Hohtürli, 2778 m

Recht lange, anstrengende Pass- und Hüttenwanderung; gute Kondition und ein sicherer Tritt sind unerlässlich. Grandios die Gletscherwelt der Blüemlisalp, einmalig die Tiefblicke auf den Oeschinensee. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die Wanderung beginnt ganz gemütlich am dicken Drahtseil der Oeschinen-Gondellift. Von der Bergstation (1682 m) spaziert man mit den Ausflüglern auf dem Sandsträßchen zur Abzweigung des Hüttenwegs. Dieser steigt links, zunächst eine Geröllmulde passierend, an gegen die nur mehr licht bewaldeten Hänge oberhalb senkrechter Felsabbrüche. Am Heuberg (1940 m; 1 Std.) ist dann eine Pause fällig, bietet sich von dem Geländesporn doch ein faszinierender Vogelschaublick auf den Oeschinensee (1578 m).
Der Weg steigt noch kurz an, läuft mit freier Aussicht über die grasigen Hangterrassen hinüber zum Oberbärgli (1978 m; 2 Std.). Dabei kommen die beiden Zungen des Blüemlisalpgletschers immer näher – trotz des klimabedingten Eisschwundes ein packender Anblick. Besonders schön präsentiert sich die eisige Szenerie vom Ansatzpunkt einer alten Seitenmoräne, etwa eine Gehstunde höher. Der Weg führt über den Geröllrücken zu einer Felsbarriere, gewinnt dann über steinige Wiesen ein breites Band, das in die Geröllmulde unter dem Schwarzhorn leitet. Pass und Hütte sind nun bereits recht nahe, die rund 200 Steigungsmeter über den steilen Schutthang bis ins Hohtürli (2778 m; 4:30 Std.) werden für manche/n aber zur echten Schinderei. Als Belohnung winken eine tolle Aussicht und – noch zehn Minuten höher – etwas Stärkendes aus der Küche der Blümlisalphütte (2834 m).
Beim Abstieg folgt man dem Hinweg bis zur Verzweigung am Oberbärgli (5:45 Std.). Nun links über eine Felsstufe (Sicherungen) hinunter ins Almgelände von Underbärgli (1726 m). Blickfang ist der felsumrahmte Oeschinensee, auch beim Weiterweg über seinem Nordufer. Vom unteren Seeende steigt man ab in das Tälchen des Öschibachs, nur abschnittweise auf der steilen Asphaltpiste. Zuletzt rechts über das breite Geröllbett zur Talstation des Oeschinen-Sessellifts (1195 m; 7:45 Std.) oder direkt hinein nach Kandersteg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied1660 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation des Oeschinen-Gondellift (1682 m).
EndpunktKandersteg, Talstation des Oeschinen-Sessellifts (1195 m).
TourencharakterDas berühmteste Landschaftsjuwel Kanderstegs verbirgt sich in einem felsumstandenen Talkessel am Fuß der Blüemlisalp (3661m): der Oeschinensee. Das mehrgipflige, stark vergletscherte Massiv ist dann Blickfang am Weiterweg zum Hohtürli, der Pforte ins Kiental. Über der Scharte hockt die Blümlisalphütte, bloß noch ein paar Schritte vom Blüemlisalpgletscher.
Hinweise
Natürlich kann man vom Pass auch zur Griesalp (1408 m) im inneren Kiental absteigen, markierter Bergweg; ab Oeschinen-Sessellift knapp 7 Std.
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 264T »Jungfrau« mit Wanderwegeaufdruck; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenGelb und weiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungKandersteg ist Station der internationalen Bahnlinie Bern – Lötschberg – Simplon (BLS). Der Oeschinen-Gondellift verkehrt Mitte Mai bis Mitte Oktober von 8.45–16.50 Uhr, Mitte Juni bis Mitte September von 7.30–18.20 Uhr.
GastronomieHotel-Restaurant Oeschinensee (1593 m), Berghaus am Oeschinensee (1593 m), Restaurant zur Sennhütte (1659 m); Blümlisalphütte (2834 m), bewirtschaftet Ende Juni bis Mitte Oktober, Tel. 033/676 14 37.
Informationen
Kleine Variante: Liftstation Oeschinen – Heuberg – Oberbärgli – Unterbärgli – Oeschinensee – Kandersteg, Gehzeit 4 Std.
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg; Tel. +41(0)33/675 80 80, Fax 675 80 81, E-Mail info@kandersteg.ch, www.kandersteg.ch

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