Kragenjoch (1425 m)

Relativ einsame Bergtour mit schönen Ausblicken vom Gipfel und auf der Abstiegsroute. Ein paar kurze Steilstellen verlangen erhöhte Aufmerksamkeit. Der Rückweg durch die lange Kundler Klamm ist recht einfach, aber interessant. (Autor: Siegfried Garnweidner)
3 km
930 m
5.00 h
Vom Kraftwerk nach Süden, über die Holzbrücke und in die Kundler Klamm hinein. Schon bald zweigt aus der Klamm von der Fahrstraße nach links ein steiler Steig ab. Über Eisenstufen bezwingt man die Wand und steigt über Felsen steil und ein wenig ausgesetzt den Steilhang nach Norden hinauf. Schließlich wird im Wald eine Verzweigung von Wanderwegen erreicht. Dort nach rechts den Wegweisern Richtung Brach und Kragenalm folgen. Nach mäßig steilem Anstieg im Wald gabelt sich der Weg an beschilderter Stelle. Nun abermals rechts halten und weiter gegen Süden ansteigend dem Waldweg hoch über der Kundler Klamm folgen. Anschließend geht es ein Stück im dichten Wald ziemlich eben weiter. Der Weg folgt einem Bachlauf und überquert ihn, dann wird er – nach rechts abdrehend – wieder steiler. Nun ziemlich lange und einigermaßen mühsam in vielen ausholenden, steilen Kehren auf dem Kreuzweg durch den Wald hinauf. Ab einer Höhe von rund 900 m flacht der Weg spürbar ab, wird dann aber wieder steiler und verlässt beim Kreuz nach links den Wald. Über freie Wiesenhänge gegen Osten nach Brach hinauf. Beim Hof in Brach rechts halten, zum Fahrweg hinüber und auf ihm bis zur Verzweigung dahin. Dort die Straße verlassen und dem zum Bracher Joch und nach Oberau beschilderten steilen Bergpfad folgen. Er steigt im stark abfallenden Waldhang weit über dem Fahrweg nach Südwesten an, dreht immer mehr nach links, flacht etwas ab und stößt auf etwa 1140 m Höhe auf einen breiten Bergrücken. Von dort auf schmalem Pfad links, also gegen Osten, weiter. Anfangs steigt der Weg noch einigermaßen steil an, flacht aber dann deutlich ab, um sogar auf kurze Strecken etwas abzufallen. Zwischendurch wird es zwar wieder steiler, doch geht es auch wieder mal ein wenig abwärts. Man spaziert nun lange über das Bracher Joch hinüber, bis sich der Grat unvermittelt zusammenschnürt, der Weg ein paar Meter abfällt und der Berg sein felsiges Gesicht zeigt. Nach einem Schartl geht es neben den Felsabbrüchen sehr steil ein paar anstrengende Meter hinauf. Schon kann man wieder im ebenen Bereich gemütlich nach Osten über das Bracher Joch (1402 m) dahinwandern. Dann muss man rund 35 Höhenmeter zu einer Wegverzweigung hinunter. Bei ihr geradeaus bis zu einer weiteren Weggabelung. Dort links weiter und dem Wegweiser zum Kragenjoch folgen. Man geht um den Kragenjochgipfel links herum und sich rechts haltend aus dem Wald heraus. Dort die markierte Route nach rechts verlassen und weglos, aber leicht gegen Südwesten zum Bildstöckl am höchsten Punkt des Kragenjochs hinauf.
Abstieg.
