Erinnerungen an Theodor Fontane

Schöne Wanderung auf bequemen Wegen, vorwiegend im Wald, oft sehr reizvolle Aussichten auf den See. (Autor: Tassilo Wengel)
18 km
255 m
4.00 h
Zum Hölzchen Wir starten beim Parkplatz am Ortseingang von Neu-globsow, gehen zum Badestrand und dort nach links (Markierung roter Querstrich). Am Seeufer entlang erreichen wir das Institut für Gewässerökologie, müssen den Uferweg verlassen und können nach dem Gebäude wieder zum Uferweg zurückkehren. Wir überqueren den Polzowkanal auf der Leddernbrücke, der zwischen 1745 und 1750 als Verbindung zur Havel gebaut wurde. Damit sollte die Möglichkeit geschaffen werden, die riesigen Holzmengen aus dem Waldgebiet rund um den See, die für die Glas- und Teerhütten benötigt wurden, schneller abtransportieren zu können. Heute ist der Kanal nicht mehr schiffbar, aber noch gut erkennbar. Wir folgen nun der Markierung gelber Querstrich. Auf schönem Pfad wandern wir am Ufer einer kleinen Halbinsel – Hölzchen genannt – entlang.Am Nordufer des Sees entlang An einer Schutzhütte treffen wir wieder auf die Markierung roter Querstrich und überqueren den Auslaufkanal am ehemaligen Kernkraftwerk Rheinsberg. Wir gehen nach links über die Brücke und folgen dann rechts dem Weg in Richtung Nordufer (Markierung grüner Querstrich).Nun wandern wir auf schönem Weg direkt am See entlang, uralte Buchen hängen weit herab und berühren mit ihren Zweigen die Wasserfläche. Wir passieren das Totalreservat Stechlin, das vollkommen naturbelassen ist. Über einen kleinen Rücken gelangen wir wieder zum Seeufer, der Weg wird breiter und Badebuchten mit Sandflächen laden zum Verweilen ein. Wo unser Wanderweg einen blau markierten Weg tangiert halten wir uns rechts und gehen auf dem anfangs noch grün markierten Weg am Seeufer weiter. Links erheben sich kleine Hügel, die mit dem Fenchelberg ihren höchsten Punkt erreichen. Wir wandern auf dem Uferweg weiter und kommen zum Naturbadestrand am Stechlinsee, wo an schönen Sommertagen das glasklare Wasser zum Baden lockt. Von hier gelangen wir auf der Stechlinseestraße zurück zum Ausgangspunkt.Variante Nach dem Polzowkanal kann man weiter der Markierung roter Querstrich folgen. Nach leichtem Anstieg durch Wald führt der Weg zu einer kleinen Schutzhütte, wo sich mehrere Wege vereinen. Die Variante ist 3,5 Kilometer kürzer.Neuglobsow Die Entstehung Neuglobsows geht auf eine Glashütte zurück, die etwa 1780 ihren Betrieb aufnahm und grünes Glas herstellte. Um 1900 begann die Ent-wicklung zum Erholungsort, denn betuchte Berliner entdeckten die Schönheit der Gegend und bauten prächtige Sommervillen. Als 1928 eine Kleinbahn zwischen Gransee und Neuglobsow gebaut wurde, die man auch Stechlinseebahn nannte, stieg die Zahl der Besucher sprunghaft. Allerdings wurde das Bahnzeitalter mit der Demontage 1945 beendet, der Tourismus dagegen entwickelte sich bis heute weiter.

Neuglobsow – Polzowkanal 1.30Std. – Nordufer (Sonnenbucht) 2Std. zurück nach Neuglobsow 0.45Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied255 m
Dauer4.00 h
AusgangspunktNeuglobsow, Parkplatz am Ortseingang.
EndpunktNeuglobsow, Parkplatz am Ortseingang.
Tourencharakter»Zwischen flachen, nur an einer einzigen Stelle steil und quaiartig an-

steigenden Ufern liegt er da, rundum von alten Buchen eingefasst, deren Zweige, von ihrer eigenen Schwere nach unten gezogen, den See mit

ihrer Spitze berühren«, so schwärmte Theodor Fontane in seinem Roman »Der Stechlin« von diesem schönen Fleckchen Erde. Tatsächlich gehört

die Umrundung des Sees zu den schönsten Wanderungen in der Mark Brandenburg.
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Nr.743, Ruppiner Land, 1:50000.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A10 Berliner Ring, Ausfahrt Birkenwerder, auf B96 über Oranienburg, Löwenberg, Gransee nach Neuglobsow. Bahn/Bus: Von Berlin-Hauptbahnhof mit Regionalbahn RB5 bis Gransee, dort mit Bus836 bis Neuglobsow.
GastronomieNeuglobsow: Gaststätte & Pension Fontanehaus, Fontanestraße 1; Restaurant & Café »Haus am Dagowsee«, Dorfstraße 9; Restaurant & Logis »Luisenhof«, Stechlinseestraße 8.
Tipps
Das Fontanehaus in Neuglobsow Mit seinen »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« wurde Theodor Fontane neben anderen Werken wie zum Beispiel »Effi Briest« weit über die Grenzen des Landes bekannt und setzte sich selbst ein Denkmal. Geboren wurde er am 30.Dezember 1819 als Sohn einer Hugenottenfamilie in Neuruppin, in der heutigen Karl-Marx-Straße, dem Haus der Löwenapotheke. Ihm setzte die Stadt mit einem Werk des Neuruppiner Bildhauers Max Wiese am südwestlichen Ende dieser Straße ein Denkmal. Theodor Fontane starb am 20.September 1898 in Berlin. Der Schriftsteller übernachtete nach seinen Wanderungen am Stechlinsee oder im nahen Menzer Forst im Alten Dorfkrug von Neuglobsow. Diese einstige Glasmacherschänke wurde ihm zu Ehren später in Fontanehaus umgetauft und ist eine gemütliche Gaststätte mit blank gescheuerten Dielen und niedrigen Decken. Bei schönem Wetter kann man unter einer alten Linde im Biergarten Platz nehmen. Die Speisekarte bietet neben einem originalen Brandenburger Linseneintopf vor allem Fisch aus heimischen Gewässern wie Zander, Hecht oder Maräne mit Kartoffeln und Kräutersoße. Außerdem gibt es Wild aus der nahen Umgebung, das mit Rotkohl und Klößen serviert wird. Als Spezialität gilt der »Fontaneschmaus«, eine Rinderroulade, mit Speck gefüllt, und Porree mit Burgundersoße.
Unterkunft
Neuglobsow: Gaststätte & Pension Fontanehaus, Tel. 033082/6490, www.fontanehaus.com; Hotel »Brandenburg«, Tel. 033082/656000.

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