Wanderung auf der Ostseeinsel Usedom

Heringsdorf, Ahlbeck, Wolgastsee

Von den Usedomer Kaiserbädern ins Achterland: Bequeme Wald- und Aussichtswanderung auf Wegen und Pfaden jeglichen Belags. (Autor: Bernhard Pollmann)
12 km
100 m
3.30 h

Start der Wanderung in Heringsdorf

Bei der Parkplatzeinfahrt am Bahnhof Heringsdorf der Usedomer Bäderbahn queren wir die Bundesstraße und folgen der Friedenstraße halb links zum Platz des Friedens und zur Strandpromenade des Kaiserbads Heringsdorf - Links befindet sich die 1995 neu errichtete Seebrücke – mit 500m die längste in Kontinentaleuropa–, die einen schönen Blick auf das im Hang gelegene Seebad mit Gebäuden im Stil der Seebäderarchitektur sowie auf die Küsten von Usedom und der Schwesterinsel Wollin bietet.

Auch heute noch dient die Seebrücke als Landungssteg für Ausflugsschiffe und als Flaniermeile zum Sehen und Gesehenwerden: Kaiser Wilhelm II., Theodor Fontane, Leo Tolstoi, der Walzerkönig Johann Strauß, Thomas Mann, Maxim Gorki, Lyonel Feininger – die Reihe wohlhabender Prominenter, die hier flanierten, ist endlos. 1958 stürzte die alte Seebrücke ein.

Ahlbeck

Von der Heringsdorfer Seebrücke wieder auf die Strandpromenade tretend, folgen wir dem Küstenwanderweg links in Richtung Ahlbeck am Sportplatz vorbei. Der erste Strandabgang hinter dem Sportplatz führt zur in den Dünen gelegenen Volkssternwarte Manfred von Ardenne. Unmittelbar an die Bäderarchitekturbebauung von Heringsdorf schließen die Villen des Kaiserbads Ahlbeck, Deutschlands östlichstem Seebad, an.

Rechts der Promenade erstrecken sich die Gartengrundstücke pompöser Bäderarchitektur-Villen, links schweift der Blick hinaus auf die See. Über mehrere Dünenabgänge ist der Strand erreichbar. Die Strandpromenade führt zur 300m langen Seebrücke (1898) mit ihren vier hölzernen Pavillontürmen und den Anlegern für Boote und Ausflugsschiffe. Die gusseiserne Jugendstiluhr (1911) am Zugang zur Seebrücke war das Geschenk eines Kurgasts.

Zirowberg

Kurz nach Passieren der Ahlbecker Seebrücke zweigt die Dünenstraße rechts ab, während die Promenade (E 9) als reiner Fußgänger- und Radweg geradeaus dem Wald und der Grenze zuführt. An dieser Stelle verlassen wir die Promenade und zweigen rechts ab: Kurz durch die Strand-, dann aufwärts durch die schmale Bergstraße, an der Schulzenstraße links und die nächste rechts (Bahnhofstraße).

Auf der Bahnhofstraße gelangen wir zur B 111, queren sie, gehen die erste links (»Siedlung am Bahnhof«), wenden uns am Ende rechts und sehen nun den Aussichtsturm auf dem Zirowberg. Hinter den Bahngleisen zweigen wir links ab (Am Zirowberg) und folgen dem Schild »Aussichtsturm« an den blauen Häusern halb rechts in den Wald, am Wasserwerk rechts hinauf und oben am Ende des Hohlwegs links, nun geleitet von einer Gelbstrich-Markierung, die gleich darauf rechts abzweigt, während wir dem Hauptweg und den Schildern zum Aussichtsturm auf dem Zirowberg folgen.

Der hölzerne Aussichtsturm eröffnet ein exzellentes Panorama von Ahlbeck und Heringsdorf, während vor der Küste die Ausflugsschiffe von Seebrücke zu Seebrücke fahren. Der Berg links oberhalb von Heringsdorf ist der Präsidentenberg, über den wir zurückwandern. Wolgastsee Vom Zirowberg gehen wir zunächst auf demselben Weg kurz zurück, bis die Gelbstrich-Markierung links Richtung »Korswandt« abzweigt.

