Grasköpfl, 1753 m

Recht anspruchsvolle Runde, teilweise unmarkierte Wege, trotzdem aber kaum Orientierungsprobleme. An der Pürschschneid kurze gesicherte Passage. Trittsicherheit und eine ordentliche Kondition erforderlich (Autor: Eugen E. Hüsler)
21 km
1100 m
6.00 h
Ins Krottenbachtal Der Auftakt zur Runde ist eher monoton, führt von Fall (773 m) zunächst auf Asphalt nach Süden. An der Straßengabelung kurz vor der Dürrachbrücke hält man sich rechts und wandert auf der breiten Sandpiste hinein ins Krottenbachtal. Der Bergbach hat hier im Lauf der Jahrtausende eine wilde Klamm geschaffen; ab und zu bietet sich von der Straße ein kurzer Blick in die Tiefe. Hinter der Abzweigung zur Wiesalm senkt sich das Sträßchen sanft zum Talboden. Beim Griesmann-Niederleger biegt der Weg nach Süden um, etwa 20 Minuten weiter, knapp vor der Brücke über den Moosenbach, zweigt rechts eine deutliche Wegspur ab (kein Hinweis; 1.15 Std.). Wasserspiele Der kunstvoll angelegte Pfad steigt neben den Kaskaden des Bachs an. Die verführen immer wieder zu einem kleinen Seitensprung, zum Fotografieren oder einfach nur zum Staunen. Nach gut einer halben Stunde Anstieg wechselt der Weg die Talseite, an dem bewaldeten Hang steigt er in Serpentinen weiter an. Von einer Geländeschulter bietet sich ein packender Blick auf den größten Fall, dann führt die Spur, einen abschüssigen Hang querend, wieder direkt ans Wasser heran. Das wurde früher aufgestaut, wie die zerfallene Klause (1420 m; 2.45 Std.) am Rand des Klausenlochs beweist: Trift. Das in der Umgebung der Moosenalm geschlagene Holz kam auf dem Wasserweg ins Tal; für die Holzarbeiter ein mühsames und extrem gefährliches Geschäft. Zum Grasköpfl Hinter der Klause liegt eine sumpfige Mulde. Man quert sie nach Westen und steigt im Wald weglos (rote Markierungspunkte) an gegen die Almwiesen nördlich der Moosenalm. Die bleibt links abseits; an einem Wiesenbuckel (ca. 1570 m) stößt man auf rote Markierungen. Sie leiten am Waldrand hinunter in die Senke des Wiesbauern-Hochlegers (1481 m). Die Fortsetzung der Tour führt sanft ansteigend (Quelle 10 Min. oberhalb des Hochlegers) in die spärlich bewaldete Südostflanke des Grünlahnerecks (1726 m), dann hoch über dem felsigen, unzugänglichen Kessel des Oedlbachs hinüber zum Nordostgrat des Grasköpfls (1753 m), wo links der schmale Gipfelsteig abzweigt. Vom höchsten Punkt (3.45 Std.) bietet sich eine stimmungsvolle Aussicht, vor allem ins zentrale Karwendel. Abstieg Vom Grasköpfl geht man zurück zur Abzweigung des Gipfelsteigs, folgt dann der Pürschschneid. Auf einer kurzen Passage verläuft der Weg über ein schmales Band (Drahtseil). Hinter einem felsigen Eck geht’s hinunter zur Grammersbergalm (1498 m). Hier wird aus dem Fußweg eine breite Fahrspur, die in Schleifen hinabzieht zur Wiesalm (1010 m). Nun links und auf schotteriger Piste durch die waldschattigen Nordhänge des Roßkopfs (1131 m) hinab in die Au und hinein nach Fall (6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortLenggries (679 m)
AusgangspunktFall (773 m), kleines Dorf am Sylvenstein- Stausee
EndpunktFall (773 m), kleines Dorf am Sylvenstein- Stausee
TourencharakterMit Geheimtipps ist das so eine Sache: einmal preisgegeben, sind sie keine mehr. Im Fall des Moosenbachs kann ein bisschen »Öffentlichkeitsarbeit « aber nicht schaden, wird sie doch kaum die Massen anlocken. Denn die »schönsten Wasserspiele des Isarwinkels« muss man sich geduldig erwandern, sie verstecken sich ganz weit hinten im Graben des Krottenbachs. Und einmal oben an der alten Klause angekommen, folgt noch eine Höhen- und Gipfelwanderung, bevor man wieder absteigt nach Fall. Rekord! Die eigentliche Sensation der Runde ist der Moosenbach. Er stürzt in vielen Kaskaden über einen Höhenunterschied von sagenhaften 450 Metern (!) ab zum Krottenbach – und ist damit sogar höher als die berühmten Krimmler Wasserfälle! Mit den tosenden Wassermassen der Krimmler Ache – gespeist von einigen Tauerngletschern – kann es das kleine Isarwinkler Gewässer natürlich nicht aufnehmen. So weist kein Reiseführer auf die Sensation hin, und die Mädels vom Tourismusbüro in Lenggries haben noch nie etwas von ihren »Big Falls« gehört. Das macht nichts, wir finden schon hin, obwohl im Krottenbachtal kein Schild zu den Fällen weist. Im Frühling, wenn oben auf der weiten Alm noch reichlich Schnee liegt, die Sonne aber bereits hoch am Himmel steht, braucht man bloß hinzuhören. Es rauscht im Wald vernehmlich, und die Abzweigung des unmarkierten, aber deutlichen Weges ist so nur schwer zu verpassen. Nicht zu übersehen sind im weiteren Anstieg auch die vielen großen und kleinen Wasserfälle, die idyllischen (Bade-)Gumpen.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt 1:50000, Blatt UK 50-51 »Karwendelgebirge «; 1:25000, Blätter 8434 »Vorderriß« und 8435 »Fall«
MarkierungenMit Ausnahme des Anstiegs am Moosenbach markierte Wege, einige Wegweiser
VerkehrsanbindungVon Bad Tölz via Lenggries nach Fall; Parkplätze am Ortsrand und an der Straße ins Dürrachtal. Lenggries ist Endstation der BOB von München. Bus bis Fall
GastronomieKeine bewirtschaftete Hütte unterwegs. Einkehrmöglichkeiten in Fall
Tourismusbüro
Gästeinformation, Rathausplatz 2, 83661 Lenggries, Tel. 08042/501 80, info@lenggries. de, www.lenggries.de

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