Hallerangeralm

An der Isarquelle (Autor: Siegfried Garnweidner)
39 km
900 m
8.00 h
Hüttenzustieg.
Auf breiter Teerstraße gering ansteigend geht es das Isartal nach Osten hinauf. Kurz vor der Abzweigung zum Wiesenhof wird die Straße etwas steiler und über dem Wirtshaus Wiesenhof verzweigt sie sich. Am mittleren Wegast weiter und auf guter Schotterstraße zur Gleirschhöhe (1069 m). Dort sind immerhin schon 4 Kilometer der enorm langen Strecke geschafft. In weiten Kehren etwas abfallend zur Wegverzweigung. Hier geht es links weiter und in sehr geringem Gefälle ins Hinterautal hinab. Nun lange neben der jungen Isar kaum ansteigend taleinwärts. An der Verzweigung nach 14,4 Kilometern rechts Richtung Kastenalm–Hallerangerhaus weiter. Und fast bis zur Kastenalm. Jenseits der Isar am schmalen, groben und bis zu 30 % steilen Fahrweg nach Südosten stramm hinauf, am ehemaligen Silberbergwerk vorbei und langsam wieder etwas flacher weiter. Die Route führt am Lafatscher Niederleger (1577 m) vorbei und nach rund 19 Kilometern zur Straßenverzweigung. Dort biegt man nach links zur Hallerangeralm ab und gelangt auf einem letzten Stich zum lang ersehnten Unterkunftshaus.
Der ehemalige herrschaftliche Jagdsitz ist ca. 500 Jahre alt und wurde mehrmals erweitert und umgebaut.
Gleich neben der Hallerangeralm steht das Hallerangerhaus der DAV-Sektion Schwaben (26 Betten, 70 Matratzenlager und 8 Notlager). Der Winterraum für 12 Personen ist für Selbstversorger immer offen.
Zu Sunntiger und Speckkarspitze.
Neben einem kurzen Besuch der Isarquelle bieten sich noch zwei lohnende Gipfelziele vom Hallerangerhaus an. Das einfachere heißt Sunntiger und ist 2321 Meter hoch. Der Anstieg über 550 Höhenmeter ist nicht schwierig und in 1 1/2 Stunden zu schaffen. Am beschilderten Weglein wandert man zunächst nach Norden, später gegen Nordwesten zu einem Sonnenhang. Beim Melzer-Denkmal führt der Pfad rechts ab und steigt in Kehren nach Norden zum Gratrücken zwischen Reps und Sunntiger an. Auf der Grathöhe muss man rechts abdrehen und der Trittspur auf der Südseite des Berges folgen, die an einen felsigen Aufschwung heranführt. Auf diesem Anstieg über Kalkfels und Geröll zum Gipfelkreuz hinauf. Zurück geht es entlang der Aufstiegsroute. Noch etwas aufregender präsentiert sich die Tour zur Speckkarspitze (2621 m) über satte 855 Höhenmeter, für die man hinauf rund 2 1/2 Stunden und runter 1 1/2 Stunden einplanen muss. Der Abstieg am »Normalweg« ist relativ einfach, aber der pfiffige Anstieg am Südwestgrat verlangt bisweilen ein robustes Nervenkostüm, vor allem, wenn man das zweifelhafte Vergnügen hat, sich mit Neuschnee herumschlagen zu müssen.
Weiter geht es von der Hallerangeralm zuerst zum Hallerangerhaus hinüber und dann gen Süden. Auf einem breiten, ziemlich flachen Weg wandert man durch lichten Wald bis zum Durchschlag – beeindruckende markante Felsenwände vor Augen. Eine Hangbrücke aus Holz erleichtert den Anstieg und man kommt zum Kreuz auf 2000 Metern Höhe. Von dort gemütlich ins Lafatscher Joch weiter (2081 m), wo die »alpinen Züge« der Tour beginnen. Im Joch links ab und gegen Osten steil durch groben Schotter hinauf. Auf rund 2400 Metern Höhe durchquert man erst eine grüne Wiese, dann einen engen Felsdurchschlupf und gelangt schließlich zum Südwestgrat. Im Wesentlichen folgt man immer auf der luftigen Gratschneide der spärlich markierten Route und kraxelt ein paar Mal durch Grateinsattelungen, bis schließlich das Gipfelkreuz erreicht ist.
Für den Rückweg sollte man die einfachere Route wählen. Sie verläuft vom Gipfel nach Nordwesten und ist mit Drahtseilen gut gesichert. Weit unter dem Lafatscher Joch stößt sie zur Anstiegsroute, der man zurück folgt.

Dauer: Auf: 4 1/2 Std. Ab: 4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour39 km
Höhenunterschied900 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScharnitz (964 m), kostenpflichtiger Parkplatz an der Isar
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEs gibt einige engagierte »Alpin-Aktivisten«, die sich über den Ausbau des Isarursprungs zur Touristenattraktion und den damit verbundenen Taxiverkehr furchtbar aufregen. Man kann diese Leute schon verstehen, denn was dort im so genannten Alpenpark Karwendel stattfindet, hat mit dem Naturschutzgedanken nichts mehr zu tun. Dort geht es ausschließlich ums Geldverdienen, was mit einer gnadenlosen Naturzerstörung verbunden ist. Sogar das eher auf Tourismus ausgerichtete Informationszentrum Karwendel hat sich von solchen Projekten distanziert. Der Isarursprung, der mit kommerziellem Taxibetrieb angefahren wird, ist übrigens in der Nähe der Birkkarklamm, südlich der Birkkarspitze. Gleich hinter der Hallerangeralm gibt es die Isarquelle, die noch unberührt ist und es hoffentlich auch bleibt.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge)
VerkehrsanbindungVon Mittenwald auf der B 2 oder mit der Bahn von München–Garmisch-Partenkirchen oder von Innsbruck bis Scharnitz.
Tipps
Fahrradroute. Der enorm lange Zuweg zur Hallerangeralm von 20 Kilometern bietet sich geradezu für das Mountainbike an. Allerdings wird es ab der Kastenalm enorm steil. Die Fahr- bzw. Schiebezeit beträgt 2 1/4 Stunden, zurück etwa 1 Stunde.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1768 m, Erbaut: privat, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Mitte Oktober, 26 Betten, ca. 50 Lager, kein Winterraum, Spezialität: Gamsbraten, www.halleranger–alm.at, Telefon: +43(0)5213/5119 oder 5277
Tourismusbüro
Scharnitz, Tel.: +43(0)5213/5270; www.tirol.at/scharnitz

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