Felsenhorn

Abwechslungsreiche Tour in beeindruckender Umgebung. Trittsicherheit ist in der Roten Chumme und am Schwarzgrätli erforderlich. Die Querung am Schwarzgrätli ist bei Nässe heikel und kann bei Schnee und Eis gefährlich bis ungangbar werden. Also nicht zu früh bzw. zu spät im Jahr angehen! Der weglose Gipfelaufstieg verlangt neben Trittsicherheit auch Orientierungssinn und ist bei schlechter Sicht kaum zu finden! (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
4 km
972 m
6.00 h
Zur Roten Chumme Von der Bergstation Sunnbüel (1934 m) zu nächst auf dem Fahrweg zur Spittelmatte (1872 m) hinab, einer wunderschönen Hochebene, und weiter zum Berghotel Schwaren - bach (2060 m). Kurz danach zweigt der Wanderweg Richtung Rote Chumme rechts ab und durchquert die Alpweiden unterhalb des Felsenhorns. Oberhalb von P. 2301 m stößt von links der Weg vom Daubensee bzw. von der Gemmi dazu. Merklich steiler führt der Weg nun durch Kalkschutt auf den nächsten Boden. Hier beginnt der steilste Abschnitt, der in vielen Kehren und zwischendurch mit einer schönen Querung in den Passeinschnitt oberhalb der Roten Chumme (2628 m) führt. Die Höhenangabe bezeichnet die nächste Erhebung knapp südlich der Passhöhe. Zum Felsenhorn Bereits am ersten Steinmann auf der Passhöhe wendet man sich nach rechts, um unterhalb eines Felsens in Richtung Hochfläche zu queren. Wer versucht, die etwas chaotisch anmutende Landschaft auf direktem »Wege« zu durchqueren, wird bald erkennen, dass das nicht funktioniert und man immer wieder einmal ein paar Höhenmeter verschenken muss. Im Prinzip aber kann man sich seinen Anstieg selbst suchen. Hier mein Vorschlag - Die unters - ten Felsbänke am einfachsten zunächst rechts ausholend umgehen, dabei trifft man ab und zu auf Steinmänner. Sobald es das Gelände erlaubt, wieder mehr links halten, bis man bequem in die Schuttmulde unter P. 2756 m eindringen kann. Der nur mäßig steile Schutthang wird direkt durchstiegen und P. 2756 m auf der rechten Seite umgangen. Erst jetzt wird der eigentliche Gipfel sichtbar. Wieder rechts haltend und über den breiten gratartigen Rücken zum Gipfelkreuz auf dem Felsenhorn (2782 m). Vorsicht, auf der anderen Seite fallen die Wände senkrecht ab! Die Rundsicht ist beeindruckend, schließlich steht man hier zwischen vielen wilden und fast ausnahmslos höheren Gipfeln. Besonders schön zeigen sich Steghorn und Wildstrubel sowie Balmhorn, Altels und Rinderhorn auf der anderen Seite. Im Süden über dem Einschnitt der Gemmi steht die Walliser Viertausenderprominenz mit Mischabel, Weisshorn, Matterhorn, Dent Blanche … Zum Schwarzgrätli und Abstieg Vom Gipfel wieder zurück zur Roten Chumme. Vom Pass rechts haltend in Richtung Schwarenbach. Hoch über dem Talboden des Tälli zieht der Steig durch Moränenmaterial hinab. Dieses stammt vom Tälligletscher, dessen kümmerliche Reste im Talhintergrund immer mehr schwinden. Beim übernächsten Wegweiser geht’s hinein in die schattige Nordflanke des Felsenhorns. Unterhalb der senkrechten Felswände quert die schmale Wegspur durch schwarzen Schiefer, zum Schluss drahtseilgesichert, hinüber zum Schwarzgrätli (2383 m). Hier bekommt man einen kleinen Eindruck davon, wie ungemütlich Nordwände sind, und man fragt sich, was Bergsteiger dazu bewegt, sich manchmal tagelang in solch kalten und feuchten Wänden aufzuhalten … Über einen Rasenhang geht’s hinab nach Schwarenbach und von da wieder auf bekanntem Weg nach Sunnbüel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied972 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSunnbüel (1934 m), Bergstation der Luftseilbahn von Kandersteg, Tel. +41/33/675 81 41, www.sunnbuel.ch. Gebührenpflichtige Parkplätze bei der Talstation.
EndpunktSunnbüel (1934 m), Bergstation der Luftseilbahn von Kandersteg, Tel. +41/33/675 81 41, www.sunnbuel.ch. Gebührenpflichtige Parkplätze bei der Talstation.
TourencharakterAm Felsenhorn laufen die meisten Wanderer im wahrsten Sinne des Wortes glatt vorbei. Gründe dafür gibt es mehrere - Zunächst einmal ist der Gipfel vomPasseinschnitt über der Roten Chumme nicht zu sehen, es führt kein markierter Steig zum Gipfel, und wer das Felsenhorn vom Gemmiweg aus betrachtet, kommt sicher nicht auf die Idee, dass der tritt- und orientierungssichere Alpinwanderer dort problemlos hinaufsteigen kann. Die Tour über die Rote Chumme ist dagegen ein populärer Wanderklassiker, der viel begangen wird. Dies vor allem auch in Verbindung mit dem Chindbettipass zur Engstligenalp und nach Adelboden. Die beiden Pässe bilden zusammen mit der Gemmi die schnellste Verbindung zwischen Adelboden und dem Wallis (Leukerbad). Denn im Gegensatz zu Kandersteg (Gemmi, Lötschenpass) und Lenk (Rawil) gibt es von Adelboden keine direkte Verbindung ins Wallis. Am Weg zur Gemmi kommtmanauf der Spittelmatte an einem Gedenkstein vorbei. Dieser wurde für Bergbauern errichtet, die im Jahr 1890 durch einen Gletscherabbruch am Altels von Eismassen getötet wurden. Noch in den 1980er-Jahren hing in der Westflanke des Altes ein riesiger Gletscherlappen herab. Dieser ist im Sommer durch die Erwärmung mittlerweile ganz verschwunden.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1267 Gemmi; 1:50 000, 263 T Wildstrubel.
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierungen. Der Gipfelanstieg ist nur vereinzelt mit Steinmännern markiert.
VerkehrsanbindungStraße von Kandersteg zur Talstation, Busverbindung vom Bahnhof.
GastronomieBergrestaurant Sunnbüel (1934 m), bei der Bergstation der Luftseilbahn, Tel. +41/33/675 13 34; Berghotel Schwarenbach (2060 m), Tel. +41/33/675 12 72, www.schwarenbach.ch
Unterkunft
Bergrestaurant Sunnbüel (1934 m), bei der Bergstation der Luftseilbahn, Tel. +41/33/675 13 34; Berghotel Schwarenbach (2060 m), Tel. +41/33/675 12 72, www.schwarenbach.ch
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH 3718-Kandersteg, Tel. +41/33/675 80 80, www.kandersteg.ch