Grabspitze (3059 m)

Sehr lange und anspruchsvolle Bergfahrt, teilweise nur Steigspuren, manchmal sehr steiles Gelände; Trittsicherheit nötig (Autor: Dieter Seibert)
Auf die Grabspitze (5 Std.).
In Platz über den Pfitscherbach nach Überwasser. Dort über einen kleinen Bach nach rechts, an ihm entlang zu den ersten Bäumen und zwischen diesen hindurch zu den oberen Wiesen. Dann im steilen Wald empor auf einen Geländerücken und schräg nach links – hoch über den sehr scharf eingeschnittenen Bachläufen – auf den Talboden, ein Sammelbecken der Lawinen. Oberhalb die auffallend wilden Felsgipfel wie die Viedspitze (2690 m) mit hohen, sehr steilen Wänden. Anfangs noch über schöne Matten rechts des Baches auf Steigspuren aufwärts, dann zunehmend auf steinigem Boden zum Engpass des Tälchens. Über eine plattige Stufe ausgesetzt nach links und sehr steil in den nächsten Boden empor. Immer rechts des Baches durch die schmale Steilmulde in das oberste Becken, in dem sich lange ein Schneefeld hält. Nach rechts auf den Kamm und über den ausgeprägten, doch einfachen Grat zur Gipfelschneide. Über sie etwas exponiert auf Gras, Blockwerk und auffallend rotem Splitt zum Kreuz.
Abstieg (3.15 Std.) auf der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1620 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortSt. Jakob (1449 m), Hauptort im inneren Pfitschtal
AusgangspunktPlatz (1440 m), 2 km westlich von St. Jakob auf einem schmalen Wiesenboden
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAus dem weiten Becken von Sterzing gleich südlich des Brenners ziehen sternförmig die Täler in die Berge hinein. Das Pfitschtal ist mit 22 Kilometern (bis zum letzten Weiler) das längste dieser Täler, und doch kennen nur wenige den noch recht ursprünglichen Einschnitt, dessen Bergkulisse immer eindrucksvoller wird, je weiter man nach Nordosten vordringt, denn im Talhintergrund ragt dann der Hauptgipfel der Zillertaler Alpen, der Hochfeiler (3510 m), auf. Platz heißt ein Dörfchen kurz vor St. Jakob, dem Zentrum des inneren Tals. Dort parkt bei schönem Wetter oft eine ganze Reihe Autos. Ihre Insassen sind den sehr direkten, aber trotzdem dreistündigen Weg zur Landshuter Hütte (2693 m) hinaufgestiegen, die heute den Ehrentitel »Europahütte« trägt. Durch die neue Grenzziehung zwischen Nord- und Südtirol im Jahr 1918 wurde die Hütte in zwei ungleiche Teile zerschnitten, und – das dürfte einmalig sein – 60 Jahre lang moderten zwei Drittel der Hütte vor sich hin, während der Teil auf österreichischem Boden als gemütlicher Stützpunkt bewirtschaftet wurde. Inzwischen kümmern sich die Sektionen Landshut und Sterzing um den herrlich auf dem Kamm gelegenen Stützpunkt.
Wer einmal dort oben stand, wird vielleicht zu den wenigen gehören, denen die Grabspitze ins Auge gefallen ist. Sie steht in dem Kamm südlich des Pfitschtals und ist über das Pfundersjoch mit der Wilden Kreuzspitze verbunden. Dieser elegante, rötliche Kegel mit seiner 500 Meter hohen Nordwand ragt zwar gewaltig über seine Umgebung auf, lässt sich aber schlecht aus den Tälern bewundern. Die unauffällige Lage und der fast unbekannte Name sind aber nicht alleine für das Aschenputteldasein dieses Dreitausenders verantwortlich. Ein teilweise nur winziger Steig führt durch immer wieder äußerst steiles Gelände über nicht weniger als 1600 Hm dort hinauf, bis zu fünf Stunden ist man unterwegs. Der Gipfel ragt ungewöhnlich nahe über dem Tal auf, es liegen nur 3,8 Kilometer dazwischen. Hier ließe es sich deshalb ideal testen, wie viele Höhenmeter man pro Stunde schaffen kann.
Hinweise
Siehe Tour 46 in Karte.
KartentippAV-Karte, Blatt 31/3 (Brennerberge).
VerkehrsanbindungVon der Brenner-Autobahn (Ausfahrt Sterzing) durch das Pfitschtal zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Grabspitze (3059 m)
Unterkunft
Keine Möglichkeit

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