Ins Baltschiedertal

Spannende Suonen-Wanderung, die einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit verlangt. Vor allem am Niwärch einige sehr ausgesetzte Passagen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von Ausserberg wandert man, den Wegweisern »Baltschiedertal« folgend, auf einer Asphaltstraße bergan bis zu einer Linkskehre (1264m), wo das Niwärch mündet. Die Suone führt bald in steiles Felsgelände; teilweise sehr exponiert quert sie die Abbrüche. Nur langsam kommt der Baltschiederbach näher, bei den Hütten von Ze Steinu (1264m; 2Std.) ist der Talgrund erreicht. Kurz vorher weist eine Tafel zur Gorperi-Wasserfuhre; es lohnt sich aber, noch ein Stück weit in das wildromantische Tal hineinzuwandern, etwa bis zum idyllischen (Rast-)Platz von Eültini (1476m). Die Gorperi leitet ihr Wasser an der linken Talflanke hinaus auf die Wiesen oberhalb von Eggerberg (900m). Zuletzt rechts ab von der Suone und hinunter ins Dorf bzw. zum Bahnhof (4:30Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied950 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAusserberg (1008m) bzw. Eggerberg (852m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterViel fehlte in den 1980er-Jahren nicht, und im Baltschiedertal wäre ein großes Wasserkraftwerk gebaut worden. Doch einmal siegte der Schutzgedanke über den Kommerz, und seit 1986 steht die alpine Idylle unter Naturschutz.
Und auch das Wasser fließt weiter über die kühn angelegten Suonen auf die trockenen Hänge rund um Ausserberg und Eggerberg, sehr zur Freude der Wanderer und Bergsteiger, die das einmalig schöne Tal an der Südflanke der Berner Alpen ganz für sich haben. Denn die Straßenbauer kamen nie in diesen wilden Graben. 1972 wurde allerdings ein 11/2 km langer Tunnel geschlagen, um die Wasserversorgung für Ausserberg sicherer zu machen. Dadurch wurde das kühn in steile Felswände trassierte Niwärch (= neues Werk) eigentlich überflüssig, doch übernahm die SAC-Sektion Blümlisalp, Besitzerin der Baltschiederklause im Talinnern, die Aufgabe, für den Unterhalt der attraktiven Suone zu sorgen. So plätschert das Wasser heute noch, wie auch an der östlichen Talseite, wo die Gorperi, 1640 angelegt, ihre Wasserfuhre auf die Felder von Eggerberg bringt, teilweise durch kleine Tunnels. Um dem Wanderer einen Eindruck von dem ursprünglichen Bauzustand zu vermitteln, hat man an einem senkrechten Felsabbruch einen 15m langen Kännel samt Hanfseil zum Festhalten montiert. Begehbar – aber nur für Schwindelfreie!
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1288 »Raron«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungDie beiden Dörfer Ausserberg und Eggerberg sind Stationen an der BLS-Bahn, beide haben Busverbindung mit Visp.
GastronomieIn Ausserberg und Eggerberg
Tipps
Sonnige Halden. Mit weniger als 600 mm Niederschlag pro Jahr gilt das Wallis als trockenste Region der Schweiz bei mehr Sonnentagen als das Tessin. Besonders sonnig ist es, bedingt durch das schroffe Landschaftsprofil, an den Südhängen der Berner Alpen. Die Sonnigen Halden ziehen sich von Leuk bis in die Gegend von Brig; auf Hangterrassen über der Rhone liegen mehrere hübsche Dörfer mit alten Baubestand, wie Ausserberg (1008 m), Eggerberg und Mund. Gut untergebracht ist man im Hotel Sonnenhalde (nomen est omen!), CH-3938 Ausserberg; Tel. 027/946 25 83, Fax 946 18 05, info@sonnenhalde-ausserberg.ch, www.sonnenhalde-ausserberg.ch Eine Klause der besonderen Art . Ganz hinten im Baltschiedertal steht am Südhang des Jägihorns (3406m) die Baltschiederklause (2783m) – keine Einsiedelei, sondern eine Hütte des Schweizer Alpenclubs (SAC). Für konditionsstarke Bergwanderer bildet das Haus ein Tourenziel; allein schon der Blick über den Üssere Baltschiedergletscher auf den mächtigen Felsklotz des Bietschhorns (3934m) lohnt den weiten Weg. Obwohl nicht ganz 4000m hoch, zählt der Berg zu den ganz Großen der Schweizer Alpen. Erstmals bestiegen wurde er 1859 von dem Engländer Leslie Stephen mit Führern. Als eine der schönsten und längsten Gratklettereien der Berner Alpen gilt der Ostgrat (Schlüsselstelle V), 10 – 12Std. von der Baltschiederklause. Von Ausserberg wandert man in 6:30Std. durch das Baltschiedertal hinauf zu der »Klause«. Die Hütte ist Juli bis September bewirtschaftet; Tel. 027/9522365.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Sonnige Halden, 3939 Eggerberg; Tel. 027/9 46 6314, Fax 9 46 6315, info@sonnige-halden.ch, www.sonnige-halden.ch

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