Glecksteinhütte, 2317 m

Hüttenwanderung für höhenerprobte Fußgänger ohne Angst vor der Tiefe. Sehr schön angelegter Steig mit längeren gesicherten Passagen, grandiose Hochgebirgskulisse mit dem Schreckhorn als Blickfang. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Vom Parkplatz beim Hotel Wetterhorn (1230 m) folgt man der Scheidegg-Straße kurz bis zur Abzweigung des Hüttenweges. Er quert zwei Zuflüsse der Schwarzen Lütschine und führt über den grünen Ischboden (= Eisboden) gegen einen teilweise bewaldeten, steilen Rücken. Mühsam hinauf zu den Felsen und nach rechts (Schneefeld) auf den »Ischpfad«. Er folgt, stetig an Höhe gewinnend, den schmalen, teilweise recht luftigen Bändern am Felssockel des Wetterhorns und biegt oberhalb der ehemaligen Seilbahnstation Engi (1670 m; 1:30 Std.) ab in das Tal des Oberen Grindelwaldgletschers. Nach kurzem Zwischenabstieg folgt die obligate Dusche durch den Wyssbach; danach quert der Weg ansteigend mächtige Plattenschüsse, ehe er in ein paar Kehren einen herrlichen Rastplatz (ca. 2150 m) vor der Eiskulisse des Oberen Grindelwaldgletschers gewinnt. Einen letzten, harmlosen Felsriegel übersteigt man linkshaltend (Drahtseile, Ketten), dann geht es über die steinigen Schafwiesen des Schneebiel hinauf und hinüber zur Glecksteinhütte (2317 m; 3:30 Std.). Abstieg nur auf dem Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHotel Wetterhorn (1230 m) an der Straße zur Großen Scheidegg.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Eiger mit seiner Nordwand mag Grindelwald mehr Schlagzeilen (und japanische Gäste) beschert haben, das markanteste Felsprofil in der berühmten Berner Hochgebirgsarena bietet eindeutig das Wetterhorn (3692 m). Und Geschichte wurde auch an diesem Berg geschrieben. 1908 nahm der Wetterhorn-Aufzug seinen Betrieb auf, als erste Personen-Seilschwebebahn der Welt! Sie sollte in vier Sektionen bis zum Gipfel (!) führen, doch setzte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der damit verbundene Einbruch des Fremdenverkehrs dem wegweisenden Projekt ein jähes Ende. Neben dem Hotel Wetterhorn steht heute eine der beiden 16 Personen fassenden Kabinen. Erhalten blieb auch die Bergstation Engi (1670 m) hoch in den Felsen. Der Anstieg zur Glecksteinhütte führt unweit dieses Denkmals vorbei und bietet Gelegenheit, sich von der Kühnheit dieser Anlage ein Bild zu machen: 420 Meter Höhenunterschied überwand die Bahn auf eine Streckenlänge von 560 Metern!
Fast das Dreifache an Steigung hat der Wanderer zu überwinden, ehe er sich auf der Terrasse vor der Glecksteinhütte (2317 m) niederlassen und die Aussicht genießen kann. Da fließt im Sommer der Schweiß reichlich, und weniger Bergerfahrene bekommen am gesicherten »Ischpfad« und auf den abschüssigen »Zybachs Platten« möglicherweise weiche Knie. Für Abkühlung sorgt zwischenzeitlich der Wyssbach, der direkt über den Weg herabstiebt. Und wer nach dem Hüttenanstieg noch Lust auf ein Gipfelerlebnis hat, kann sich das Chrinnenhorn (2741 m) vornehmen: 1 1/2 Stunden, weiß-blau-weiß markiert, über leichte Felsen und Geröll. Aus- und Tiefblicke entschädigen garantiert für die zusätzliche Anstrengung!
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 254T »Interlaken« mit Wanderwegeaufdruck; Landeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 2520 »Jungfrau-Region«; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungGrindelwald erreicht man von Interlaken mit der Bahn oder über eine gute Straße, 20 km. Weiterfahrt bis zum großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz beim Hotel Wetterhorn (1230 m) möglich, 4 km. Ab Bahnhof Grindelwald auch mit dem Grindelwald-Bus.
GastronomieGlecksteinhütte (2317 m), bewirtschaftet Juli bis September, im Juni und Oktober nur zeitweise; Tel. 033/853 11 40.
Tipps
Vom Hotel Wetterhorn aus lohnt sich der kurze Abstecher zur Zunge des Oberen Grindelwaldgletschers. Ein markierter Weg führt ins Vorgelände des Gletschers und anschließend über 890 Treppenstufen hinauf zur Gletscherbar (1373 m), 1/2 Std. Geöffnet Mitte Mai bis Ende Oktober. Packende Eindrücke vermittelt auch der Abstecher über den »Leiternweg« hinauf zum oberen Gletscher. Der kühn trassierte Steig schlängelt sich vom Restaurant Milchbach (1348 m) über Felsstufen und durch eine Steilrinne hinauf zu der Geländeterrasse oberhalb des Eises. Ab Hotel Wetterhorn hin und zurück 2 1/2 Std.; Trittsicherheit unerlässlich!
Tourismusbüro
Grindelwald Tourismus, Postfach 124, CH-3818 Grindelwald; Tel. +41(0)33/854 12 12, Fax 854 12 10, E-Mail touristcenter@grindelwald.ch, Internet www.grindelwald.ch

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