Die Abstiegsroute führt erst einmal zum Wanderweg zurück und dann über eine gering abfallende, schöne Weidewiese nach Nordosten zum Kragenkreuz (1387 m). Der Rastplatz neben dem schönen Kreuz, das von der Scharfschützenkompanie Wildschönau errichtet worden ist, gewährt ausnehmend schöne Rundblicke. Für den weiteren Abstieg nun rechts schwenken, auf dem Bergweg zu einer auffallenden Blaike und zur Jausenstation Achentalalm nach Süden hinunter. Unmittelbar vor der Alm dem Wegweiser in die Steinrinne nach rechts zum Steinrinngraben folgen. Anfangs auf schmalem, steilem Bergweg durch Wald und über freie Lichtungen hinab, später auf etwas breiterer Wegrampe über auffallend rotes Gestein. Bald wird man auch dahinter kommen, warum es dort »Steinrinn« heißt. Labiles Geröll kommt mitten im Wald in oft beachtlichen Muren und Gerölllawinen herab, was nicht zu übersehen ist. Bei so einer Gerölllawine geht man an der Steinrinngrotte vorbei und auf dem markierten Weg nach links hinab. Ab den Wohnhäusern auf ca. 1040 m Höhe folgt man einem sehr steilen Fahrweg bis zur Asphaltstraße hinunter. Auf ihr sich rechts haltend fast eben nach Schönberg und dort um das Anwesen Nr. 51 links herum, um einer Fahrspur zum Bachgraben zu folgen. Unter dem Wasserfall verschmälert sich die Fahrspur zu einem Bergweg, steigt im Wald etwas an und führt – nun wieder als Fahrrampe – nach Ebersau hinab. Bei den Höfen rechts abbiegen und auf dem Sträßchen in Kehren im Wald und durch Lichtungen zur Wildschönauer Ache hinunter. Auf einer verwegenen Hängebrücke über die Ache – das Schild »Brücke nicht begehbar« sieht man erst, wenn man schon drüber ist. Dort nach rechts auf die Fahrstraße und ihr folgend neben der Wildschönauer Ache nach Nordwesten hinaus. Dem etwas skurrilen Wildschönauer Bummelzug, einem lärm- und abgasreduzierten Ausflugsgefährt, das wanderunlustige Klammbesucher befördert, weicht man aus, bevor man nach dem Wendeplatz des Bummelzugs allmählich in die spannende Klamm hineinkommt. Die Straße, die im Jahr 1911 gebaut worden ist, verengt sich, doch kann sie bequem mit Traktoren und Fahrrädern befahren werden. Auch die Wände zu beiden Seiten der Klamm rücken immer näher und sorgen zusammen mit dem wilden, tosenden Wasser der Ache für ein großartiges Naturschauspiel. Der lange Weg führt schließlich an der Klammgaststätte vorbei und erreicht bald darauf die Aufstiegsroute, auf der man den Rest der Strecke zurücklegt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied930 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKundl, Kraftwerk am Eingang in die Kundler Klamm (546 m)
EndpunktKundl, Kraftwerk am Eingang in die Kundler Klamm (546 m)
TourencharakterEigentlich wäre es schon recht eindrucksvoll, nur durch die Kundler Klamm zu spazieren. Doch lässt sich die Klammwanderung mit einer Bergtour verbinden. Das hat den Vorteil, dass man nur einmal durch die lange Klamm gehen muss und obendrein ergibt sich ein pfundiges Gipfelerlebnis, das schöne Rundblicke gewährt. Der Preis für diesen Extrakurs liegt auf der Hand, neben einem satten Höhenunterschied sind insgesamt mehr als 14 km Entfernung zu überwinden, das kann zu einem ausgewachsenen Muskelkater führen, wenn man nicht durchtrainiert ist.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1:50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal–Rofan–Wildschönau)
MarkierungenWegtafeln und Markierungspunkte
VerkehrsanbindungBahnverbindungen ab München, Kufstein bzw. Innsbruck; mit dem Auto auf der Inntalautobahn bis Wörgl West
GastronomieJausenstation Achentalalm und Klamm-Gasthof (Samstag Ruhetag)
Tipps
Abkürzung. Es sind etliche Abkürzungen möglich. Beispielsweise muss man nicht den langen, weiten Abstiegsweg absolvieren. Wesentlich kürzer wäre der Rückweg vom Kragenjoch über die Kragenalm, der allerdings nicht durch die spannende Klamm führt.
Höchster Punkt
Kragenjoch (1425 m)
Unterkunft
In Kundl
Tourismusbüro
Kundl, Tel. 0043/5338/7326; www.tirol.at/kundl
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