Heuberg und Kienberg

Lohnende, sehr aussichtsreiche Bergwanderung, die etwas Ausdauer verlangt; Trittsicherheit ist angenehm. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
12 km
1300 m
6.00 h
Von Breitenbach-Ramsau folgt man der Markierung Nr. 19 bis unter die große Hochspannungsleitung. Dort links ab (Wegweiser »Brandenberg«), über die Wiese und auf einem Weg am Bach entlang. Später steil durch Wald. Man erreicht eine Forststraße, überquert sie und gelangt auf schmalem Steig zur Jocherkapelle (896 m). Weiter steil durch den Wald hinauf. Bald links über einen Bach und durch Laubwald in die Einsattelung des Jocher (etwa 1130 m).Jetzt kurz auf dem Fahrweg in Richtung Brandenberg entlang, dann den Bezeichnungen »Plessenberg« rechts (östlich) in den Wald hinein folgen. Immer der rot-blauen Markierung nach, teilweise steil zur aussichtsreich gelegenen Jocheralm (1535 m). Nun entweder auf Steig nordöstlich über die steilen Wiesen und einen flachen Kamm zuerst auf den Heuberg. Von dort nordwestlich auf dem latschenbewachsenen, teilweise etwas schrofigen Graskamm – über eine weitere Erhebung hinweg – in einen Sattel und durch eine Latschengasse auf den Kienberggipfel. Oder von der Jocheralm, der blauen Markierung folgend, westseitig um den Heuberg herum ebenfalls in den Sattel und zum Kienberg.Den Heuberg sollte man aber auf Grund der beschriebenen Aussicht allemal »mitnehmen«, egal ob während des Auf- oder Abstiegs. Abstieg - Auf den Anstiegsrouten.

Dauer - Ramsau – Jocher 1.45 Std.; Jocher – Jocheralm gut 1 Std.; Jocheralm – Heuberg – Kienberg 50 Min.; Kienberg – Ramsau 2.15 Std. Höhenunterschied: Ramsau – Jocher 595 m; Jocher – Jocher-alm – Heuberg 405 m; Heuberg – Kienberg knapp 100 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortBreitenbach am Inn (510 m).
AusgangspunktRamsau (535 m) nördlich oberhalb von Breitenbach. Hier nur beschränkte Parkmöglichkeiten; Auto in Breitenbach abstellen.
TourencharakterDer Brandenberger Kamm »begleitet« den grünen Inn zwischen Kramsach und Kufstein. Alpingeografen werfen diese Kette, die knapp 1800 Meter Höhe erreicht, mit dem Rofangebirge in einen Topf. Dabei trennt die Brandenberger Ache beide Gebirge eindeutig. Genausogut könnte man den Brandenberger Kamm den Bayerischen Voralpen zugliedern – eine ähnliche Fragwürdigkeit wie jene im Falle Guffert. Was soll's. Derlei Zuordnungsspielchen (ein weiteres wäre, ob der Pölven mehr zum Kaisergebirge oder zu den Kitzbüheler Alpen gezählt werden sollte) sind müßig. Hauptsache, unsere Tour lohnt sich, und das trifft hier allemal zu. So richtig bekannt ist unter den Gipfeln des Brandenberger Kammes eigentlich nur der Pendling (Tour 40), das Wahrzeichen Kufsteins. So verwundert es kaum, dass diese Bergkette auch als Pendlingkamm bezeichnet wird. Ihre höchste Erhebung indessen ist der weit im Westen stehende Kienberg. Er ließe sich verhältnismäßig rasch ersteigen, wenn man von Brandenberg mit dem Fahrzeug bis zum Jocher (zwischen Heuberg und Zimmererkopf) hinauffahren würde. Weil man aber heutzutage doch sehr darauf achtet (oder achten sollte), dass man nicht fortwährend so weit wie möglich mit der »Stinkkiste« an den Berg rankarrt, sei hier der Aufstieg von Breitenbach am Inn empfohlen. Wirklich schön wird die Wanderung in der Tat erst ab dem Jocher. Nach einem Waldstück erreicht man die herrlich gelegene Jocheralm und damit freies Gelände. Der Kienberg ist ein Stück nach Norden vorgeschoben. Die Gipfelschau vom Heuberg ist eindrucksvoller. Mächtig stehen Guffert und Rofanstock im Westen, dahinter die Karwendelgipfel. Der Kaiser gibt sich etwas entrückt, aber trotzdem noch majestätisch. Dem Zahmen Kaiser vorgebaut sind Köglhörndl und Hundalmerjoch (Tour 39). In der Ferne stehen Loferer Steinberge und Großer Hundstod, der bekanntlich zu den Berchtesgadener Alpen zählt. Tuxer Voralpen und Zillertaler Berge lassen sich sehen. Gekrönt wird die Rundumsicht jedoch durch den Venedigerblick. Den berühmten Gipfel der Hohen Tauern ortet man gleich hinter dem Kragenjoch, dem Hausberg von Kundl. (Dessen Ersteigung, kombiniert mit einem Auf- oder Abstieg durch die Kundler Klamm, ist nebenbei gesagt eine gar nicht üble Tour von ungefähr 41/2 bis 5 Stunden Länge.) Nahe Kundl steht die spätgotische Kirche »St. Leonhard auf der Wiese«. Und das nicht weit westlich gelegene Städtchen Rattenberg, bereits 1393 zur Stadt erhoben, besticht mit seinen Häusern aus der Spätgotik und Renaissance; es vermittelt eine ungewöhnlich geschlossene Ansicht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt-Wanderkarte 321 (Achensee, Rofan, Unterinntal), 1 - 50 000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn bis Ausfahrt Wörgl-West und über Kundl (Bahnstation) nach Breitenbach.

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