Ferschweiler Plateau

Irreler Wasserfälle, Teufelsschlucht und Kuckuckslay - Die zum Teil steilen Felsenpfade sind oftmals feucht und rutschig und erfordern feste Wanderschuhe mit griffigen Sohlen. Wer abkürzen will, wandert von den Irreler Wasserfällen durch die Teufelsschlucht zum Naturerlebniszentrum und zurück; für diese Strecke sind gut 2 Std. zu veranschlagen. (Autor: Bernhard Pollmann)
Ferschweiler Plateau In kaum einer anderen Gegend der Eifel lassen sich Naturschönheit auf der einen und das Wirken verschiedenster Kulturen auf der anderen Seite so facettenreich erwandern wie auf dem Ferschweiler Plateau beim Wallfahrtsort Echternach. Die teilweise wild zerschluchteten Kanten der von der Jungsteinzeit bis in keltische Zeit als Bergheiligtum genutzten Hochfläche stürzen in 60–80 m hohen Sandsteinwänden zu den Flüssen Sauer und Prüm ab. Bronzezeitliche Grabhügel, in den Fels gehauene »Kiesgräber« mit Schalensteinen, der Druidenaltar, gallorömische Felszeichnungen, der vom heiligen Willibrord zerstörte Dianastein, die Wikingerburg und viele andere Relikte stammen aus versunkenen Kulturen. Naturdenkmäler wie die Teufelsschlucht, die Mutterbuche oder die über das Blockwerk eines Bergsturzes brausenden Irreler Wasserfälle zählen zu den natürlichen Glanzpunkten dieses Plateaus. Wer zu Fuß unterwegs ist, erlebt eine der von ihrer Schönheit her beeindruckendsten und von der Kulturhistorie her interessantesten Wanderungen am Westrand Deutschlands. Das dreieinhalb Meter hohe steinerne »Gipfelkreuz« auf der höchsten Erhebung des Ferschweiler Plateaus wurde vor rund 4000 Jahren aufgestellt - Das »Fraubillenkreuz« ist ein jungsteinzeitlicher Menhir, der seine Kreuzform erst erhielt, als Willibrord 698 Kloster Echternach gründete. Wer tagsüber das Ohr an den Stein legt, hört das Herz von Frau Bille schlagen, berichtet die Sage. Nachts aber, im Mondlicht, schweift sie in den Wäldern umher. Irreler Wasserfälle Die Irreler Wasserfälle sind eine rund 140 m lange Stromschnellen-Strecke in der Prüm oberhalb von Irrel am Ostrand des Ferschweiler Plateaus. Eindrucksvoll ist das Wildwasser, das über riesige Felsblöcke gischtet und von der überdachten Holzbrücke aus zu beobachten ist, auf der der Wanderweg den Fluss überquert. Entstanden sind die Irreler Wasserfälle, als am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12000 Jahren Felsmassen aus dem Steilhang des Ferschweiler Plateaus ausbrachen und im Flussbett liegen blieben: Die ansonsten eher gemächlich dahinfließende Prüm verwandelte sich auf dieser Felsstrecke in ein Wildwasser, das heute auch eine ideale Trainingsstrecke für Kanuten bildet. Am Wasser und in der umgebenden Laubwald- und Felsenwildnis haben Wasseramsel, Eisvogel und andere Vögel ein Rückzugsgebiet gefunden. Teufelsschlucht Von den Irreler Wasserfällen führt der Felsenweg steil hinauf in die bizarre Felsenwelt der Teufelsschlucht. Die Teufelsschlucht beeindruckt durch Felswände und Überhänge ebenso wie durch die Vielfalt der Verwitterungsformen. Der hohe Gehalt des im Vergleich zum Sandstein weicheren, besser wasserlöslichen Kalkgesteins im Sandstein ist verantwortlich für die oftmals wabenförmigen Verwitterungen. Versturzmaterial hat den Boden aufgehöht, sodass die Schlucht nur bis zu 20 m tief ist, an der engsten Stelle ist sie nur 1 m breit. Die Tiefe von 20 m ist ausreichend für ein feucht-kühles »Kellerklima«: