Ins Vallorera

Wenig anstrengende Wanderrunde an der Südwestflanke des Karnischen Hauptkamms mit freier Sicht auf die Sextener Dolomiten. Durchwegs ordentliche Wege, am Nordwesthang des Kniebergs ein paar leicht ausgesetzte Stellen und ganz kurze Felspassagen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
15 km
650 m
4.00 h
Zur Nemesalpe.
Die Wanderrunde startet am Kreuzbergpass (1636 m), beim großen Parkplatz neben der Straße. Mit der Markierung Nr. 131 steigt man zunächst bergan gegen die Kreuzhöhen (1796 m), dabei die Schleifen einer Forstpiste abkürzend. Auf der Sandstraße geht’s anschließend flach weiter bis hinters Rehangerl (1741 m). Hier zweigt links ein Weg ab, der an den bewaldeten Ausläufern des Seikofels in sanftem Anstieg zum Hochmoos (1802 m) führt. Hier rechts haltend über das Moorgelände (Stege) zu der von Sexten heraufkommenden Straße. Sie steuert im weiten Bogen – der sich abkürzen lässt – die aussichtsreich gelegene Hütte auf der Nemesalpe (1877 m; 1.15 Std.) an.
Ins Vallorera.
Der Weiterweg führt auf einer holprigen ehemaligen Militärstraße über den Matzenboden ins Vallorera, das vom Grenzbach entwässert wird. Er heißt wirklich so und bildet – nomen est omen! – hier die Grenze zwischen Südtirol und der Provinz Belluno. Halbrechts ragt der dunkle Kegel des Kniebergs (2503 m) in den Himmel. Die breite Spur steuert über ein paar Kehren die markante Senke in seinem Rücken an, den Kniebergsattel (2329 m). Man folgt ihr aber nicht bis ins Joch; an der Höhenkote 2231 Meter (2.45 Std.) leiten rot-weiße Markierungen in die Nordflanke des Kniebergs (Hinweis »Coltrondo«). Der schmale Weg quert sie in leichtem Auf und Ab und bietet dabei packende Ausblicke auf die Gipfelzacken der Sextener Dolomiten. Zwei kurze felsige Passagen erweisen sich als wenig schwierig. Über den breiten Westgrat geht es bergab zu einer verfallenen Grenzfestung (2058 m) aus dem Ersten Weltkrieg in schöner Panoramalage. Herrlich freie Aussicht bietet auch der Weiterweg zur bewirtschafteten Malga Coltrondo (1879 m; 3.45 Std.).
Zurück zum Kreuzbergpass.
Der weitere Abstiegsweg folgt kurz der asphaltierten Zufahrtsstraße und leitet dann im Wald sanft abwärts zu einer Sandpiste. Sie quert den Torrente Pádola, der weiter oben Grenzbach heißt, und steigt sanft gegen die Kreuzhöhe an. An der scharfen Rechtskurve nicht geradeaus gehen! Weiter leicht bergauf, rechts um die bewaldete Kuppe der Kreuzhöhe herum und hinunter zur eingangs erwähnten Forstpiste. Auf dem Anstiegsweg spaziert man zurück zum Kreuzbergpass (4.30 Std.).

Kreuzbergpass – Nemesalpe 1.15 Std., Nemesalpe – Vallorera 1.30 Std., zur Malga Coltrondo 1 Std., zurück zum Kreuzbergpass 45 Min. Insgesamt 4.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied650 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSexten (1316m), Ferienort im gleichnamigen Dolomitental
AusgangspunktKreuzbergpass (1636m), Wasserscheide zwischen Drau und Piave, Provinzgrenze Südtirol/Belluno. Großer Parkplatz
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEs ist ja kein Zufall, wenn der Oktober als der »goldene« Monat bezeichnet wird – und wenn spät im Jahr die Lärchen gelb und orange aufleuchten, die Dolomitzinnen sich weiß überzuckert präsentieren und der Himmel das für diese Jahreszeit typische durchscheinende Blau zeigt, wird jeder Wandertag zum Farbenwunder und zu einem besonderen Erlebnis. Vielleicht auch, weil sich in die satten Farben leichte Melancholie mischt: Der Winter ist gar nicht mehr fern ...
Besonders schön kann man den Herbst auf dieser Almenrunde unter dem Karnischen Hauptkamm erleben, direkt vor der großartigen Nordostfront der Sextener. Auf ihren Gipfeln und in den Schattenkaren liegt bereits etwas Schnee, die Sonne steht schon am Mittag ziemlich tief, und so richtig ins Schwitzen kommt man auch beim Bergaufgehen nicht mehr. Vielleicht ist die Aussicht gleichzeitig auch ein Rückblick: Auf der Rotwand waren wir im August, und letztes Jahr – erinnerst du dich noch? – der Monte Aiarnola …
Hinweise
Kreuzbergpass – Nemesalpe 1.15 Std., Nemesalpe – Vallorera 1.30 Std., zur Malga Coltrondo 1 Std., zurück zum Kreuzbergpass 45 Min. Insgesamt 4.30 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 010 »Sextener Dolomiten«
VerkehrsanbindungVon Sexten über die gut ausgebaute Straße zum Kreuzbergpass. Busverbindung mit Sexten–Innichen (Bahnhof)
GastronomieNemesalpe, Anfang Mai bis Anfang November, Tel. 0474/710699. Malga Coltrondo, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 368/409604
Informationen
Des Kaisers Schmarren. Man isst ihn in Bayern so gerne wie im Süden Tirols: den Kaiserschmarrn, und natürlich steht er auch in vielen Berghütten auf der Speisekarte. Der zerrissene »Pfannkuchen« wird mit Puderzucker bestäubt und mit Preiselbeeren oder Apfelmus serviert. Der Legende nach soll Kaiser Franz Joseph I. sehr gerne Palatschinken gegessen haben. Geriet er dem Koch nicht richtig, etwa weil er zu dick war oder zerrupft, bekam ihn das Personal: »A Schmarrn, des am Kaiser zu servieren«.
Tourismusbüro
Tourismusverein, Dolomitenstr. 45, I-39030 Sexten, Tel. +39/0474/71 03 10, info@sexten.it, www.sexten.it

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Wanderführer Dolomiten Ost

Dieser Wanderführer präsentiert einen spannenden Mix zwischen Alt- und Unbekanntem, dazu viele interessante Tipps zur Region, ihren Eigenheiten.

Jetzt bestellen