Kastelburg, Hochburg, Landeck und Lichteneck

Ritterwanderweg zwischen Wald und Rebland.
Bequeme Wald- und Weinbergewanderung; wenn man sie mit Zwischenstopp Emmendingen teilt, ist sie auch für Kinder geeignet. (Autor: Chris Bergmann)
31 km
500 m
8.00 h
Hinauf zur Kastelburg.
Vom S-Bahnhof Waldkirch zeigt die »rote Raute« des Kandel-Höhenwegs Richtung Kastelburg, überquert die Bahngleise und folgt dem »Fußweg zur Burg« den Berg hinauf. Eine 2 Meter hohe Holztafel mit Burgfräulein markiert den Beginn des Ritterwanderwegs zur Kastelburg. Die auf dem Kastelberg (386 m) hoch über dem Elztal gelegene Burg ist das Wahrzeichen der Stadt Waldkirch und noch als Ruine eines der bedeutendsten Beispiele einer mittelalterlichen Burganlage im Breisgau. Am besten erhalten ist der 28 Meter hohe, viereckige Bergfried, dessen Aussichtsplattform einen hervorragenden Blick auf Waldkirch und das Elztal sowie hinauf zum Kandel und in die Rheinebene hinaus bis zum Kaiserstuhl und zu den Vogesen gewährt. Gegründet wurde die Kastelburg vor 1283, etwa gleichzeitig mit Waldkirch, zum Schutz der vom Breisgau ins Kinzigtal führenden Passstraße. Bauherren waren die Herren von Schwarzenberg, die auch Vögte des 918 gegründeten adeligen Damenstifts Sankt Margarethen waren. Ab 1567 gehörte sie zu Vorderösterreich, 1677 wurde sie von Soldaten des französischen »Sonnenkönigs« Louis XIV. zerstört. – Von der Kastelburg führen die rote Kandelweg-Raute und das Zeichen »grüne Scheibe« des Vierburgenwegs in gemeinsamer Routenführung durch den Wald und trennen sich kurz vor dem Sexauer Haseneckle - Hier wechselt der Vierburgenweg in das Reichenbächle-Tal und erreicht Sexau im Brettental.
Weiter zur Hochburg und zum Eichbergturm.
Von der Dorfstraße in Sexau zweigt der Vierburgenweg auf dem Wassergässle über den Brettenbach ab, folgt dem Fuß des Hornwalds kurz auf dem Sexauer Traufweg rechts und erreicht mit der Hochburg eine der größten Burganlagen im deutschen Südwesten; wer sie eingehend besichtigt, sollte dafür mindestens eine halbe Stunde einplanen. Die Ruinen der Hochburg auf einem felsigen Nordausläufer des Hornwalds hoch über dem Brettental zwischen Sexau und Emmendingen sind die imposanten Reste der größten und landschaftlich schönsten Burganlage im Breisgau. Von den Herren von Hachberg kam die Burg an Heinrich, den jüngsten Sohn des Markgrafen Hermann IV. von Baden; er machte die Burg 1218 zum Sitz der Familie und begründete als Heinrich I. die Linie der Markgrafen von Baden-Hachberg. Markgraf Otto II. von Hachberg verkaufte die Burg am 25. Juli 1415 an Markgraf Bernhard I. von Baden, in der Folgezeit wurde sie großzügig erweitert und im 17. Jh. zur Festung mit einem Ring von sieben Bastionen ausgebaut. 1636 wurde sie im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlich-katholischen Soldaten erobert und 1688 von französischen Soldaten endgültig zerstört. Von der Hochburg führt der Vierburgenweg hinab zur Landwirtschaftlichen Schule und zunächst in aussichtsreichem Wiesenland, dann im Wald am Basaltschlot des Malecker Buck – dem Rest eines ehemaligen Vulkans – vorbei zum Eichbergturm. Der Eichbergturm auf dem Eichberg (369 m) bei Emmendingen misst 48 Meter bis zur Aussichtskanzel und ist der höchste Aussichtsturm im Schwarzwald. Die aus Eichenholz gefertigte Aussichtskanzel überragt die Kronen der umgebenden Laubwälder um rund 10 Meter und gewährt einen fantastischen Ausblick auf den Breisgau und den Kandelstock, die Rheinebene mit dem Kaiserstuhl und den Vogesen dahinter, auf das Markgräflerland mit den Schwarzwaldbergen und dem Isteiner Klotz sowie bis hin zum Schweizer Jura. Getragen wird die Aussichtskanzel von sechs 40 Meter langen Douglasienstämmen.
