Lötschenlücke, 3173 m, und Konkordiaplatz, 2750 m

a) bis zur Anenhütte unschwierig und für jeden trittsicheren Geher äußerst lohnend; b) bei der vor-geschlagenen Fortsetzung handelt es sich um eine kombinierte Bergwander-/Hoch-gebirgstour (2 Tage); Berg- und Gletscher-erfahrung Voraussetzung, sonst mit Berg-führer. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
Wanderung über die Fafleralp zum Anensee -  Von Blatten über Eisten nach Kühmatt, einem Maiensässweiler mit der eindrucksvollen Wallfahrtskapelle Mariä Heimsuchung (17. Jh.; Hochaltar 18. Jh.), die von den Lötschentalern viel besucht wird. Der Weiterweg zieht sich über Weideböden zur Fafleralp hin. Die zahlreichen Holzhütten und -häuser werden im Sommer als Chalets an Feriengäste vermietet. Der markierte Bergpfad führt an den Alphütten von Guggistafel vorbei zum Guggisee. Immer rauer wird das von Wildbächen und Gletschern ge-prägte Landschaftsbild, dabei tut sich den Wandernden sehr unmittel-bar die eigenwillige Schönheit dieser Hochgebirgsregion auf. In 2108 Meter Höhe leitet eine Brücke über den vom Jägigletscher gespeisten Anenbach hinweg und die Route steigt etwas kräftiger an. In der Nähe von Punkt 2366 liegt der kleine Anensee (= Anusee), der bis in den Sommer hinein schneebedeckt sein kann. Wer sich für Variante A ent-scheidet, genießt von der Anenhütte die Aussicht auf das gesamte Lötschental und die eindrückliche Gletscherwelt, bevor er wieder ins Tal absteigt. Aufstieg zur Lötschenlücke und Hollandiahütte: Wir setzen die ge-plante Bergtour auf der Variante B fort. Bei Punkt 2323 endet der Berg-pfad: Wir betreten den Langgletscher, queren ihn zur Mitte hin und steigen unter den steilen Felswänden des Schinhorns, die sich auf den Gletscher absenken, zur weithin sichtbaren Lötschenlücke (3173 m) auf. Einem Adlerhorst gleich klebt die Hollandiahütte, die wir wenig später erreichen, an den Felsen (3238 m). Unbeschreiblich ist das Panorama von dieser hochgelegenen SAC-Hütte – am Abend sitzen wir, in unsere Daunenjacken gehüllt, bis zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Über Grossen Aletschfirn und Grossen Aletschgletscher zum Märjelensee: Weiter am nächsten Morgen über den Grossen Aletschfirn hinunter zum Konkordiaplatz. Je nach Verhältnissen muss der Gletschersumpf nördlich oder südlich umgangen werden (ca. 2750 m; evtl. von hier über eine große Eisentreppenanlage zu den Konkordiahütten hoch). Vom Konkordiaplatz über den aperen, be-sonders am Rande von einem Spaltensystem durchzogenen Grossen Aletschgletscher abwärts. Wie eine breite Fahrstraße fließt er nach Süden hinab. Der normalerweise unschwierige Abstieg verläuft zwischen der orografisch linken Seitenmoräne und der Mittelmoräne. In etwa 2340 Metern Höhe wird zwischen Strahlhorn und Eggishorn ins Märjelentälchen hinübergewechselt (entweder direkt über das Eis oder in den Felsen des Strahlhorn-Südwesthanges). Über die Märjelenalp zum Kühboden: Es ist noch gar nicht lange her, da schwammen mächtige Eisblöcke im Wasser des unteren Sees, der heute zumeist völlig ausgetrocknet daliegt. Jedoch bleibt die zauberhafte Landschaft nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel auf tro-ckenen, unschwierigen Wegen (siehe Tour 35). Kurz darauf sind wir am oberen See, dem aufgestauten Vordersee. Seit Frühjahr 1987 werden im Vordersee 500000 Kubikmeter Wasser gestaut für die Trinkwasserversorgung mehrerer Gemeinden des Aletschgebietes. Über die weite Märjelenalp geht es in sanftem Auf und Ab um den Täl-ligrat herum. Die Wanderung entlang des Hanges ist genussvoll – dabei zeigt sich die Walliser Gipfelparade über dem Rhonetal zunehmend eindrucksvoller. Vom Kühboden (Mittelstation der Fiesch-Eggishornbahn) mit der Seilbahn hinab nach Fiesch (Goms/Rhonetal). Rückfahrt: von Fiesch (Station der Matterhorn Gotthard Bahn) per Bahn und/oder Postbus zurück nach Gampel/Steg. Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied815 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBlatten (1540 m) oder Fafleralp (1788 m) am Ende der Fahrstraße im Lötschental (Parkplatz; im Sommer mit eigenem Pkw und Postbus zu erreichen).
