Hämmermoosalm, Wangalm und Rotmoosalm

Almfahrwege, Wanderwege und Bergsteige. Wanderparkplatz Salzgraben - Hämmermoosalm - Wurziger Steig - Wettersteinhütte - Wangalm - Südsteig - Rotmoosalm - Mitterjöchl - Steinernes Hüttl - Tillfußalm - Gaistalalm - Wanderparkplatz Salzgraben. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
25 km
2038 m
8.00 h
Anstieg zur Hämmermoosalm Vom Parkplatz Salzgraben wandern wir links über die Brücke und folgen dem breiten Almweg durchs Gaistal. Nach einer Viertelstunde zweigt rechts der Fahrweg zur Hämmermoosalm ab. Ein kurzes Stück noch durch Wald, dann sind die weiten Weidehänge der großen Alm erreicht. Weiterweg zur Wangalm Von der Hämmermoosalm folgen wir dem oberhalb der Alm weiterführenden Fahrweg, der bald in einen rot markierten Bergsteig übergeht (Markierungs-Nummer 41). Der Salzbach und einige seiner Zuflüsse werden gequert und bald treffen wir auf den von rechts heraufkommenden direkten Anstiegsweg. Einige Sitzbänke am Weg laden zur Rast. Nun links ansteigend, bis wir auf den rechts abzweigenden „Wurzigen Steig“ stoßen. Auf ihm ohne große Höhenunterschiede – aber über viele Baumwurzeln – ostwärts durch Nadelwald. Gelegentliche Ausblicke auf die Hohe Munde und hinab ins Leutaschtal. Beim Schönegg liegt wenige Meter vom Weg ein vorgeschobener Aussichtspunkt, den wir natürlich nicht auslassen. Links weiter über eine steile Passage bergwärts, bis der Steig sich wieder Richtung Osten wendet. Am oberen Rand der Waldgrenze hinüber zur kleinen, auf einem Vorsprung gelegenen Wettersteinhütte. Von der Hütte hinab in den Klammbachgraben (von hier direkter Abstieg ins Tal möglich), dann links den neuen Fahrweg hinauf zur ebenfalls bewirtschafteten Wangalm. Übergang zur Rotmoosalm Von der Wangalm in Serpentinen die freien Weidehänge hinauf, entlang dem Klammbach in das Kar des Oberreintalschrofens. Dort treffen wir auf den Südsteig (Wegtafel). Hier wenden wir uns links und folgen diesem hinauf auf den Roßbergsattel. Nun nurmehr leicht ansteigend den Pfadspuren folgend durch die Kare der Südseite, wobei wir einige Mulden und Rücken queren. Nach etwa der Hälfte des Weges erreichen wir den höchsten Punkt dieses Höhenweges. Durch Latschen hinab in die Mulde unterhalb des Schönbergs und über die bald freien Grashänge hinunter zur Rotmoosalm. Von hier ist ein direkter Abstieg auf dem Almfahrweg ins Gaistal möglich. Übergang zum Steinernen Hüttl Von der Rotmoosalm weiter auf dem Südsteig in einer halben Stunde über die freien Hänge auf den Rücken, der den Predigtstuhl mit dem Hochwanner verbindet. Von dort führt der Steig – gut einsehbar – in einem Linksbogen nahezu eben hinüber zum Mitterjöchl (2100 m). Über die mit Latschen durchsetzten Hänge hinüber zum Steinernen Hüttl. Abstieg zur Tillfußalm und Rückkehr Vom Steinernen Hüttl folgen wir dem links hinabführenden Steig (Markierungs-Nummer 816) in Serpentinen über die steilen Hänge in ein Bachtal, queren dieses und steigen zur Waldgrenze hinab. In Kehren durch Wald, der Weg ändert mehrmals die Richtung, dann erneut über den Bach und direkt – zuletzt in Serpentinen – hinab zum Jagdhaus und zur Tillfußalm, wo wir beinahe den Talgrund erreicht haben. Dort rechts auf dem Almfahrweg – vorbei an der Gaistalalm – an der Leutascher Ache entlang zurück zum Ausgangspunkt. Der Gipfelabstecher Der dem Südsteig vorgelagerte, felsige Predigtstuhl (2234 m) bietet einen grandiosen Tiefblick ins Gaistal. Für geübte Bergsteiger (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung!) eine kleine Herausforderung. Von der Rotmoosalm folgt man dem markierten Weg hinauf zum Sattel zwischen Predigtstuhl und Hochwanner. Dort wendet man sich links und steigt auf den felsigen Nordgrat des Predigtstuhls zu. Dort aber links und auf markiertem Steig durch eine Felsrinne auf den aussichtreichen Gipfel mit Kreuz. Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied2038 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Parkplätze Stopper oder Salzgraben am Eingang ins Gaistal (1200 m).