In heißen Sommern kann die Temperatur in der Teufelsschlucht bis zu 20° unter der der Umgebung liegen. Kelterdell und Kuckuckslay Von der Teufelsschlucht führt der Felsenweg mit zahlreichen Ausblicken zum Naturschutzgebiet Kelterdell und Kuckuckslay, einem kleinen Paradies am Südrand des Ferschweiler Plateaus oberhalb von Echternacherbrück. Auf über 60 ha finden sich hier orchideenreiche Halbtrockenrasen, Streuobstwiesen und Wärme liebende Gebüschsäume sowie artenreiche Laubwälder und Fels-Ökosysteme. Zahlreiche Pflanzen-, Vogel- und Insektenarten haben hier ein Rückzugsgebiet gefunden. In hervorragender Aussichtslage steht hier seit der Frühzeit der Christianisierung eine dem heiligen Liborius geweihte Kapelle. Der heutige Bau wurde nach Kriegszerstörung 1951 errichtet. Der älteste Bau entstand vermutlich im Jahr 836, als die Gebeine des 397 gestorbenen Bischofs von Le Mans nach Paderborn übergeführt wurden. Die Einsiedlerklause bei der Kapelle und die zu ihr führenden Stufen wurden im 18. Jh. aus dem Fels herausgehauen. Hier wohnten Generationen von Eremiten, die die Kapelle hüteten. Felsenweiher Vom aussichtsreichen Kuckuckslay folgt der Felsenweg weiter der Abbruchkante des Plateaus mit hervorragenden Ausblicken auf die Luxemburger Schweiz und senkt sich schließlich ins Gutenbachtal, in dem er sacht aufwärts Richtung Ernzen führt. Der Felsenweiher im oberen Gutenbachtal ist der schönste Teich auf dem Ferschweiler Plateau. Mit dem Ziel, eine Karpfenzucht zu beginnen, fasste der Ernzener Pastor Philipp Meyer Mitte des 19. Jh. eine Quelle, verlegte ca. 300 m Wasserleitung und baute, größtenteils eigenhändig und mit eigenen Mitteln, Treppen und Umgänge. Die Karpfenzucht kam nicht in Gang, der Weiher hingegen zählt zu den meistbesuchten Ausflugszielen auf dem Ferschweiler Plateau. Naturerlebnisstation Nach Passieren des Kirchdorfs Ernzen erreicht der Felsenweg die Naturerkundungsstation Teufelsschlucht und senkt sich wieder hinab zur gleichnamigen Schlucht. Auf demselben steilen Steig wie anfangs geht es von dort hinab zu den Irreler Wasserfällen und zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied500 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortIrrel (178 m), Kirchdorf im Prümtal am Ferschweiler Plateau im Naturpark Südeifel (Deutsch-Luxemburgischer Naturpark). Irreler Wasserfälle, Westwallmuseum.
AusgangspunktWanderparkplatz (175 m) an den Irreler Wasserfällen.
TourencharakterDer deutsch-luxemburgische Felsenweg erschließt die spektakulärsten Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler im Süden des Ferschweiler Plateaus - Von den Irreler Wasserfällen führt der mit dem»Stechpalmenblatt« markierte Weg zur Teufelsschlucht, zu den Trockenrasen des Naturschutzgebiets Kelterdell und zum Felsenweiher im Gutenbachtal.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 25000, Naturpark Südeifel, Blatt S3 Irrel Echternach (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz).
VerkehrsanbindungAuf der Eifelautobahn A 1 bis zum Dreieck Moseltal, weiter auf A 602 und A 64 Richtung Luxemburg bis zur Ausfahrt Trier, dort auf der B 51 Richtung Bitburg und in Helenenberg links nach Irrel.
GastronomieErnzen.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt der Verbandsgemeinde Irrel, Auf Omesen 2, 54666 Irrel, Tel. 06525/79115, Internet www.irrel.de.

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