Im Herzen der Ammergauer Alpen

Aussichtsreiche Hochgebirgswanderung auf steinigen Pfaden für trittsichere Wanderer. Ohne die Besteigung der Krähe ist die Tour einfacher und verlangt weniger Kondition. (Autor: Bernhard Irlinger)
10 km
920 m
4.00 h
Unser Aufstiegsweg führt von der Kenzenhütte (1294m) auf einem breiten Forstweg geradewegs aufwärts (Wegweiser Hochplatte). Wir folgen ihm nur kurz und biegen wenige Meter nach einem Linksknick rechter Hand in einen schmalen Steig (Wegweiser Hochplatte, Krähe, Geiselstein).
Nach wenigen Schritten halten wir uns an der Weggabelung wieder rechts (Wegweiser Kenzenkopf, Geiselstein) und queren oberhalb des Wasserfalls in einen kleinen Talboden am Fuße der Hochplatte.
Das steinige Weglein führt uns über zwei schmale Bäche (Wegweiser Geiselstein) und schlängelt sich dann durch ein breites Wiesental, die so genannte Gasse, aufwärts. Zwischen den Wänden der Hochplatte und jenen des Kenzenkopfes, durch die extreme Kletterrouten führen, steigen wir zum Kenzensattel (1650m) hinauf, der von markanten Felsnadeln überragt wird.
Hier öffnet sich der Blick zum Geiselstein, dessen helle Kalkwände das Licht der Morgensonne einfangen. Der Weg leitet uns vom Sattel kurz abwärts und quert dann in fast gleich bleibender Höhe zum Gumpenkar (1600m) hinüber.
Die Kurzvariante: Am Rand des Kars erreichen wir eine Weggabelung. Wer nicht zur Krähe will, kann rechts direkt zum Geiselsteinsattel wandern und verringert die Gehzeit so um 2Std. (Wegweiser Geiselstein).
Vom Gumpenkar zur Krähe: Wir gehen jedoch geradeaus (Wegweiser Fensterl–Hochplatte, Blöckenau) und folgen dem schmalen Steig, der sich zwischen latschenbewachsenen Felsblöcken durch den Karboden schwindelt. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir eine weitere Wegkreuzung. Wir wenden uns hier nach rechts (Wegweiser Gumpenkar, Geiselstein, Gabelschrofen) und wandern zwischen blauem Eisenhut und Alpenrosen im Bogen durch das Kar. Über uns leuchtet auf der Krähe das Gipfelkreuz, von dem die düstere, senkrechte Nordwand in das Kar abbricht. Bald erreichen wir eine Wegkreuzung, von der wir nach links hinaufsteigen (Wegweiser Gabelschrofensattel, Blöckenau). Der Weg quert durch Wiesenhänge aufwärts und bringt uns zur Schutthalde am Fuß von Gabelschrofen und Krähe. Über sie steigen wir teils mühsam in den Gabelschrofensattel hinauf, in dem sich der Blick nach Osten zum Säuling und zu den Tannheimer Felsbergen öffnet. Wenige Meter vor dem Sattel biegt links der rot-weiß-rot markierte Steig ab (Wegweiser Krähe, Hochplatte), der uns den Anstieg zum Gipfel der Krähe vermittelt. Er quert zu einer Felsrinne, in der wir einen eingeklemmten Felsblock überklettern müssen.
Nach dieser kurzen, ungefährlichen Kraxelei im nicht allzu steilen Gelände erreichen wir den Gipfelkamm. Links leitet uns der Steig durch harmlose Grashänge zum nahen Kreuz auf dem Gipfel der Krähe (2010m), die uns mit phantastischen Nah- und Fernblicken belohnt.
Für den Abstieg wählen wir den schon bekannten Weg hinab in das Gumpenkar. Dort halten wir uns an der ersten Wegkreuzung links (Wegweiser Geiselstein) und steigen am Rand des Kars leicht aufwärts. Bald ragt nahe vor uns das herrliche Felshorn des Geiselsteins auf. Ein kurzer Abstieg bringt uns zu einer Wegkreuzung. Von rechts kommt der Steig, der als Kurzvariante von der Kenzenhütte zum Geiselstein führt. Ein letzter kurzer Anstieg bringt uns vom Fuß der sonnenüberfluteten Südwand des Geiselsteins, in der die Kletterer turnen, in den Geiselsteinsattel (1700m). Ein letztes Mal geht der Blick zurück zur wuchtigen Hochplatte, ehe wir jenseits durch den Bergwald absteigen (Wegweiser Wankerfleck). Der Weg pendelt in unzähligen Kehren abwärts zu einer Wegkreuzung. Wir folgen dem besseren Weg nach rechts und queren zur Nordseite des Geiselsteins. Ein steiler Wiesenhang verlangt vor allem mit Kindern etwas Vorsicht. Bald türmt sich über uns die steile Nordwand des Geiselsteins. Wir steigen in Serpentinen durch einen breiten Hang ab. Weiter unten leitet uns der teils feuchte Steig durch den Bergwald abwärts.
Am Rand des Wankerflecks treffen wir auf einen breiten Wirtschaftsweg, dem wir nach links folgen. Wir wandern am Gumpenbach entlang und biegen in die zweite Sandstraße, die rechts abgeht (Wegweiser Wankfleck-Kapelle, Kenzenhütte). Eine Brücke hilft über den Bach und in wenigen Minuten wandern wir dann über die Alpwiesen zur Kapelle auf dem Wankerfleck (1148m). Von hier bringt uns der Bus zurück nach Halblech.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied920 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHalblech bzw. die Kenzenhütte (1294m) am Nordfuß der Hochplatte. Ab Parkplatz Kenzenhütte am südlichen Ortsrand von Halblech (an der B17 ausgeschildert) fahren Kleinbusse zur 11km entfernten Kenzenhütte. Abfahrt während der Woche ab 8Uhr, am Wochenende ab 7Uhr stündlich bis 11Uhr, bei Bedarf auch öfter; letzte Rückfahrt um 17.30Uhr.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Kenzenhütte liegt im Herzen des größten Naturschutzgebietes in Deutschland, das 27000 Hektar der Ammergauer Alpen umfasst. Unser Weg führt uns an den höchsten und eindrucksvollsten Gipfel dieses stillen Gebirges vorbei.
Beste Jahreszeit
MarkierungenWegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungHalblech liegt nordöstlich von Füssen an der B17 (Romantische Straße). Busverbindung Richtung Füssen und Steingaden.
GastronomieIn der Kenzenhütte.
Tipps
Der Geiselstein. Obwohl der Geiselstein (1879m) niedriger ist als seine Nachbargipfel, wird dieser markant geformte Berg oft als »Matterhorn der Ammergauer Alpen« bezeichnet. Auf dieses allseits steil abfallende Felshorn führt kein Weg, der dem Normalbergsteiger einen Aufstieg gestatten würde. Umso wohler fühlen sich die Kletterer in den zahlreichen Routen, die die aus festem Wettersteinkalk aufgebauten Wände des Geiselsteins durchziehen.
Unterkunft
In Halblech und den Nachbarorten; Kenzenhütte, Tel. 08368/390.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Halblech, Tel. 08368/285; Busverbindung Kenzenhütte, Busunternehmen Schwarz, Tel. 08368/550.

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