Falkenmoosalm

Der Hütten-Zuweg ist markiert, beschildert und leicht. Bitte beachten: Hütte ist seit 2011 nicht mehr bewirtschaftet! Angegebene Km-Distanz bezieht sich auf die Tour incl. Gipfelbesteigung Juifen / Hochplatte. Reine Distanz zum Hüttenzustieg + retour: 7 Km. (Autor: Siegfried Garnweidner)
21 km
440 m
2.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Parkplatz aus zunächst auf der Stichstraße ein paar Meter gegen Süden zum Gasthaus Tirolerland, dort rechts abbiegen und über den breiten Wiesenhang zur Siedlung Tiefental hinauf. Dann am Sträßchen nach Südwesten dahin, bei der Straßenabzweigung links halten und am Fahrweg Richtung Falkenmoosalm weiter. Nach rechts zweigt ein ziemlich grober Waldweg ab und führt nach Westen hinauf, bis er am Waldrand wieder auf die Straße stößt. Auf ihr geht es zur Falkenmoosalm weiter.
Nach vorheriger Vereinbarung können Skitourengruppen auch im Winter auf der Falkenmoosalm übernachten. Allerdings gibt es dort keinen Strom, dafür aber Gasversorgung.
Gipfelangebote.
Für Gipfelfans gibt es von der Falkenmoosalm gleich mehrere Ziele. Fangen wir mit dem leichtesten Berg an, der Hochplatte (1815 m). Zu ihr sind es von der Alm 1 1/2 Stunden und 485 Höhenmeter hinauf. Dabei gibt es sogar zwei Varianten, eine für alpinistisch ambitionierte Bergsteiger und eine für Genusswanderer. Der Anstieg führt erst einmal ein paar Meter bergab, folgt kurz dem Straßenverlauf und verlässt den Fahrweg bald nach links, um einen weiten Straßenbogen abzukürzen. Schließlich stößt man wieder zum Sträßchen, das man aber schon bald, auf der Höhe von knapp 1500 Metern, nach links verlässt, um einem Bergweg relativ steil durch den Wald nach Süden zu folgen. Schließlich stößt man auf eine lang gezogene Lichtung, durch die man gegen Süden aufsteigt. Vor einem steilen Grataufschwung verzweigt sich die Route. Wer es ein bisschen luftig mag, geht steil zur Grathöhe hinauf und über sie zum Gipfelkreuz. Etwas gemütlicher fällt der Gipfelsprint links des Grats aus. Der Weg verläuft gegen Süden weiter und an der Verzweigung dreht man rechts ab, um moderat ansteigend im Sonnenhang zur Hochplatte anzusteigen. Zurück geht es auf einer der Anstiegsrouten.
Etwas anspruchsvoller, vor allem aber weiter, ist der Anstieg zum Juifen (1987 m). Wegen der großen Entfernung muss man für die knapp 700 Höhenmeter mit gut 2 Stunden rechnen. Der Aufstiegsweg ist anfangs mit der Route zur Hochplatte identisch. Doch hält man sich bei der Abzweigung knapp unter der 1500-Meter-Linie rechts und geht am Sträßchen gering abfallend zur Großzemmalm weiter. Über der Großzemmalm kann man noch ein Stück am Fahrweg weiter aufsteigen, diesen aber in einer weiten Linkskurve verlassen, um auf einem Viehweg zur Gratschulter unter der Marbichler Spitze aufzusteigen. Dort steht der Lämperer, eine große Almhütte. Auf schmaler Fahrspur nun zum Marbichler Joch hinüber, wo der letzte Fahrweg endet. Der weitere Aufstieg ist mit roten Pfosten gut markiert und führt aus dem Marbichler Joch nach Nordwesten steil hinauf – an einer Viehtränke vorbei – auf eine breite Gratschulter und neben dem Weidezaun am Lehmpfad zum Gipfelkreuz hinauf. Auch vom Juifen steigt man entlang der Aufstiegsroute ab. Die dritte Gipfeltour bleibt Spezialisten vorbehalten. Sie führt gleich über drei Höhepunkte, die weitgehend weglos und zwischendurch auch ziemlich ausgesetzt zu meistern sind. Die Rede ist von der Überschreitung des Kafellkamms mit den drei Gipfeln Marbichler Spitze (1898 m), Kafell (1906 m) und Rether Kopf (1926 m). Wer sich diese aufregende Rundtour über fast 900 Höhenmeter vornimmt, muss für Auf- und Abstieg mindestens 5 Stunden (von und zu der Hütte) einplanen. Der Anstieg ist bis in das Marbichler Joch identisch mit der Route zum Juifen. Im Joch aber biegt man links ab und steigt recht steil ohne erkennbaren Weg zur Marbichler Spitze hinauf. Von ihr geht man dann im Wesentlichen auf der westlichen Gratseite durch steiles Gras und Krummholz nach Süden zum Kafell weiter und von ihm auch noch auf den Rether Kopf. Vom dritten Gipfel muss man wieder ein kurzes Stück am Grat zurück, um dann nach Osten auf einen rustikalen Schafweg abzuzweigen. Auf ihm zum breiten Rücken weiter, der nach Osten abfällt. Beizeiten links abdrehen und zur Kleinzemmalm hinüber. Dann in mehrmaligem Auf und Ab zur Seewaldhütte (1582 m), wo man einkehren und übernachten kann. Von der Seewaldhütte nach Westen gut 120 Höhenmeter zur Wegverzweigung hinauf, dort rechts halten, nach Norden zur Anstiegsroute und auf ihr zur Falkenmoosalm zurück.