TourencharakterDie sonnenbeschienenen Grashänge unter den Südkaren der Wetterstein-Südseite sind bereits sehr früh im Jahr wieder aper. Daher gibt es auch auf großer Höhe ausgedehnte Bergweiden. Auf unserer Runde durch das Gaistal berühren wir fünf große Almen der Agrargenossenschaften Telfs und Leutasch - Erste Station ist die Hämmermoosalm mit ihrem stattlichen Haupthaus und mehreren Nebengebäuden. An dieser Stelle stand früher ein Bauernhof, dessen Geschichte über 400 Jahre zurückreicht. Heute tummeln sich dort im Sommer an die 80 Rinder. Im Winter ist hier ebenfalls Betrieb: Die Rodelfans erobern sich das Gelände. Auf die Wangalm, die sich weit oben am Berg befindet, treibt man von Ende Juni bis Ende September zehn Kühe und 60 Stück Jungvieh sowie 50 Pferde, 650 Schafe und 120 Ziegen. Das Jungvieh weidet bereits am 1. Mai auf der so genannten Vorbergweide, bevor es auf die Alm geht. Der Senner ist allerdings bereits vor Ort, sodass die Einkehr gesichert ist. Im Jahr 1999 wurde ein neuer Milch- und Käseraum angebaut. Wanderer finden hier in der jahrhundertealten, aber natürlich zwischenzeitlich renovierten Almhütte Speis und Trank sowie Unterkunft. Der Almbetrieb stellt Butter und Graukäs, Topfen und Joghurt her. Als Schmankerl werden Tiroler Gröstl, Speckteller, Käsknödel und Kaiserschmarrn angeboten. Im Herbst gibt es keinen Almabtrieb im eigentlichen Sinne, denn die Kühe und das Jungvieh werden talwärts zur Nachbergweide getrieben und erst dann in die heimatlichen Ställe gebracht. Die Schafe bleiben so lange wie möglich am Berg. Unsere dritte Station ist die sehr hoch gelegene Rotmoosalm; sie ist der Hochleger der Gaistalalm. Auf ihr weiden im Sommer 250 Stück Jungvieh und vier Kühe sowie 40 Pferde. Das Almvieh ist von Mitte Juli bis Ende August auf der Rotmoosalm, die Zeit davor und danach auf der Gaistalalm. Die heutige Almhütte feiert 2003 ihr 50-Jähriges, die Almbewirtschaftung reicht aber viel weiter zurück. Früher war das etwas unterhalb gelegene Steinhaus, das jetzt als Viehunterstand dient, die Almhütte. Auf der Rotmoosalm wird Butter und Graukäs hergestellt, der die Grundlage für die beliebten Kasknödel abgibt. Neben den üblichen Brotzeiten werden natürlich der fast schon obligatorische Kaiserschmarrn sowie – wir sind hier ja in Tirol – Speckknödel zubereitet. Auf unserem anschließenden Rückweg durch das Gaistal haben wir noch Gelegenheit bei der Tillfußalm und der Gaistalalm vorbeizuschauen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000 „Werdenfelser Land“.
VerkehrsanbindungÜber Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald ins Leutaschtal. Über die Ortsteile Platzl und Klamm der Ausschilderung folgend in das Gaistal. Am Ende der öffentlichen Straße befinden sich die beiden gebührenpflichtigen Parkplätze Stopper und Salzgraben. Mit der Bahn bis Mittenwald, mit Bus in die Leutasch bis zum Ortsteil Klamm.
GastronomieHämmermoosalm (1417 m), privat, von Anfang Mai bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern bewirtschaftet, im Sommer Montag Ruhetag; Wettersteinhütte (1717 m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten bis Ende Oktober, 30 Lager, Tel. ++43/5214/66 88; Wangalm (1753 m), privat, bewirtschaftet von Ende Juni bis Mitte/Ende September, 30 Lager, Tel. ++43/664/542 43 56; Rotmoosalm, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 12 Lager, Tel. ++43/664/422 61 49; Steinernes Hüttl (1925 m), privat, von Ende Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet, einige Lager, Tel. ++43/5264/5597; Tillfußalm (1382 m), und Gaistalalm (1350 m), beide sind bis Mitte Oktober bewirtschaftet, jeweils auch mit Übernachtungsmöglichkeit.
Tipps
Der Tipp für Kinder Diese hier vorgestellte Almrunde ist in ihrer vollen Länge für Kinder zu anspruchsvoll. Es empfiehlt sich daher die gemäßigte Talvariante - Vom Parkplatz ins Gaistal, rechts hinauf zur Hämmermoosalm, von dort weiter über den Leitenbach zur Gaistalalm bzw. zur Tillfußalm (oberhalb dieser Alm liegt das ehemalige Jagdhaus von Ludwig Ganghofer, dem Verfasser so mancher Heimatromane). Zurück durch das Gaistal zum Ausgangspunkt.
Informationen
Dauer - Vom Wanderparkplatz zur Hämmermoosalm 1/2 Std.; Weiterweg über den Wurzigen Steig zur Wangalm 1 1/2 Std., Übergang auf dem Südsteig zur Rotmoosalm 2 Std., Übergang zum Steinernen Hüttl 1 1/2 Std., Abstieg zur Tillfußalm 1 Std., Rückkehr zum Ausgangspunkt 1 1/2 Std. Gesamtgehzeit: 8 1/2 Std. Abkürzung möglich. Gipfelabstecher zum Predigtstuhl 2 1/2 Std.
Unterkunft
Hämmermoosalm (1417 m), privat, von Anfang Mai bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern bewirtschaftet, im Sommer Montag Ruhetag; Wettersteinhütte (1717 m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten bis Ende Oktober, 30 Lager, Tel. **43/5214/66 88; Wangalm (1753 m), privat, bewirtschaftet von Ende Juni bis Mitte/Ende September, 30 Lager, Tel. **43/664/542 43 56; Rotmoosalm, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 12 Lager, Tel. **43/664/422 61 49; Steinernes Hüttl (1925 m), privat, von Ende Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet, einige Lager, Tel. **43/5264/5597; Tillfußalm (1382 m), und Gaistalalm (1350 m), beide sind bis Mitte Oktober bewirtschaftet, jeweils auch mit Übernachtungsmöglichkeit.