Schlecht markiert führt der Weg durch den Ahlbecker Forst, verirren kann man sich trotzdem nicht. Zuletzt trifft man auf einen breiten Forstweg, und dieser führt rechts zum Wolgastsee in Korswandt. Der Wolgastsee zählt zu den schönsten Ausflugszielen im Binnenland von Usedom. Hier, wo sich Felder und Wiesen mit Wald und Heide abwechseln, hat sich nur wenige Kilometer von der oft überfüllten Kaiserbäderküste die Idylle eines fast allseits von Wald umrahmten Binnensees erhalten.

Einsam wird hier dennoch niemand: Auf der Straßenseite des Sees befindet sich der Bootsverleih; mit Ruder- und Tretbooten kann man auf dem 45 ha großen See »in den Wald fahren«, außerdem gibt es einen Badestrand, und auch von Anglern wird der See gern aufgesucht. Mit bis zu 16m Tiefe ist der Wolgastsee der tiefste See Usedoms, entstanden ist er aus den Resten eines ehemaligen Wasserarmes der Swine. Die Südostbucht ist von einer ausgedehnten Verlandungszone gesäumt.

Am Gothensee

Vom Wolgastsee führt die Eichenblatt-Markierung des Naturlehrpfads Ostseeküste auf dem Gothenweg am Forsthausgebäude des Naturparkamts Usedom vorbei. Am Ende der Bebauung taucht der asphaltierte Weg in aussichtsreiche Wiesen, links blinkt hinter Bäumen der Gothensee, der größte See von Usedom. Am Seehof, wo man frischen Räucherfisch kaufen kann, endet der Asphaltbelag, und im Wald folgt der Weg dem Reetgürtel des Gothensees.

An der ersten Verzweigung im Wald folgen wir dem Eichenblatt rechts weiter, an der Schutzhütte wiederum rechts zu einer zweiten Schutzhütte an den Wiesen. Schließlich zeigt das Eichenblatt am Rand eines Buchenwalds links, überquert bald darauf auf der steinernen Idabrücke die Trasse der Usedomer Bäderbahn und führt im Wald weiter am Steinernen Tisch vorbei und zurück zum Bahnhof Heringsdorf.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.30 h
Schwierigkeit
StartortHeringsdorf ist das mondänste Seebad auf Usedom und der einzige Standort einer Spielbank auf der Insel.
AusgangspunktBahnhof Heringsdorf an der Usedomer Bäderbahn.
TourencharakterDie Seepromenade zwischen den »Kaiserbädern« Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck ist eine gepflegte Kultur- und Naturwanderung vom Feinsten, der auch der Europäische Fernwanderweg 9 folgt. Wir kombinieren die Seepromenade zwischen Heringsdorf und Ahlbeck mit der Waldwanderung zum Aussichtsturm auf dem Zirowberg und zum idyllischen Wolgastsee. Die »Kaiserbäder« Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck mit ihren Seebrücken, Bäderarchitektur-Villen und bis zu 70m breiten Sandstränden sind die drei östlichsten Seebäder Deutschlands. Vom 19. Jh. bis in die Weimarer Republik waren sie ein beliebter Aufenthaltsort des Adels, des wohlhabenden Bürgertums und einer begüterten Schickeria aus Literatur, Kunst und Film. Prunkvolle Gründerzeit- und Jugendstilvillen prägen die Orte. Die See, das milde Reizklima, die umgebenden Wälder und die aus 408m Tiefe geförderte Heringsdorfer Jodsole bilden ideale Voraussetzungen für Kuren und aktive Erholung.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1 - 30 000 Heringsdorf/Ahlbeck/Bansin (Verlag Grünes Herz) oder Kompass Wander- und Radtourenkarte 1:50 000, Blatt 1005 Usedom/Wollin, oder Nordland Wander- und Freizeitkarte 1:75 000 Usedom.
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Heringsdorf – Ahlbeck. B 111 Jarmen – Wolgast – Heringsdorf – Ahlbeck.
GastronomieHeringsdorf, Ahlbeck, Wolgastsee.
Tourismusbüro
Tourist-Information Seeheilbad Heringsdorf, Kulmstraße 33, 17424 Seebad Heringsdorf, www.drei-kaiserbaeder.de

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