Krinnenspitze und Litnisschrofen

Überwiegend leichte Wiesenwanderung, teilweise breiter Fahrweg; am Litnisschrofen-Gipfel knifflige Kletterstellen (die allerdings gemieden werden können). (Autor: Gerald Schwabe)
10 km
820 m
4.00 h
Die Krinnenspitze Unabhängig davon, um wie viele Höhenmeter es tatsächlich geht, erscheint es mir persönlich immer etwas mühsam, parallel zu einer Seilbahn bergan zu steigen. Deshalb gönnen wir uns auf dieser Wanderung die Muße, die ersten 400 Höhenmeter im Sitzen zurückzulegen. Wer diese überschaubare Strecke zu Fuß laufen möchte, muss eine weitere Stunde für Auf- und Abstieg hinzurechnen. Von der Bergstation wenden wir uns nach links in Richtung Gamsbocksteig. Bereits nach 300 Metern auf einem breiten Weg folgen wir rechts dem schmalen Pfad, der sich in Serpentinen steil den Hang hinaufzieht. In unserem Rücken erhebt sich die eindrucksvolle Kulisse der Tannheimer Berge. Bald haben wir einen Sattel erreicht, der uns auf der anderen Seite einen freien Blick zu den Lechtaler Alpen gewährt. Wir halten uns rechts und wandern auf dem sonnendurchfluteten Südhang weiter über offene Wiesen bergauf. Der Pfad wird steiler und ausgesetzter, an manchen Stellen geben Seile zusätzliche Sicherheit. Entlang dem Grat erreichen wir schließlich das Gipfelkreuz der Krinnenspitze (2000m). Ein großartiges Plätzchen für eine ausgiebige Rast: Die steile Nordwand der Krinnenspitze bietet uns beeindruckende Tiefblicke auf die Miniaturwelt von Nesselwängle und Haldensee, überragt von den imposanten Tannheimer Gipfeln. Der Südhang hingegen erweist sich als lieblicher, weiter Wiesenhang mit der entfernten Kulisse der Lechtaler Alpen, der auffälligen Pyramide des Hochvogels und als zentralem Blickfang unser nächstes Ziel, der Litnisschrofen. Über schöne Wiesen Nach einer ausgiebigen Pause peilen wir genau dessen Gipfel an und wandern gemütlich über die leicht abschüssige Wiese. Wenige Minuten später gabelt sich der Weg. Beide Schilder weisen den Weg zur Edenalpe; wir folgen dem linken weiter bergab über die Wiese und wenden uns nach etwa 15 Minuten an der nächsten Abzweigung nach rechts. Wir schreiten zügig auf dem langsam an Höhe verlierenden Weg voran. Die Gräner Ödenalpe (1726m) in Sichtweite wählen wir an der nächsten Gabelung den linken Weg und erreichen nach wenigen Minuten einen kleinen Sattel mit der Almhütte. Aufstieg zum Litnisschrofen Kurz vor der Hütte beginnt der Aufstieg zum Litnisschrofen. Der merklich stillere Pfad windet sich über Wiesen und durch Latschengestrüpp den Hang hinauf. Der Litnisschrofen zeigt sich etwas abweisender als die wiesenbedeckte Südseite der Krinnenspitze. Der Weg zieht sich unterhalb der steilen Südostabstürze entlang, ehe uns einige letzte Serpentinen steil hinauf zu einem kleinen Sattel führen. Der eigentliche Aufstieg zum Gipfel ist etwas knifflig und setzt unbedingt Trittsicherheit voraus. Einige Kletterpassagen erfordern Handeinsatz. Wer sich das nicht zutraut, für den sollte dieser aussichtsreiche Sattel als schönes und lohnendes Ziel reichen. Die vor uns liegenden etwa 50 Höhenmeter sind größtenteils mit Ketten gesichert. Auf halber Strecke hat man die Wahl zwischen zwei Varianten. Der linke Weg ist unangenehm bröselig und zieht durch eine Rinne mit feinem Gries; der rechte Weg in überwiegend festem, griffigem Fels ist die bessere Wahl. Die letzten Meter zum Gipfelkreuz verlaufen über einen schmalen Grat mit feinem Schotter, der noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit verlangt, ehe wir in aller Ruhe vom Litnisschrofen (2068m) das großartige Panorama genießen. Gemütlich zurück Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route bis hinab zur Gräner Ödenalpe (1726m). Dort überqueren wir den breiten Fahrweg sowie eine kleine Kuppe und folgen einem schmalen Pfad. Leicht bergab wandern wir durch eine liebliche Almlandschaft in Richtung Edenalpe, die wir bereits vor uns liegen sehen. Hinter uns erheben sich die gewaltigen Nordwestabstürze des Litnisschrofens über der weiten Almwanne. Die letzten Meter bis zur Alphütte wandern wir auf einem breiten Fahrweg, den wir aber bereits kurz hinter der Hütte wieder verlassen. Der folgende angenehme und breite Alpenrosenweg bringt uns genüsslich hinab zur Bergstation, von wo aus uns der Sessellift in wenigen Minuten hinunter zum Parkplatz befördert.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied820 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortNesselwängle
AusgangspunktSesselbahn-Talstation Krinnenalpe, 1127m/- Bergstation, 1506m (www.lifte-nesselwaengle.at)
EndpunktKrinnenspitze, 2000m; Litnisschrofen, 2068m
TourencharakterDie Krinnenspitze ist ein fantastischer Aussichtsberg genau gegenüber der imposanten Kalksteingipfel der Tannheimer Berge. Diese Rundwanderung führt überwiegend durch offene und aussichtsreiche Almlandschaften und weite Wiesen. Der Litnisschrofen bietet ebenso schöne Ausblicke, ein bisschen Kletterei und viel Ruhe, da er von vergleichsweise wenigen Wanderern besucht wird.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 10 Füssen und Umgebung 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt
VerkehrsanbindungParkplatz direkt an der Talstation; Bushaltestelle Abzweig Krinnenalplift
GastronomieKrinnenalpe, 1530m; (Gräner) Ödenalpe, 1726m; (Nesselwängler) Edenalpe, 1680m
Höchster Punkt
Bergstation, 1506m

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