TourencharakterBei Gampel (Rhonetal) zweigt nach Norden das Lötschental ab. Von 17 Walliser und Berner Dreitausendern überragt, zählt es zu den ur-sprünglichsten Bergtälern des Wallis. Lange war die Lonzaschlucht wegen ihrer engen Durchfahrt bei Pkw- und Caravanfahrern gefürchtet; doch seit Bestehen des 2,4 Kilometer langen Mittal-Tunnels (1987) gehören heikle Rangiermanöver der Vergangenheit an. Hinter Goppenstein weitet sich das Tal und man gelangt bei Ferden ins ei-gentliche Lötschental, das nach Nordosten in Längsrichtung bis zur Lötschenlücke verläuft. Hauptort des Tales ist Kippel – weiter talein folgen Wiler, Ried und Blatten. Das einst schwer zugängliche Tal hat sich ein reiches Brauchtum erhalten. Noch heute ist der Dorfplatz Mittelpunkt farbenprächtiger Prozessionen wie Ostermontagsspende in Ferden, Allerseelenspende in Kippel, Dreikönigsspiel in Wiler oder Roitschäggättä, das berühmte Fastnachtstreiben der Masken (mit Pelzen umhüllte, furchterregende Gestalten tragen fratzenhafte Masken). Aussichtsreiche Bergpfade bringen den Wanderer auf beiden Talseiten über ausgedehnte Almgebiete und durch prächtige Lärchenwälder in luftige Höhen. Reizvoll zeigt sich der Gegensatz zwischen den blumenreichen Vegetationsstufen und der herben Ge-birgswelt. Lohnend ist der Lötschentaler Höhenweg, der unter den Südflanken von Petersgrat, Birghorn, Sackhorn und Hockenhorn von der Fafleralp nach Ferden führt (7–8 Std.). Unser Tourenvorschlag Variante B wird Sie über die Lötschenlücke in eine der großartigsten Hochgebirgsregionen geleiten, die zwar noch zum Kanton Wallis gehört, jedoch bereits in die Bergwelt der Berner Alpen übergreift. Es ist das vergletscherte Gebiet über dem Konkordia-platz, dem Sammelbecken gewaltiger Gletscherströme (zugleich Ende der Nährzone und Anfang der Zehrzone) - Jungfraufirn – Ewigschnee-feld – Grüneggfirn – Grosser Aletschfirn. Die Route durchzieht das Herzstück der 2001 in die UNESCO Weltnaturerbeliste aufgenommenen Region »Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn« (siehe hierzu auch Vorspann Tour 35). Gletscherunkundige müssen auf diese Route verzichten und sich statt dessen für die Variante A entscheiden. Beim leichten Wandern werden sie das einzigartige Panorama genießen, an kühlen Gebirgsseen rasten, vielleicht sogar auf der gemütlichen Anenhütte nächtigen und innerlich beglückt ins Tal zurückkehren. Schwierigkeit: Gletscher Dauer: gesamt a) 61/2 Std. (ab Fafleralp 21/2 Std. weniger), b) 143/4 Std.(ab Fafleralp 11/2 Std. weniger); Blatten – Fafleralp 11/2 Std.; a) Fafleralp – Anenhütte 21/2 Std.; Anenhütte – Blatten 21/2 Std.; b) Fafleralp – Betreten des Langgletschers (P. 2323) 23/4 Std.; P. 2323 – Hollandiahütte 31/2 Std.; Hollandiahütte – Konkordiaplatz (ca. Höhe 2750) 21/2 Std.; Konkordiaplatz – Märjelenseen 21/2 Std.; Märjelensee – Kühboden 2 Std. Höhenunterschied: a) ? 815 m (ab Fafleralp 250 m weniger), ? 815 m (bis Fafleralp 250 m weniger); b) ? 1700 m (ab Fafleralp 250 m weniger), ? 1000 m; Blatten – Fafleralp ? 250 m; a) Fafleralp – Anenhütte ? 565 m; Anenhütte – Blatten ? 815 m; b) Fafleralp – Betreten des Langgletschers (P. 2323) ? 540 m; P. 2323 – Hollandiahütte ? 910 m; Hollandiahütte – Konkordiaplatz (ca. Höhe 2750 m) ? 480 m; Konkordiaplatz – Märjelensee ? 420 m; Märjelensee – Kühboden ? 100 m Abstieg.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 264 T (Jungfrau; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - mit der Bahn nach Goppenstein (Station der BLS-Bahn), weiter mit dem PTT-Bus zu den Ausgangspunkten. Auto: von Norden (Kandersteg) per Bahnverladung nach Goppenstein oder aus dem Rhonetal (Gampel/Steg) auf kehrenreicher Straße dorthin; weiter ins Lötschental nach Blatten oder zur Fafleralp.
