenpasses (2690 m; 3:30 Std.) mit seinen grauen, vom Eis rund geschliffenen Felsbuckeln. An einem Felsblock hinter der Passhütte ist »Hockenhorn, 2 Std.« zu lesen. Steinmännchen leiten über den breiten, teilweise mit Geröll bedeckten Rücken mäßig steil bergan. Mit etwas Glück kann man hier Steinböcke beobachten. Eine erste Felskuppe wird links umgangen, später auch der markante Zacken des Kleinhockenhorns (3163 m). Über Blockwerk und Firn führt die Spur gegen den gestuften Westgrat des Hockenhorns (3293 m) und über ihn zum höchsten Punkt (5:30 Std.). Abstieg auf dem Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1760 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSelden (1537 m) im Gasterntal.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Hockenhorn (3293 m) gehört zu jenen Dreitausendern, die in einschlägigen Tourenführern stets mit dem Vermerk »leicht« versehen sind. Doch was heißt schon leicht, wenn etwa Nebelschwaden über den Lötschenpass ziehen oder es oben am langen Grat des Hockenhorns zu graupeln beginnt, wenn die vom Gletschereis rund geschliffenen Felsen glatt und rutschig werden?
Doch auch bei gutem Wetter ist die Besteigung des Hockenhorns kein Spaziergang: über 1700 Höhenmeter, (spaltenfreies) Eis am Lötschengletscher, Geröll und Blockwerk zum Gipfel hin. Da muss die Kondition schon stimmen, und einen sicheren Tritt braucht's ebenfalls. Grandios oben dann das Panorama, übers Rhonetal bis zu den Walliser Viertausendern und zum Mont Blanc reichend. Doch das verwundert wenig, schließlich »hockt« das Horn an strategisch günstiger Position direkt an der Wasserscheide zwischen Nord- und Südalpen.
Etwas irreführend ist die Bezeichnung »Römerweg« für die Trasse unterhalb des Lötschengletschers, weil nie eine römische Via über den Lötschenpass existierte. Begangen wurde der Pass aber schon viel früher, wie der sensationelle Fund von drei Pfeilspitzen aus der Zeit um 3500 v.Chr. belegt – »Ötzi« lässt grüßen! Beim so genannten »Römerweg« handelt es sich um die Ende des 17. Jahrhunderts von den Bernern erbaute »Grafenriedsche Straße«. Sie umging die Gletscherzunge links (im Gegensatz zum »Alten Weg«, der rechts ansteigt und dann übers Eis führt), wurde 1992 vom Schweizer Zivilschutz rekonstruiert und gesichert. Ein Bergsturz hat den historischen Weg 2003 zerstört; ein Wiederaufbau ist nicht geplant.
Wer ins Wallis will, muss allerdings längst nicht mehr über den Berg. Die Fernzüge sausen seit Dezember 2007 durch den neuen, 34,6 Kilometer langen Basistunnel tief im Fels des Löschbergs.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 264T »Jungfrau« mit Wanderwegeaufdruck; Landeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 1268 »Lötschenpass«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger; zum Hockenhorn Steinmännchen.
VerkehrsanbindungKandersteg ist Station der internationalen Bahnlinie Bern – Lötschberg – Simplon (BLS). Ins Gasterntal führt ein schmales Sträßchen, bis Selden 7 km. Verkehr zeitlich geregelt: Bergfahrt jeweils ab halb für 20 Minuten, Talfahrt während der ersten 20 Minuten jeder Stunde. Mautpflichtig; es verkehren Kleinbusse ab Kandersteg.
GastronomieGfelalp (1847 m), geöffnet Juni bis September. Lötschenpasshütte (2690 m), bewirtschaftet Anfang Juni bis Ende Oktober; Tel. 027/939 19 81.
Informationen
Kleine Variante: Selden – Lötschenpass und zurück, 6 Std.
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg; Tel. +41(0)33/675 80 80, Fax 675 80 81, E-Mail info@kandersteg.ch, www.kandersteg.ch

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