Dauer: Auf: 1 1/4 Std. Ab: 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied440 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAchenkirch, gebührenpflichtiger Parkplatz beim Gasthaus Tirolerland an der B 181, 896 m
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Falkenmoosalm ist seit 2011 im Privatbesitz und nicht mehr bewirtschaftet. Und um ehrlich zu sein, eine Unterkunftshütte bräuchte es am Falkenmoos nicht. Die schönen Wander- und Skitourenberge, die sich dort erheben, sind nicht so gigantisch, dass man sie an einem Tag nicht schaffen könnte. Und auch in der weiteren Umgebung gibt es sogar ein Alpenvereinshaus, die Seewaldhütte, die den echten Bedarf an Quartieren mit Sicherheit decken könnte. Die Hütte ist in den siebziger Jahren entstanden, damals als reine Alm.
Die Bayern, die heutzutage in das Karwendel-Vorgebirge »einfallen«, haben friedlichere Absichten als ihre Landsleute während der Bayernüberfälle um 1800. Damals wurde mit Napoleon die Christmette auf der Falkenmoosalm gefeiert. Die Aschbacherschützen, benannt nach einem General Andreas Hofers, der aus dem Achental stammte, haben am Falkenmoos ein Denkmal zur Erinnerung an diese Mette gebaut. Und seitdem findet dort bis heute jedes Jahr im September ein Gedenkgottesdienst statt.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 28 (Vorderes Zillertal–Rofan–Wildschönau)
VerkehrsanbindungVon Tegernsee über den Achenpass, aus dem Isarwinkel am Sylvensteinsee entlang oder von Wiesing über Kanzelkehre und durch das Achental bis Achenwald. Bergsteigerbus ab Bahnhof Lenggries.
Tipps
Auch mit Ski. Bis auf die Überschreitung des Kafellkamms eignen sich die oben vorgestellten Routen auch für zünftige Skitouren im Hoch- und Spätwinter bei stabiler Schneelage.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1328 m, Erbaut: 1950, privat, NICHT MEHR bewirtschaftet
Tourismusbüro
Achenkirch, Tel.: +43(0)5246/5321; www.tirol.at/achenkirch

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