Ins Baltschiedertal

Spannende Suonen-Wanderung, die einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit verlangt. Vor allem am Niwärch einige sehr ausgesetzte Passagen. Besonders im Frühling und im Herbst (Wälder!) sehr schön. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Suonen Und auch das Wasser fließt weiter über die kühn angelegten Suonen auf die trockenen Hänge rund um Ausserberg und Eggerberg, sehr zur Freude der Wanderer und Bergsteiger, die das einmalig schöne Tal an der Südflanke der Berner Alpen ganz für sich haben. Denn die Straßenbauer kamen nie in diesen wilden Graben. 1972 wurde allerdings ein anderthalb Kilometer langer Tunnel geschlagen, um die Wasserzuleitung für Ausserberg sicherer zu machen. Dadurch wurde das kühn in steile Felswände trassierte Niwärch (= neues Werk) eigentlich überflüssig, doch übernahm die Sektion Blümlisalp des Schweizer Alpenclubs, Besitzerin der Baltschiederklause im Talinnern, die Aufgabe, für den weiteren Unterhalt der attraktiven Suone zu sorgen. Danke! So plätschert das Wasser heute noch, wie auch an der östlichen Talseite, wo die Gorperi, 1640 angelegt, das kostbare Nass auf die Felder von Eggerberg bringt, abschnittweise durch kleine Tunnels. Um dem Wanderer unserer Tage einen Eindruck von dem ursprünglichen Bauzustand zu vermitteln, hat man an einem senkrechten Felsabbruch einen 15 Meter langen Kännel samt dickem Hanfseil montiert. Begehbar – aber nur für Schwindelfreie! Alpiner Bergbau Das Baltschiedertal liefert nicht nur kostbares Wasser, hoch im Kar der Galkichumma wurde früher nach einem sehr seltenen, vor allem für die Rüstungsindustrie wichtigen Metall geschürft: Molybdän. Das Vorkommen erwies sich aber als wenig ergiebig, weshalb man den Abbau nach dem Zweiten Weltkrieg einstellte. Ein kunstvoll angelegter Weg sowie die Ruine des ehemaligen Bergwerks (2602 m) unter dem Alpjuhorn erinnern noch an die kurze Zeit des »Goldrauschs« im Baltschiedertal. Das Niwärch Vom Bahnhof Ausserberg (931 m) geht’s zunächst auf Asphalt bergan ins Dorf. Etwas oberhalb der Pfarrkirche, beim Hotel Sonnenhalde, hält man sich links, verlässt das Sträßchen aber gleich wieder und biegt ein in den markierten Weg, der in Kehren ansteigt, die Mittla Suon kreuzt und bald die von Wind und Wetter dunkel gebräunten Stadel (Mäusesteine!) von Niwärch (1189 m) erreicht. Wenig höher am Hang verläuft die gleichnamige, aus dem 14. Jahrhundert stammende Suone. Man folgt ihr rechts über den Lowigrabe zum Eingang des modernen Tunnels. Wenig weiter führt die alte Wasserfuhre in steiles Felsgelände. Sie quert, begleitet von einem schmalen Pfad, die jähen Abbrüche; einige Passagen sind freundlicherweise mit Drahtseilen versehen. Allmählich kommt der Baltschiederbach näher; bei den Hütten von Ze Steinu (1287 m) ist der Talgrund erreicht und damit die Schöpfe des Niwärch. Taleinwärts Kurz vorher weist eine Tafel zur Gorperi-Wasserfuhre. Es lohnt sich aber, noch ein Stück weit in das wildromantische Tal hineinzuwandern, bis zu den Hütten von Eiiltini (Inners Senntum, 1476 m; 2.45 Std.) – was für ein idyllischer (Rast-)Platz! Die Gorperi Der Rückweg verläuft über die ostseitige Wasserfuhre des unteren Baltschiedertals, die Gorperi. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde in den 1930er-Jahren aber saniert. Mehrfach verschwindet die Suone in kurzen Tunnels. Erlen, Birken und Eschen säumen den Weg, der durch steiles Felsgelände verläuft. Schließlich mündet die Gorperi auf die Wiesen oberhalb von Eggerberg. Hier verlässt man die Suone und steigt ab zu dem Dörfchen und zur Station der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (852 m; 4.30 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied470 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortAusserberg (1008 m)
AusgangspunktBahnhof Ausserberg (931 m)
EndpunktBahnhof Ausserberg (931 m)
TourencharakterViel fehlte in den 1980er-Jahren nicht, und im Baltschiedertal wäre ein großer Stausee angelegt worden. Doch für einmal siegte der Schutzgedanke über den Kommerz und seit 1986 steht die alpine Idylle unter Naturschutz.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 274 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungDie Dörfer Ausserberg und Eggerberg sind Station an der Lötschberg- Bahnlinie, beide haben Straßenverbindung mit dem Rhonetal (Postbus).
GastronomieEinkehrmöglichkeiten in Ausserberg und Eggerberg
Tipps
Ein Platz an der Sonne Gut untergebracht ist man in Ausserberg im Hotel Sonnenhalde. Der Name kommt nicht von ungefähr, heißen die steilen Hänge über dem Rhonetal doch Sonnige Halden. Und wenn die Sonne scheint (was sie meistens tut), genießt man eine herrliche Aussicht aufs Rhonetal und die firnbedeckten Gipfel der Walliser Alpen. Die Küche bietet Walliser Spezialitäten, auch heimische Weine. Hotel Sonnenhalde, CH-3938 Ausserberg, Tel. 027/946 25 83, E-Mail: info@sonnenhalde-ausserberg.ch, www.ausserberg-sonnenhalde.ch
Informationen
Tourist-Info Verkehrsverein Sonnige Halden, CH-3938 Ausserberg, Tel. 027/946 63 14, E-Mail: info@sonnige-halden.ch, www.sonnige-halden.ch

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