Gerstinger Joch (2035 m)

Ausgedehnte Rundtour in überwiegend waldfreiem Berggelände. Die Routen sind zum großen Teil nicht markiert und stellenweise sogar weglos, aber meist leicht zu finden. Weite Strecken auf Fahrwegen. Zwischen Hintenkarscharte und Haglangeralm muss man immer wieder mit sehr sumpfigem Boden rechnen, deshalb braucht man solides, nässeunempfindliches Schuhwerk. Vor allem beim Abstieg sind etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
1100 m
6.00 h
Von der Mautstelle folgt man neben der Unteren-Grund-Ache der Fahrstraße nach Südwesten taleinwärts. Nach einer knappen Viertelstunde Gehzeit neben dem Fahrweg zu einem schönen Wasserfall. Hier kann man von einem kleinen Aussichtsplatz das Naturschauspiel gut beobachten. Nun lange gering ansteigend das Tal hinauf, aus dem Wald hinaus und zum Hintenbachparkplatz (1141 m). Bis dort könnte man – gegen Gebühr – auch mit dem Auto fahren, damit wäre die Tour insgesamt rund 1.30 Std. kürzer. Als Alternative böte sich auch ein Fahrrad an, mit dem man – sehr sportlich und fürs Bike auch sehr steil – noch weiter auffahren könnte.
Beim Parkplatz rechts abzweigen und auf der Hintenkarstraße moderat ansteigend hinauf. Anfangs nach Norden, dann in Kehren gegen Westen und anschließend sogar nach Süden durch lichten Wald und über Weidehänge zur Abzweigung auf knapp 1300 m Höhe. Dort links weiter und dann insgesamt in weitem Rechtsschwenk wieder durch enge Straßenkehren zur Hintenkar-Niederalm (1546 m). Bei der Alm rechts halten, kurz nach Norden hinauf und dann gering ansteigend gegen Westen zur kleinen Hintenkar-Hochalm (1722 m). Dort endet der Fahrweg. Es gibt nun keine Wegmarkierung und keine Trittspur. Man braucht also für die nächsten 20 Minuten ein wenig pfadfinderisches Gespür. Wer dies hat, wird keine besonderen Probleme bei der Routenfindung durchs Krummholz gegen Nordwesten haben, bis die 1829 m hohe Hintenkarscharte erreicht ist. Dort stößt man zu einem deutlich markierten Querweg, dem man nach links, also gegen Südwesten, folgt. Er führt gering ansteigend nördlich eines Höhenzugs dahin und schwingt sich in einem kurzen Linksknick etwas auf. Zwischen dunklen Seeaugen führt er in weitem Bogen über einen Kammausläufer und dreht gegen Südosten ab. Dann geht es mal durch Mulden, dann wieder über sanfte Höhenzüge in ständigem Auf und Ab längere Zeit in der gleichen Richtung weiter, bis schließlich nach kurzem Gipfelsprint durch Latschenbuschwerk das Gipfelkreuz des Gerstinger Jochs (manche sagen auch Girstinger Joch) erreicht ist.
Abstieg.
Vom Gipfel folgt man einer schmalen Trittspur gegen Osten. Sie führt über den Ostgrat anfangs recht flach dahin, fällt aber nach einem Linksknick stellenweise sehr steil ab. Dort können sowohl Trittsicherheit als auch Schwindelfreiheit nicht schaden. Allmählich flacht der Grat etwas ab, weitet sich zu einem breiten Rücken, und auf Höhe der Baumgrenze wird der Untergrund immer feuchter. Vor einem steilen Abbruch dreht die Wegspur rechts ab und fällt aber bald darauf ziemlich steil wieder nach links durch eine stark abbrechende Hangmulde zur Haglangeralm ab. Von der Alm nur kurz der Straße nach links folgen und in der ersten Kehre auf den beschilderten Bergweg nach Nordwesten abzweigen. Er führt geradeaus hinunter und durch einen breiten Bachlauf. Anschließend dreht er rechts ab und steigt etwa 40 m an, bis er knapp unter der Hintenkar-Niederalm die Aufstiegsroute erreicht. Auf ihr nach Aschau zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz vor der Mautstelle der Straße durch den Unteren Spertengrund (südlich der Oberlandhütte; 1011 m)
EndpunktParkplatz vor der Mautstelle der Straße durch den Unteren Spertengrund (südlich der Oberlandhütte; 1011 m)
TourencharakterEs gibt Tage, da will man einfach nur gehen. Vor allem in Situationen, in denen man Stress abbauen muss oder einfach nur seine Ruhe haben möchte, zieht es manche Menschen auf einsame Berge, die nur weite Entfernungen und wenig Trubel garantieren müssen. Wer so etwas sucht, ist am Gerstinger Joch richtig aufgehoben. Zwar kann man auf der Tour auch schöne Ausblicke genießen – vor allem zum Großen Rettenstein und auf die Venedigergruppe –, doch eines bietet der Berg im Überfluss: weite Strecken.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
MarkierungenEin paar Wegtafeln, etappenweise Markierungspunkte, aber auch lange unmarkierte Strecken
VerkehrsanbindungBusverbindung Kitzbühel–Kirchberg–Aschau; mit dem Auto von Kitzbühel oder Wörgl nach Kirchberg in Tirol und dann nach Aschau und zum Eingang in den Unteren Spertengrund
GastronomieNur in der Oberlandhütte nahe des Ausgangspunktes
Tipps
Über die Haglangeralm mit dem Radl. Eine schöne Alternative für Mounainbiker wäre die Auffahrt von der Oberlandhütte auf der Mautstraße bis kurz vor die Stieralm. Bei der Schranke rechts abbiegen und am Pfannschlagweg über Stockeralm und Angeralm zur Haglangeralm (7,9 km und 1.15 Std. Fahrzeit). Von dort geht man die Gipfelrunde andersherum als unten beschrieben.
Höchster Punkt
Gerstinger Joch (2035 m)
Unterkunft
Oberlandhütte
Tourismusbüro
Tourismusverband Kirchberg in Tirol, Tel. 0043/5357/2000100; www.tirol.at/kirchberg
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