Elendstal und Schnarcherklippen

Nach der bequemen Talwanderung (sehr schöne Fahrradroute) erwartet ein steiler, stellenweise sehr aussichtsreicher Aufstieg, der Abstieg folgt einem bei Nässe feuchten, da teilweise grasigen Weg (nicht fahrradfähig). (Autor: Chris Bergmann)
9 km
200 m
3.00 h
Vom Harzquerbahn-Bahnhof Elend folgen wir der Straße abwärts mit Blick auf das weithin sichtbare, inmitten einer großen Wiese stehende Kirchlein, der kleinsten Holzkirche des Harzes. Der auf Rollen gelagerte Holzaltar kann bei Bedarf verschoben werden. Von der Kirche, neben der Bänke bei zwei uralten Eichen zur Rast laden, gehen wir auf der Promenade durch die Wiese zur Bundesstraße, queren sie und wandern geradeaus in das unter Naturschutz stehende Elendstal hinein. Ein Forstweg mit informativen Naturlehrtafeln führt in sachtem Anstieg aufwärts in diesem romantischen Gebirgstal, durch das in Kaskaden die Kalte Bode braust. Während sich in raueren oberen Lagen seit der mittleren Steinzeit die robustere Fichte allmählich bestandsbildend durchsetzte, blieb im geschützten Elendstal der Buchenmischwald vorherrschend. Neben Fichte und Rotbuche finden sich hier Bergahorn, Erle, Bergholunder, Eberesche u. a. Bäume und Sträucher. Bald hinter der Brücke (Rastplatz), auf der der fahrradfähige Weg die Uferseite wechselt, erreichen wir Schierke am Hotel »Bodeblick«. An der Treppe oberhalb des Hotels zweigt der mit dem Zeichen »gelbes Dreieck« markierte Weg Richtung Braunlage ab; ihm folgen wir hinauf zum Waldrand und biegen dort links Richtung Barenberg ab. Als Markierung fungiert neben den Zeichen »gelbes Quadrat« und »gelber Strich« ein Goethes Handschrift nachgebildetes »g«. Nach Durchwandern eines blockreichen Fichtenwalds folgen wir dem »gelben Strich« kurz vor einer Wiederaufforstungsstelle halb rechts hinauf auf einem Wurzelweglein/Pfad zu den Schnarcherklippen. Während der eine dieser beiden Felstürme Kletterern vorbehalten ist, führen auf den anderen Leitern. Oben bietet sich ein hervorragender Blick auf Schierke, den Brocken, den Erdbeerkopf mit den Feuersteinklippen und auf den Hohneklippenkamm. Lohnenswert ist auch der kurze Aufstieg zur Aussichtsklippe auf dem Barenberg mit ähnlichem Panorama. Vom Barenberg kann man direkt nach Elend absteigen (steiler Serpentinensteig), doch wir kehren zurück zur Schutzhütte an den imposanten Schnarcherklippen.
Hier befindet sich eine Verzweigung: Während es rechts hinab Richtung »Mauseklippe« geht, wandern wir geradeaus Richtung »Braunlage« (gelbes Dreieck), treffen mit Wurmbergblick auf den Gestellweg und folgen ihm rechts hinauf. Hinter der nächsten Kuppe zweigen wir links ab (gelbes Dreieck), gelangen durch ein Wiederaufforstungsgebiet mit stellenweise prächtigem Wurmberg-Brocken-Blick zu den im Hochwald versteckten Scherstorklippen (694 m) und erreichen kurz vor dem Kolonnenweg (dort eine Sitzbank) eine unscheinbare Verzweigung. Hier geht es links auf einem Waldweg, dem Ulmer Weg, an den Scherstorklippen vorbei Richtung Elend. In stetem Abstieg und mit stellenweise hervorragender Aussicht führt der stille, passagenweise pfadartig schmale und grasige Weg hinab ins Tal, mündet unten auf die Alte Harzburger Straße und folgt ihr links hinab nach Elend.
Hinweis: Von der ehemaligen Burgstätte Elendsburg auf einer Erhebung im Hang über dem Elendstal zeugen nur noch Felsbrocken und Mulden. Der ehemalige Weiler Elend entstand als Gründung der Bewohner der Elendsburg und befand sich zuerst unmittelbar am Fuß der Burg. Im 11./12. Jh. kamen auf die verlassene Burg Benediktinermönche, die hier in »fremdem Land« (mittelhochdeutsch »ali lanti«, daher der Name Elend) lebten. Später machten sie es sich zur Aufgabe, Fremden und Pilgern in diesem abgelegenen Teil des Harzes zu helfen, und gründeten am Fuß der Burg eine Siedlung, den Weiler Elend.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied200 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHarzquerbahn-Bahnhof Elend (509 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVon der kleinsten Kirche des Harzes führt diese Wald- und Panoramawanderung durch das romantische Elendstal nach Schierke und hinauf auf die auch von Goethe aufgesuchten, von Klippen durchsetzten Höhen.
Beste Jahreszeit
KartentippWandern im mittleren Harz (Landesvermessungsamt Niedersachsen).
MarkierungenNamentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungHarzquerbahn Wernigerode – Nordhausen bzw. B 27 Braunlage – Blankenburg. Busverkehr ab Wernigerode und Braunlage.
GastronomieElend, Schierke.
Unterkunft
In Elend gibt es ebenso wie in Schierke (dort zahlreicher) mehrere Unterkunftsmöglichkeiten.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Schierke, Brockenstraße 10, 38879 Schierke, Tel. 039455/3 10, Fax 039455/4 03.

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