Burg Landeck.
Wer den Vierburgenweg in zwei Etappen begehen will, folgt am Eichbergturm der Wanderwegebeschilderung hinab nach Emmendingen, während der Vierburgenweg durch die Wälder der Emmendinger Vorberge weiterführt zur Doppelburg Landeck hoch über Teningen und dem Elztal. Die aussichtsreiche Burg Landeck zwischen den bewaldeten Emmendinger Schwarzwald-Vorbergen und dem Rebland bietet einen wunderschönen Blick auf die Weinberge des Breisgaus, zum Kaiserstuhl und zu den Vogesen sowie zum Südschwarzwald. Die obere Burg wurde um 1260 durch Walter I. von Geroldseck zum Schutz der Besitzungen des Klosters Schuttern erbaut, um 1279 folgte die untere Burg mit Kapelle. Um 1300 kam die Burg durch einen Tausch an den Freiburger Bürgermeister Ritter Johann Snewelin. Die Snewelins bauten die Burg von einer Wehrburg nach und nach zu einer Wohnburg um. Daher finden sich an der Burg viele sorgfältig gearbeitete Bauteile und Steinmetzarbeiten aus spätromanischer und frühgotischer Zeit. Bauern brannten die Burg während des Bauernkriegs 1525 nieder, seither ist sie Ruine.
Zum Abschluss die Burgruine Lichteneck.
Von Burg Landeck führt der Vierburgenweg teilweise auf Pfaden durch den Vierdörferwald, der jahrhundertelang gemeinsam von den Dörfern Malterdingen, Heimbach, Köndringen und Mundingen genutzt wurde. An der Wegespinne Beim Kreuzweg an der Passstraße von Freiamt nach Malterdingen wendet sich der Vierburgenweg links und strebt durch das aussichtsreiche Rebland der Ruine Lichteneck auf einem Muschelkalkstotzen hoch über der Rheinebene zu. Von den Weinbergen bei der Ruine Lichteneck führt der Weg mit schönen Ausblicken hinab zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Wonnental (Portal von 1727) und erreicht wenig später Kenzingen an der Badischen Weinstraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied500 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortWaldkirch (263 m) ist ein Luftkurort im Elztal im Naturpark Südschwarzwald am Fuß des Kandel, über den nach Sankt Peter, Sankt Märgen und Hinterzarten die Schwarzwald-Panoramastraße führt.
AusgangspunktS-Bahnhof Waldkirch.
EndpunktDB-Bahnhof Kenzingen. Von Kenzingen besteht direkte Bahnverbindung nach Freiburg, die Fahrt von Kenzingen nach Freiburg dauert ohne Umsteigen eine halbe Stunde; die Rückfahrt von Kenzingen nach Waldkirch dauert ebenfalls etwa eine halbe Stunde.
TourencharakterIn einer abwechslungsreichen Mischung aus Wald, aussichtsreichem Wiesenland und Rebfluren führt der Vierburgenweg zu den imposanten Ruinen von Kastelburg, Hochburg, Landeck und Lichteneck – alle vier stehen unter Denkmalschutz und bieten hervorragende Ausblicke, der Zielort Kenzingen mit seiner historischen Altstadt ist eines der schönsten Weinstädtchen am Fuß des Schwarzwalds, und auf dem Eichberg bei Emmendingen erwartet den Wanderer der Blick vom höchsten Aussichtsturm des Schwarzwalds.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 505 Freiburg im Breisgau/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 1 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungBahnhof Waldkirch an der BreisgauS-Bahn-Linie Freiburg – Waldkirch – Elzach. Wer die Wanderung in zwei Etappen begehen will, steigt von der Gebrannten Eiche zum Bahnhof Emmendingen ab.
GastronomieWaldkirch, Reichenbächle, Sexau, Kenzingen.
Tourismusbüro
Tourist-Information Waldkirch, Kirchplatz 2, 79183 Waldkirch, Tel. 07681/19433, www.zweitaelerland.de oder www.stadt-waldkirch.de. Tourist-Information Emmendingen, Bahnhofstr. 5, 79301 Emmendingen, Tel. 07641/19433, www.emmendingen.de. Tourist-Information Kenzingen, Hauptstraße 15 (Rathaus), 79341 Kenzingen, Tel. 07644/900113, www.kenzingen.de

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