Iffighore

Gipfelüberschreitung auf teilweise schmalen Pfaden; etwas Kondition und Trittsicherheit erforderlich. Das innere Iffigtal ist ein echtes Landschaftsjuwel; am Iffighore blüht im Sommer das Edelweiß en masse. Faszinierend die kontrastreiche Aussicht vom Gipfel. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
22 km
1210 m
6.00 h
Auf das Iffighore Auch im 21. Jahrhundert genießt der Wanderer noch die (relative) Unversehrtheit dieses herrlichen Bergwinkels. Die Straßenschleifen zum Iffigfall lassen sich auf dem weiß-rotweißen Wanderweg abkürzen; an der vierten Kehre weist eine große Tafel auf das Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen hin, Wegweiser schicken den Wanderer allerdings auf eine breite Sandpiste. Sie entpuppt sich als neue Zufahrt zu den Alphütten von Pöris. Ihre weit nach Norden ausholende Schleife lässt sich abkürzen; im Talinnern knickt der Pfad dann abrupt nach links ab. Steil ansteigend überwindet er die Felsstufe zum Hoberg (1965 m), einem breiten Rücken mit knorrig-schönen Arven, ein paar Moortümpeln – und einer herrlichen Aussicht auf das oberste Simmental. Beim weiteren Anstieg über den lang gestreckten Hoberg begleiten die schroffen Felswände von Mittaghorn (2686 m) und Schnidehore den Wanderer zur Linken. Kurz unterhalb des Gipfels, der nordseitig über eine beachtlich hohe, fast senkrechte Wand abbricht, bietet sich ein erster Tiefblick auf den Iffigsee – ein Traumbild! Blickfang im Panorama des Iffighore (2378 m) ist das Wildhorn (3248 m) mit seinen Gletschern; nach Norden schaut man weit über die grünen Berner Voralpen bis zu den Gipfeln über Thunerund Brienzersee. Abstecher zur Wildhornhütte Das Wildhorn gibt auch die Abstiegsrichtung vor. Über den Wiesenrücken geht’s hinunter in eine kleine Scharte. Wenig weiter, kreuzt man den Weg vom Iffigsee zum Stigelschafberg, heißt es - rechts oder links. Wer sich für den (lohnenden) Abstecher zur Wildhornhütte entscheidet, steigt über den felsdurchsetzten Hang bis knapp unter die Kammhöhe an. Hier biegt man links (Wegzeiger) in den bereits lange sichtbaren Querweg ein, der unter den Felsen in den hintersten Winkel des Iffigtals, die Stieren Iffige, leitet. Nach kurzem Abstieg mündet das Steiglein in den vom Iffigsee heraufkommenden Zustieg; knapp zehn Minuten höher thront auf einer kleinen Anhöhe die Wildhornhütte (2303 m); zusätzlicher Zeitaufwand 1.15 Std. Abstieg Dieser führt von oben erwähnter Wegkreuzung kurz hi - nunter zum Iffigsee (2065 m), der unterirdisch entwässert, dann über dessen nördlichem Ufer zu einem felsigen Durchlass und hinaus auf den Grasrücken der Egge. Weit draußen im Iffigtal ist das Gasthaus Iffigenalp zu sehen. Der Weg folgt der Krete einer markanten Randmoräne, steigt dann in ein paar Schleifen ab in den Talboden, wo er zum Sträßchen mutiert, das hinausläuft zur Iffigenalp (1584 m), einem beliebten Ausflugs- und Einkehrziel. Wer nicht den Postbus benützt, folgt der Asphaltstraße bis zum Eingang in die malerische Mündungsschlucht von Iffigen. Hier beginnt der schön angelegte Klammweg, auf dem man – stets das Rauschen des Wassers im Ohr – im Wald hinabwandert zum imposanten Iffigfall. Zuletzt geht’s auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt der schönen Runde.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied1210 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Hubelmatte (1270 m) an der Straße zur Iffigenalp bzw. Postbushalt Iffigfall.
EndpunktParkplatz Hubelmatte oder Posthalt Iffigfall.
TourencharakterWanderungen sind manchmal auch Zeitreisen, die uns mehr oder weniger weit zurück in die Vergangenheit führen oder einen Blick in die Zukunft erlauben. Letzteres macht das zurückweichende Gletschereis möglich, Wissenswertes über den Bau der Alpen lässt sich an Gesteinsarten und -strukturen ablesen. So zeigen sich an den Nordabstürzen des Schnidehorns (2937 m) die titanenhaften Kräfte, die der (Zeitlupen-)Zusammenprall zweier Kontinentalplatten freisetzte - wild verformte Felsschichten, durch- und übereinandergeschoben. Was für ein Kontrast dazu die sanft gerundeten Bergrücken im Norden, grün bis zu den Grathöhen, und nur da und dort ein paar Felszacken, Wald im Wechsel mit ausgedehnten Alpflächen – seit Jahrhunderten Bergbauernscholle. Der »Schnidi« Das Land war allerdings schon viel früher besiedelt, auch die hohen Pässe ins Wallis wurden bereits in prähistorischer Zeit begangen. Einer dieser Pfade ging über das vergletscherte Schnidejoch (2756 m). Und das Eis barg bis zum Jahrhundertsommer 2003 ein Geheimnis: rund 300 Objekte, von Kleidungsstücken, Pfeil und Köcher über Gewandnadeln aus Bronze bis zu Schuhnägeln, die ältesten aus der Zeit um 4500 v. Chr.! Besonders interessant waren die zahlreichen Lederfragmente, die neue Erkenntnisse über die prähistorische Gerbtechnik lieferten. Die zeitliche Einordnung der Funde lässt aber auch Rückschlüsse auf das alpine Klima zu. Gletschervorstöße, wie sie immer wieder vorkamen, machten eine Begehung des Passes für Jahrzehnte oder Jahrhunderte unmöglich. »Die Schnidejoch-Funde erlauben die bis dahin präziseste Rekonstruktion von Gletscherschwankungen im Alpenraum in prähistorischer Zeit.« (Martin Grosjean, Universität Bern) Auch als Cäsar sein Riesenreich regierte, wurde das Joch rege begangen. Im Uferbereich des Iffigsees entdeckte man Mauerreste einer römischen Herberge, entlang der Passroute über hundert Nägel, die von römischen Sandalen (Caligae) stammen, und in der Nähe der Wildhornhütte einen Sesterz aus dem späten 2. Jahrhundert.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, Blatt 263 T Wildstrubel.
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungNach Lenk im Simmental kommt man von Thun/Spiez via Zweisimmen auf guten Straßen oder mit der Bahn. Weiter Richtung Iffigenalp (Straße/Postbus). Hinweis - Verkehr auf der Zufahrtsstraße ab Parkplatz Hubelmatte zeitlich geregelt. Bergfahrt jede Stunde 0.30–0.45 Uhr, Talfahrt 0.00–0.15 Uhr.
GastronomieBerghaus Iffigenalp, Mai bis Oktober; Tel. +41/33/733 13 33, www.iffigenalp.ch
Unterkunft
Berghaus Iffigenalp, Mai bis Oktober; Tel. +41/33/733 13 33, www.iffigenalp.ch
Tourismusbüro
Lenk-Simmental Tourismus, Rawilstraße 3, CH-3775 Lenk; Tel. +41/33/736 35 35, www.lenk-simmental.ch