Hoherodskopf und Taufstein

Auf dem Hohen Vogelsberg Bequeme Wald- und Aussichtswanderung auf fast durchgehend bequemen Wegen. (Autor: Bernhard Pollmann)
8 km
100 m
3.00 h
Hoherodskopf Der aussichtsreiche Hoherodskopf (764 m) ist der bekannteste Gipfel des Vogelsbergs, obwohl er nach dem Taufstein (773 m) nur der zweithöchste ist. Überragt von einem 140 m hohen Fernmeldeturm prägt er weithin die Silhouette des Vogelsbergs. Der Parkplatz am Hoherodskopf ist der Haupttreffpunkt für Wanderungen, Mountainbiking und Nordic Walking auf dem Hohen Vogelsberg. Die Sommerrodelbahn im Südhang bietet Spaß für Kinder, der Skilift im Westhang ist mit 1200 m der längste in ganz Hessen, und aus allen Himmelsrichtungen transportieren Velobuslinien Mountainbiker und Radwanderer zum Parkplatz. Hier befindet sich auch das Naturschutz-Informationszentrum Vogelsberg - Schautafeln, Dioramen und ein Reliefmodell erläutern ökologische Zusammenhänge, erklären den Vulkanismus im Bereich des Vogelsbergs und machen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam. Zu den Flößerteichen Der mit dem Buchstaben »H« markierte Hoherods-Rundwanderweg beginnt in den Wiesen unterhalb der Terrasse des Berggasthofs. Vom Parkplatz kommend, leitet der Wiesenweg mit weiter Aussicht rechts hinab, quert die Straße Schotten – Hoherodskopf, erreicht die Gaststätte »Taufstein« und führt durch einen Buchen-Fichten-Wald zu den Forellenteichen, die früher der Holztrift dienten. Ursprüngliche Bestimmung dieser kleinen Stauteiche in der Nidda war es, bei Hochwasser durch Flutwellen mehr Holz ins Tal triften zu helfen, weswegen sie auch Flößerteiche genannt werden. Da es beim Auslassen des Wassers wiederholt zu Schäden durch Sturzfluten kam, wurde diese Art des Schwalltriftens wieder eingestellt. Heute stehen die idyllischen Teiche unter Naturschutz, damit die umgebenden Feuchtwiesen erhalten bleiben. Niddaquelle Am Waldrand hinter den Teichen leitet die »H«-Markierung niddaaufwärts, quert an einem Parkplatz die Vogelsberg-Ringstraße – hier schließt sich der »rot-weiß« markierte Hessenweg 2 dem Rundweg an – und leitet am Rand des Naturschutzgebiets Breungeshainer Heide, eines ehemaligen Hochmoors, zur Niddaquelle, an der die Schutzhütte »Künanzhütte« zur Rast lädt. Von der Quelle folgen wir einem Wassergraben durch prachtvolle Laubwälder, in denen sich sonnige Blumenwiesen öffnen, zur alten Linde am Landgrafenborn; hier entspringt die Quelle, die den Wassergraben speist, und hier wechselt der mit dem Zeichen »roter Strich« markierte Sternweg auf den Hoherodskopf-Rundwanderweg. Vor der alten Linde, unter der eine Bank zum Verweilen einlädt, folgen wir der »H«-Markierung rechts und wandern weiter durch Wald, aus dem heraus immer wieder der Blick auf die unter Naturschutz stehende Goldwiese mit ihrem prächtigen Blumenschmuck fällt; an besonders schönen Stellen laden Bänke zur Rast. Die »H«-Markierung führt nun am Ostrand der Breungeshainer Heide entlang, wechselt auf einen Pfad am Heiderand und taucht schließlich unter hohe Fichten. Taufstein Am Parkplatz »Heide« geht der Pfad wieder in einen Waldweg über und dieser steigt zum Taufstein an. Der bewaldete Taufstein (773 m) ist die höchste Erhebung des Vogelsbergs. Basaltstufen und -blöcke führen zum Bonifatiusborn, der Quelle, der der Taufstein seinen Namen verdankt: Hier soll der Missionar Bonifatius im 8. Jh. hessische Heiden getauft haben. Neben der Quelle erhebt sich ein als Aussichtsturm fungierender Bismarckturm. Die Legende berichtet, dass der Taufstein in heidnischer Zeit als heiligster Berg weit und breit betrachtet worden sei. Der heilige Bonifatius aber baute eine hölzerne Kapelle an dieser Heidenkirche und taufte aus der Quelle die ersten Christen im Vogelsberg; seit dieser Zeit wird der Berg Taufstein genannt. Vielerorts im Bannkreis des Vogelsbergs halten Legenden die Erinnerung an das Wirken von Bonifatius wach. So soll der heilige Mann auch auf dem »Bonifatiuskanzel« genannten Felsen im Hang der Herchenhainer Höhe südöstlich des Taufsteins gepredigt haben. Die ersten Christen mussten viel Not leiden durch die Wut der Heiden: Wenn diese Christen fingen, schleppten sie sie auf den Bilstein und stürzten sie zu Tode. Anlässlich des Jubiläums »1250 Jahre Sankt Bonifatius in Deutschland« wanderten im August des Jahres 2004 Kardinal Karl Lehmann und Tausende von Christen in Pilgermärschen und einer Taufwasserprozession auf den Taufstein, wo der Kardinal im Rauschen der Wälder eine Messe zelebrierte. Vom Taufstein geht es wieder die Basaltstufen hinab und auf dem »H«-Weg zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortSchotten (280 m), Fachwerkstadt, Luftkurort und Wintersportplatz im Niddatal im Naturpark Hoher Vogelsberg.
AusgangspunktParkplatz am Hoherodskopf (764 m) östlich von Schotten, in Schotten ausgeschildert.
TourencharakterHervorragende Aussicht, abwechslungsreiche Natur, idyllische Wege – der Wanderweg vom Hoherodskopf zur Niddaquelle und zum Taufstein, der höchsten Erhebung des Hessischen Berglands auf dem Dach des Hohen Vogelsbergs, zählt zu den schönsten bequemen Rundwanderungen im Westen Deutschlands, obwohl inzwischen auch hier die landschaftsfressenden Anlagen der Windkraftindustrie rotieren. Der Vogelsberg ist die annähernd kreisförmige Ruine eines Schildvulkans mit einem Durchmesser von 50–60 km. Als eine der dünnstbesiedelten Regionen Hessens erhebt er sich aus dem Kinzigtal im Süden, aus der fruchtbaren Wetterau, die ihn im Südwesten vom Taunus trennt, und dem Fuldaer Becken, hinter dem sich im Osten die Kuppen der Rhön runden. Der Oberwald, die höchste Partie des Vogelsbergs, ist ein landwirtschaftlich wenig genutztes, mit prächtigen Buchen- und Laubmischwäldern, Grünland, Feuchtwiesen und Hochmooren bedecktes Plateau, das 1958 als Naturpark Hoher Vogelsberg ausgewiesen wurde. Die höchsten Basaltkuppen, die der Hochfläche aufsitzen, sind der Hoherodskopf (764 m) mit seinem weithin sichtbaren Funkturm und als höchster Gipfel der Taufstein (773 m). Der Basalt – mit 2500 km2 handelt es sich um das größte geschlossene Vorkommen dieses Ergussgesteins in Deutschland – überdeckt einen Buntsandsteinsockel.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Freizeitkarte 1 - 25000, Schotten im Naturpark Hoher Vogelsberg, oder Freizeitkarte 1:50000, Blatt VB Vogelsberg Wetterau (Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation).
VerkehrsanbindungA 45 Siegen – Hanau bis zur Abfahrt Wölfersheim, dann auf der B 455 nach Schotten.
GastronomieHoherodskopf, Taufstein.
Tourismusbüro
Tourist-Information Schotten, Vogelsbergstraße 137a, 63679 Schotten, Tel. 06044/6651, Internet www.schotten.de.

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