Große Klammspitze

Von Linderhof auf einen schönen Gipfel: Bis zu den Brunnenkopfhäusern bequemer Fußweg (ehemals Reitweg), oberhalb alpiner Wanderweg, Schrofen, im Frühsommer steile Altschneefelder, Gipfelanstieg Steiganlage. Klammspitzgrat zum Feigenkopf Steig in steilem Schrofengelände, teilweise Schwierigkeitsgrad I.
Auf die lange Nordkette der Ammergauer Alpen, an die sich die weiten Wälder des oberbayerisch-allgäuerischen Grenzgebietes anlehnen, führt unsere Tour. Wegen der Ausdehnung dieser Wälder führt kaum ein Anstieg von Norden her auf diesen Gebirgszug, sieht man einmal von der verkehrsmäßig besonders gut erschlossenen Kenzenhütte ab. Die Gipfel zwischen Kenzen- und Pürschlinghaus werden somit durchwegs von Süden, aus dem Graswangtal erstiegen. Das macht die Anstiege zu Genusstouren mit viel Sonne, langer Saison, schöner Aussicht auf die Ammergauer Hauptgipfel und mäßigen Gehzeiten.

Nicht jede Bergtour hat zudem so einen prächtigen Ausgangspunkt wie die Große Klammspitze mit dem Schloss Linderhof. Das „neobarocke“ Bauwerk König Ludwigs II., errichtet 1869–1878, und der elegante Park sind einen Besuch wert, und normalerweise reicht auch unsere Zeit dafür, selbst wenn wir die Klammspitze als Tagestour machen. Nicht entgehen werden wir dabei allerdings einem gründlichen Bad in der Menschenmenge ...

Hinter den Häusern von Linderhof beginnt der markierte, bequeme Anstieg zu den Brunnenkopfhäusern. Auch hoch zu Ross käme man dort noch hinauf, denn der Weg ist ein ehemaliger königlicher Reitweg. Die zwei kleinen Hütten hat einst der Bayernkönig als Jagdhäuser erbauen lassen. Der Romantiker auf dem Thron liebte die Natur, die Einsamkeit und das Waidwerk und verbrachte viele Wochen auf seinen Jagdhütten und -schlössern im bayerischen Gebirge. Die Ammergauer Alpen gelten bis heute als das beste Gamsrevier Deutschlands.

Der Weg führt zunächst unter den Dreisäulerkopf und unter diesem in weiter Querung zu den Brunnenkopfhäusern. Ab hier wird es deutlich anspruchsvoller: Querung der steilen Südhänge unterm Brunnenkopf, Anstieg durchs Wintertal unter die Wände der Klammspitze und Gewinnung der südlichen Gipfelabdachung – und dann der „Gipfelsieg“. Kaum zu glauben, dass wir nicht einmal die Zweitausendermarke überschritten haben!

Wenn wir Zeit und Lust auf einen schönen Höhenweg haben und gut zu Fuß sind, können wir über den so genannten Klammspitzgrat nach Westen wandern, den Feigenkopf überschreiten und über die weiten Wiesenböden der Hirschwangalm zum Bäckenalmsattel absteigen. Wir müssen dafür trittsichere und geübte Wanderer sein, und wir sollten uns genau an den Weg bzw. die Pfadspuren halten. Auch gibt es keinen Notabstieg von dem Grat, und der Rückweg durchs Sägertal und die letzten zwei Kilometer auf der Ammertalstraße dürften weniger abwechslungsreich sein.

Überhaupt lässt sich der nördliche Hauptkamm der Ammergauer auf einer für Voralpenverhältnisse einmaligen, mehrtägigen „Haute Route“ überqueren. Die Überschreitung kann in Oberammergau bzw. Unterammergau (oder sogar in Eschenlohe) beginnen und in Füssen enden und schließt selbstverständlich auch den oben beschriebenen Weg ein; sie ist Teil des berühmten „Maximilianswegs“, der von Lindau nach Berchtesgaden führt.

Dauer: Von Linderhof auf die Brunnenkopfhütte 1 3/4 bis 2 Std., weiter zur Klammspitze 1 1/4 Std., Abstieg 2 1/2 Std., Abstieg über Bäckenalmsattel 4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortLinderhof, 943 m.
AusgangspunktParkplatz Linderhof (gebührenpflichtig).
TourencharakterBis zu den Brunnenkopfhäusern bequemer Fußweg (ehemals Reitweg), oberhalb alpiner Wanderweg, Schrofen, im Frühsommer steile Altschneefelder, Gipfelanstieg Steiganlage. Klammspitzgrat zum Feigenkopf Steig in steilem Schrofengelände, teilweise Schwierigkeitsgrad I.
Hinweise
Der gesamte Nordzug des Ammergebirges von Oberammergau bis Hohenschwangau/Füssen kann auf dem über die Klammspitze führenden Höhenweg überschritten werden.
KartentippTopographische Karte 1:50 000, Sonderblatt „Werdenfelser Land“ (LVG).
Verkehrsanbindung
  • mit dem Auto: Von der Garmischer Autobahn über Oberau – Ettal oder von Murnau – Oberammergau ins Graswangtal bis zum Schloss Linderhof
  • mit Bahn/Bus: Mit der Bahn nach Oberammergau oder Garmisch-Partenkirchen; aussteigen am Bahnhof Oberau, von dort mit RVO-Bus nach Linderhof
GastronomieBrunnenkopfhütte, 1602 m (AV-Hütte, bewirtschaftet von Ende Mai bis Mitte Oktober, 35 Plätze); Gasthäuser in Linderhof
Höchster Punkt
Große Klammspitze, 1924 m.
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