Fernsicht und Rückblicke am Monte Rite, 2181 m

Forcella Cibiana – Forcella Deona – Monte Rite (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
650 m
3.00 h
Die alte Kriegsstraße.
Unmittelbar auf der Scheitelhöhe der Forcella Cibiana (1530 m), gleich neben dem Rifugio Remauro, zweigt die Gipfelstraße ab. Sie verläuft in weiten Schleifen an dem licht bewaldeten Sonnenhang und gewinnt stetig an Höhe. Im Halbschatten der Bäume steht der Türkenbund; ab und zu leuchtet eine Feuerlilie orangefarben aus dem Wiesengrün. In der ersten Kehre zweigt links der »Sentiero Col d’Orlando« ab; im Süden zeigen sich sehr schön die Felszähne der Sfornioi und der Sassolungo di Cibiana (2413 m). Nach der sechsten Serpentine verschwindet die Straße kurz in einem Tunnel; gleich dahinter steht links der Straße der massige Bau einer wiederhergestellten ehemaligen Kaserne (2013 m). Von dem Platz davor genießt man freie Sicht auf die Täler und Berge des Zoldano. Die Militärstraße tangiert eine wenig ausgeprägte Scharte, die Forcella Déona (2053 m), beschreibt hier die letzte Rechtskehre und steuert im Schutz des lang gestreckten Gipfelkamms die Festungsanlage an (2 Std.). Den höchsten Punkt krönt ein weithin sichtbarer Antennenmast.
Abstieg über den »Sentiero Col d’Orlando«.
In der Déona-Scharte zweigt rechts (Hinweisschild) ein markierter Weg ab. Er kürzt die weiten Schleifen der Straße ab, läuft oberhalb von schroffen Felsabbrüchen hinaus zum Col d’Orlando (1853 m; schöner Rast- und Aussichtsplatz) und mündet an der ersten Serpentine in die Kriegsstraße; 1.15 Std. bis zur Forcella Cibiana.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied650 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortVenas di Cadore (858 m) und Forno di Zoldo (858 m)
AusgangspunktForcella Cibiana (1530 m), Straßenpass zwischen dem Tal des Boite und dem Zoldano. Gebührenpflichtiger Parkplatz wenig oberhalb der Scheitelhöhe
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterMan braucht nicht kriegshistorisch interessiert zu sein, um den Monte Rite (2181 m) zu besteigen. Manche tun es, weil der bequem erreichbare Gipfel eine fantastische Rundschau über fast alle Berge der östlichen Dolomiten bietet; andere wiederum wissen um den einmaligen Blumenreichtum. Und seitdem in der alten Festung Reinhold Messners »Museum in den Wolken« eingerichtet ist, pilgern auch Kulturbeflissene auf den Monte Rite. Vor dem großen Panorama wird – illustriert mit vielen zeitgenössischen Exponaten – die Erschließungsgeschichte dieses Gebirges erzählt, das der Architekt Le Corbusier als »schönstes Bauwerk der Welt« bezeichnete. Kernstück der Ausstellung ist eine große Gemäldesammlung mit alpinen Motiven aus der Zeit der Romantik bis in die Gegenwart, beginnend mit Thomas Ender und E. T. Compton.
Im Hauptgang der Festung stehen schneeweiße Gipsmodelle berühmter Dolomitengipfel, geschaffen vom Münchner Künstler Stephan Huber. Sie erinnern auch an die einst vor allem in der Schweiz populäre Kunst des Reliefbaus.
So wird die Wanderung auf den Monte Rite in doppeltem Sinn zu einer Zeitreise - 200 Jahre Alpingeschichte und drei Jahre Gebirgskrieg. Die Gipfelfestung war allerdings nie direkt in Kriegshandlungen einbezogen; sie wurde anfangs des 20. Jahrhunderts errichtet, um einen eventuellen Durchbruch der k. u. k. Truppen durch das Ampezzano zum Piave zu verhindern, diente dann aber vor allem als Materiallager. Heute weiden Jaks auf dem Gipfelgelände. Die friedlichen Vierbeiner mit ihrem zotteligen Fell erinnern auf sympathische Weise daran, dass der Initiator des Mountain Museums vor ein paar Jahrzehnten aus dem Südtiroler Villnößtal ins ferne Nepal aufbrach, um die höchsten Gipfel der Erde zu besteigen.
Hinweise
Zitat. Friede bringt Reichtum Reichtum macht Übermut Übermut macht Krieg Krieg macht Armut Armut macht Demut Demut macht Frieden Frieden bringt Reichtum Entdeckt im Kriegsmuseum am Valparolajoch; basiert auf einem Vers von Johann Geiler von Kaysersberg (1445–1510)
KartentippTabacco 1 - 25 000, Blatt 025 »Dolomiti di Zoldo, Cadorine e Agordine«
VerkehrsanbindungVon Cortina d’Ampezzo auf der »Strada d’Alemagna« bis kurz vor Venas di Cadore, hier rechts, über den Boite und via Cibiana di Cadore hinauf zur Forcella Cibiana
GastronomieEinkehrmöglichkeit in der alten Festung (Rifugio Dolomites)
Informationen
Gehzeit - Gesamt 3.15 Std. Aufstieg 2 Std., Abstieg 1.15 Std.
Tourismusbüro
Museum in den Wolken, Tel. +39/0435/890996, dolomites@messner-moutain-museum.it, www.museonellenuvole.it

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