GastronomieAnenhütte (2355 m; über dem rechten Rand des Langgletschers), 51 Schlafplätze, bewartet - Juni bis Oktober, Tel. 027/9391764. Hollandiahütte (3238 m), Sektion Bern, 100 Schlafplätze, bewartet: Mitte Juli bis Mitte August, Tel. 027/9391135 (Hütte), 027/9732126 (Tal). Konkordiahütten (2850 m), Sektion Grindelwald, 165 Schlafplätze, bewartet: Juli bis September, Tel. 033/8551394 (Hütte), 033/8533072 (Tal). Schutzhütte Gletscherstube am (gestauten) Vordersee/Märjelenalp, Hüttenwart: Juni bis Oktober, Tel. 027/9714783; Kühboden (2212 m): Hotel-Restaurant Jungfrau, Hotel Alpina, Hotel Eggishorn.
Höchster Punkt
Lötschenlücke, 3173 m
Unterkunft
Anenhütte (2355 m; über dem rechten Rand des Langgletschers), 51 Schlafplätze, bewartet - Juni bis Oktober, Tel. 027/9391764. Hollandiahütte (3238 m), Sektion Bern, 100 Schlafplätze, bewartet: Mitte Juli bis Mitte August, Tel. 027/9391135 (Hütte), 027/9732126 (Tal). Konkordiahütten (2850 m), Sektion Grindelwald, 165 Schlafplätze, bewartet: Juli bis September, Tel. 033/8551394 (Hütte), 033/8533072 (Tal). Schutzhütte Gletscherstube am (gestauten) Vordersee/Märjelenalp, Hüttenwart: Juni bis Oktober, Tel. 027/9714783; Kühboden (2212 m): Hotel-Restaurant Jungfrau, Hotel Alpina, Hotel Eggishorn.
Tourismusbüro
Im Lötschental - Ferden, Kippel, Wiler, Ried und Blatten. Postbusver-bindung bis zur Fafleralp. Lötschental Tourismus: CH-3918 Wiler, Tel. 027/9388888. Internet: www.loetschental.ch. Im Aletschgebiet: Fiesch und Mörel, Aletsch Tourismus: CH-3983 Breiten, Tel. 027/9286000, Internet: www.aletsch.ch. Mörel (759 m). Seilbahnen: Riederalp und Tunetsch. Verkehrsbüro: CH-3983 Mörel, Tel. 027/9286020, Fiesch (1050 m). Seilbahn nach Kühboden-Eggishorn; Bergsteigerschule. Fiesch-Fieschertal Tourismus: CH-3984 Fiesch, Tel. 027/9706070, Internet: www.fiesch.ch. Betten-Tal (917m). Talstation der Luftseilbahnen nach Betten und Bettmeralp. Bettmeralp Tourismus: CH-3992 Bettmeralp, Tel. 027/9286060; Internet: www. bettmeralp.ch. Bettmeralp-Bahnen, Internet: www.bettmeralpbahnen.ch. Riederalp Tourismus: CH-3987 Riederalp, Tel. 027/9286050; Internet: www.riederalp.ch.; Verkehrsverein Sonnige Halden am Lötschberg. CH-3939 Eggerberg, Tel. 027/9466314, Internet: www.sonnige-halden.ch. Brig Tourismus (681 m). Sehenswert der Stockalperpalast. Verkehrsverein Brig am Simplon: Postfach 688, CH-3900 Brig, Tel. 027/9216030, Internet: www.brig-tourismus.ch. Brigerbad (655 m). Thermalbad, Campingplatz. Verkehrsverein Brigerbad: Postfach 139, CH-3900 Brig, Tel. 027/ 9464688. Visp (647 m). Campingplatz; sehenswert das gräfliche Viertel; »rund um Visp« Tourismus: CH-3930 Visp, Tel. 027/9483333, Internet: www.rund-um-visp.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Caroline Fink, Rose Marie und Gerhard Bleyer

Höhenwege im Wallis

Die 40 prächtigsten Panoramawanderungen, Hüttenwege sowie leichte 4000er im Schweizer Kanton Wallis.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema