Höhlensteinhaus

Den Inn zu Füßen (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
9 km
300 m
2.00 h
Start in Mitterland.
Idealer Ausgangspunkt für den Anstieg auf den Pendling ist der Gasthof Schneeberg im Ortsteil Mitterland. Von Thiersee fährt man dazu zunächst beim Seewirt links in Richtung Mitterland und zweigt dann beim Gasthof Pfarrwirt wieder links ab. Der gebührenpflichtige Parkplatz ist dort ausgeschildert.
Wem der Gipfel des Pendling zu weit oder zu anstrengend ist, der kann alternativ zum Höhlensteinhaus hinaufsteigen; vom dortigen Feuerköpfl hat man fast die gleiche Aussicht in das darunter gelegene Inntal. Diese Hütte ist auch das Ziel unserer Tour. Der Weg ist für die ersten 10 Minuten noch identisch, deshalb kann man sich beim Parkplatz an den Wegweiser zum Pendling halten. Erst wenn man die letzten Häuser bereits hinter sich gelassen hat, hält man sich an der Abzweigung an die rechte Forststraße. Ab hier taucht auch die Beschilderung »Höhlenstein« erstmals auf. Durch den dichten Wald geht es vorbei an hohen Farnen und vielen Christrosen zunächst längere Zeit mäßig bergauf, rechter Hand blickt man durch die Bäume auf die Hänge des Sonnbergs auf der anderen Talseite.
Seltene Schneerosen.
In der Zeit zwischen Ende April und Anfang Mai kann man auf dem Weg zwischen Schneeberg und Pendling eine in Europa fast ausgestorbene Blume sehen, die Schneerose. Die Pflanze blüht zunächst in einem intensiven Weiß, später ändert sich die Farbe und die Blüte wird rosa. Die Schneerosen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden.
Über die Jochalm zum Höhlensteinhaus.
Nach etwa einer Stunde Gehzeit bekommt man an der Jochalm bereits einen Vorgeschmack auf die grandiose Aussicht. Das Joch zwischen Mittagskopf und Jochkopf wird überschritten und der Blick in Richtung Süden ist frei. Tief unten zieht sich das Inntal hin, dahinter sind die hohen Gipfel der Kitzbüheler, Zillertaler und Tuxer Alpen zu erkennen.
An der Jochalm endet der Güterweg, das restliche Stück wandert man auf einem Steig zumeist auf gleicher Höhe unterhalb des Jochkopfs vorbei und erreicht etwa 30 Minuten später das Höhlensteinhaus (1230 m), das etwas nach hinten versetzt in einem weiten Hochtal liegt. Es ist umgeben von sanften Hügeln.
Die Hütte mit den zwei Höhlen.
Der Name der Hütte hängt tatsächlich mit den zwei Höhlen zusammen, die beide etwa 10 bis 15 Minuten entfernt zu besichtigen sind. Der Weg dorthin ist markiert, notfalls hilft der Hüttenwirt weiter. Die eine Höhle ist 12 Meter lang, die andere 70 Meter. Beim Hineingehen ist eine Taschenlampe notwendig. Bei der längeren ist der Einstieg etwas mühselig, man muss fast auf allen vieren hineinkriechen. Innen öffnet sich eine riesige Halle, die so groß ist, dass selbst das Höhlensteinhaus komplett hineinpassen würde.
Frische Milch direkt von der Almweide.
Das Höhlensteinhaus war ursprünglich eine Sennhütte, die 1937 ausgebaut worden ist. 1950 hat der Großvater des heutigen Hüttenwirts das Höhlensteinhaus übernommen, die Viehwirtschaft aber weiterhin fortgeführt. Heute sind noch 10 Milchkühe und 30 Stück Jungvieh auf der Weide, im Stall steht ein Hausschwein, und rund um die Hütte tummeln sich etwa 40 Puten. Die Milchkühe geben täglich 150 Liter Milch, die vor Ort zu Butter und Graukäse verarbeitet wird. Da auf dem Höhlensteinhaus auch frisches Brot gebacken wird, steht immer eine leckere Brotzeit bereit.
Einmal in der Woche wird musiziert.
Jeden Mittwochnachmittag kommen die Leute zum Musizieren ins Höhlensteinhaus. Immer dabei sind drei Volksmusikanten mit Tuba, Gitarre und Ziehharmonika. Der weitere Ablauf ergibt sich von selbst, jeder, der möchte, kann mitspielen. Zahlreiche Musikinstrumente bis hin zur Harfe sind vorhanden. Dazu kocht die Hüttenwirtin groß auf, meist gibt es Gulasch für alle oder eine leckere Gerstlsuppe.
Fantastische Aussicht von Feuerköpfl und Köglhörndl.
Nur wenige Gehminuten südlich des Höhlensteinhauses hat man bereits vom Feuerköpfl eine wunderbare Aussicht in das tief darunter liegende Inntal. Noch etwas besser ist die Sicht vom Köglhörndl, dessen Gipfel von der Hütte aus in etwa einer Stunde Gehzeit zu erreichen ist. An Tagen mit guter Fernsicht kann man bis zum Großvenediger und den Hohen Tauern sehen.
Zurück nach Thiersee.
Für den Abstieg nach Thiersee wird ein kleiner Abstecher über die Kalaalm empfohlen, in der man bei Bedarf auch übernachten kann, nachdem die Schlafplätze auf dem Höhlensteinhaus seit kurzem nicht mehr angeboten werden. Zunächst geht es auf dem Steig durch den Wald wieder zurück zur Jochalm, dort wählt man jedoch nicht den Güterweg hinunter ins Tal, sondern biegt rechts auf einen Steig ein, der unterhalb der Felsen meist auf gleicher Höhe Richtung Pendling führt. Über einen kurzen, aber steilen Anstieg kommt man hinauf in ein schön gelegenes Hochtal, das direkt an der Kalaalm endet. Von dort sind es dann nur noch wenige Minuten hinunter zur bewirtschafteten Kalaalm, von der man auf einem Güterweg in knapp einer Stunde wieder hinunter zum Parkplatz beim Gasthof Schneeberg kommt.
Alternativer Anstieg vom Inntal.
Wer mit der Bahn anreist, kann das Höhlensteinhaus auch vom Inntal her erreichen. Der Steig von Unterlangkampfen ist zwar relativ steil, dafür hat man allerdings von Anfang an den schönen Blick ins Inntal. Der Weg beginnt am Haltepunkt Langenkampen und führt von dort mitten durch den kleinen Ort direkt auf den steil aufragenden bewaldeten Bergwald zu. Am oberen Ortsende wandert man zunächst etwa einen Kilometer auf dem Güterweg in Richtung Kreit, dann beginnt rechterhand ein Steig, der in engen Serpentinen steil hinaufführt.
Alternative Güterweg.
Für Mountainbiker oder Familien mit dem Kinderwagen ist der steile Ansteig natürlich nicht geeignet. Für sie ist der Güterweg zu empfehlen, den die Wirtsleute vom Höhlensteinhaus auch mit dem Auto nehmen: Er beginnt im Hinter-Thierseer Ortsteil Bichl und ist mit der Wegnummer 4 gekennzeichnet.

