Durch die Wolfsschlucht auf den Schildenstein

Bergwanderung auf Wanderpfaden und Bergstraßen; beim Aufstieg durch die Wolfsschlucht ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
Auf einem breiten Fußweg wandern wir vom Parkplatz an der Weißach in Richtung Siebenhütten. Die kleinen Wassergumpen auf der rechten Wegseite verleiten bereits zur ersten Rast und Kinder zum Baden und Spielen. Wir gehen um die Berghäuser von Siebenhütten herum und wenden uns nach rechts, Richtung Halserspitz- Wolfsschlucht. Im Sommer blühen Herzblatt, Schwalbenschwanzenzian und Skabiose am Wegrand. An der Oberhofer- Weißach Alm und der Königshütte vorbei kommen wir zum Eingang der Wolfsschlucht. Der Weg ist jetzt nicht mehr so gut wie am Anfang. Wir gehen an schönen alten Buchen vorbei, zuerst neben dem Bachbett, dann führt der Weg mehr oder weniger im Bachkies selbst aufwärts, bis wir am Talende stehen. Der kleine Wasserfall, die Sandbänke und die kreuz und quer fließenden Bachwasser laden zu einer kurzen Rast ein. Das tut auch ganz gut, denn das nächste Stück wird steil und anstrengend. Hinweisschilder warnen ungeübte Bergsteiger vor dem Aufstieg, Selbstüberschätzung ist hier wirklich fehl am Platz.
Es gibt von hier aus nur einen möglichen Weg, nämlich steil nach oben. Der Einstieg in den schmalen Pfad ist vorne am Felssporn, nicht rechts hinten am Ende der Schlucht, wo ihn manche suchen. Im Zickzack, der roten Markierung folgend, steigen wir auf, blicken mal links, mal rechts in die Schlucht hinunter, queren eine besonders glatte Felsplatte mithilfe einer Seilversicherung, bis schließlich rechts, fast hinter uns, der Schildensteingipfel auftaucht. Dort ist der Weg bereits flacher. Wir kommen zu einem Wegweiser, der uns nach rechts weist. Über Weidewiesen wandern wir bis etwa zur Mitte des Südhanges, biegen nochmals rechts ab und steigen in fast gerader Linie zum Gipfel des Schildenstein. Das Gipfelplateau und ein paar kleine, windgeschütze Mulden eignen sich ideal zur Mittagsrast. Genau im Osten steht der Kamm der Blauberge mit der Halserspitz, im Süden klotzt der felsige Guffert in den Himmel, der bewaldete Unnütz daneben versperrt uns die Sicht zum Achensee. Vor dem felsigen Karwendel buckeln Waldberge zwischen Weißach und Isar. Die Doppelgipfel von Roß- und Buchstein und der kleine Leonhardstein ragen unverkennbar aus dem Meer von Bäumen. Im Norden schließlich beenden Hirschberg, Setzberg, Wallberg und Risserkogel den Gipfelreigen.
Nach der Rast steigen wir den Anstiegsweg zum Wegweiser »Königsalm« zurück und wandern durch den Wald abwärts zu den offenen Weiden der Königsalm. Wir gehen über den Wiesenweg, steigen durch den Graben des Klammbaches und sitzen endlich auf den gemütlichen Bänken der Königsalm. Das Haupthaus ist ein zweigeschossiger Steinbau. Unten lebt und arbeitet der Senner, und oben, imersten Stock, haben die Wittelsbacher Herzöge eine Wohnung. Der Viehstall steht als eigener Bau gegenüber. Beim Senner kann man sich eine einfache Brotzeit kaufen. Oft rasten hier am späten Nachmittag Jäger und Holzarbeiter, ehe sie nach Hause fahren. Zur Alm führt nämlich eine Bergstraße, die allerdings für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Wir wandern nicht auf dieser Straße ins Tal, sondern auf einem kleinen Weg, der zunächst den Klammbach entlangführt. Wir überqueren ihn nach ein paar Minuten, kommen an der Geißalm vorbei und wandern jetzt immer am Hang entlang, zuerst fast eben, dann steil abwärts, bis wir kurz vor der Weißachbrücke wieder nach links in den breiten Weg einbiegen, den wir am Morgen gegangen sind. Von hier aus sind es noch höchstens zehn Minuten bis zum Parkplatz an der Weißach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied800 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Weissach, 1 km nach der Abzweigung Wildbad Kreuth
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDieser Weg hat es in sich. Er beginnt ganz harmlos, breit, bequem und nur leicht ansteigend, bis er in einem scheinbar ausweglos steilen Talkessel endet. Dort erst wird er zum schmalen Steig, der sich kühn in die Höhe streckt. Nach dieser Steilstufe führt er uns wieder recht friedlich über Wiesen auf den Schildensteingipfel, wo uns eine herrliche Aussicht erwartet.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto. Auf der B 307 von Rottach-Egern Richtung Achenpass; nach der deutlich gekennzeichneten Abzweigung nach Wildbad Kreuth noch 1 km, dann ist links an der Weißach ist Platz zum Parken. Mit der Bahn. Von München nach Tegernsee, weiter mit dem Bus Nr. 9556 über Rottach- Egern Richtung Achenpass, Haltestelle »Aufstieg Siebenhütten «
GastronomieKönigsalm (nur im Sommer bewirtschaftet)
Tourismusbüro
Tourist-Information Kreuth, Nördliche Hauptstraße 3, 83708 Kreuth, Tel. 08029/ 18 19, www.kreuth.de

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller

Die schönsten Tagesausflüge Isarwinkel, Tegernseer und Schlierseer Berge

Kulturspaziergänge, Brauchtum, Bootsfahrten, Berg- und Radtouren: Ihr Freizeitführer mit den besten Tipps für Isarwinkel, Tegernsee und Schliersee!

Jetzt bestellen