Länge.
Vom Ortsteil Mitterland in Thiersee über Jochalm (1 1/2 Std.); mit Mountainbike oder Kinderwagen vom Ortsteil Bichl in Hinterthiersee auf dem Güterweg (1 1/2 Std.); vom Inntal aus Unterlangkampfen oder Nieder-Breitenbach über einen steilen Steig (1 1/2 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied300 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktThiersee, Hinterthiersee, Unterlangkampfen oder Nieder-Breitenbach
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterNur wenige Schritte von der Hütte entfernt bekommt man einen fantastischen Blick in das tief darunter liegende Inntal. Dahinter bauen sich die mit Schnee und Eis bedeckten Gipfel der Kitzbüheler, Zillertaler und Tuxer Alpen auf.
Wie ein Wächter am Portal zum Tiroler Inntal erscheint der Pendling vor dem Besucher, wenn man von Rosenheim kommend in Richtung Kufstein fährt. Die gewaltigen Felswände sind schon von weitem deutlich erkennbar; sie fallen ins Inntal sehr steil ab. Erst wenn man von Thiersee aus auf seine wesentlich flachere Rückseite blickt, kann man sich einen Anstieg auf diesen Aussichtsberg vorstellen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 8, Tegernsee – Schliersee – Wendelstein, 1:50.000
VerkehrsanbindungMit der Bahn stündlich von München über Rosenheim und Kufstein nach Langkampfen. Dort nimmt man den Anstieg über Unterlangkampfen. Mit der RVO-Buslinie 1088 Tegernsee–Bayrischzell–Kufstein kommt man zweimal täglich nach Thiersee. Mit dem Auto fährt man entweder auf der A 93 vom Inntal-Dreieck über Kufstein nach Thiersee oder man nimmt die B 307 von Miesbach über Bayrischzell nach Thiersee. Beim Gasthof Schneeberg im Ortsteil Mitterland gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz (2 Euro).
Tipps
Die Passionsspiele in Thiersee. Seit 1799 stellen die Thierseer das Leiden und Sterben des Heilands in einem Passionsspiel dar. Dazu wurde eigens ein großes Spielhaus erbaut. Die Aufführung beginnt um 13 Uhr, gespielt wird an bestimmten Tagen zwischen Anfang Juni und Anfang Oktober. Weitere Informationen unter Tel.: 0043/5376/52 20 oder unter www.passionsspiele.thiersee.at im Internet. mit dem Schiff den Inn befahren Das Schiff heißt St. Nikolaus und hat seinen Heimathafen in Kufstein am Fischergries. Von dort legt es im Sommer dreimal täglich ab zu einer Rundtour über Kiefersfelden, Ebbs, Niederndorf und Oberaudorf zurück nach Kufstein. Weitere Informationen unter Tel.: 0043/5243/52 53 oder unter www.tirol-schiffahrt.at im Internet.
Informationen
Hüttenporträt. Höhe: 1230 m. Erbaut: 1937 (privat). Bewirtschaftet: Täglich von Mitte Mai bis Ende Oktober. Kulinarischer Tipp: Schweinshaxe (nur Sa und So). Hüttenwirt: Josef Erharter. Telefon: 0043/664/5 16 03 80. Übernachtung: 12 Schlafplätze in der nahen Kalaalm (Tel.: 0043/5376/50 88). Materialbeschaffung: Über Güterweg aus Hinterthiersee. Besonderheit: Jeden Mittwochnachmittag Hausmusik.
Tourismusbüro
Tourismusbüro, Vorderthiersee 40, A-6335 Thiersee, Tel.: 0043/5376 / 52 30, Fax: 0043/5376 / 43 33, E-Mail: info@thiersee.at, Internet: www.thiersee.at

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