Durch die Pöllatschlucht

Als Geheimtipp darf man das Schloss Neuschwanstein mit Sicherheit nicht bezeichnen. In der Hochsaison drängeln sich bis zu 6000 Menschen amTag durch die Säle des Märchenschlosses, das – wie sein Bauherr, König Ludwig II., an Richard Wagner schrieb – im »echten Styl der alten deutschen Ritterburgen« entworfen wurde. Der schönste Weg, sich diesem einzigartigen Bauwerk zu nähern, führt durch die wasserumtoste Pöllatschlucht. (Autor: Michael Pröttel)
3 km
150 m
4.00 h
Schloss Neuschwanstein kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Tickets dafür gibt es nur im etwas oberhalb des Parkplatzes gelegenen Ticketcenter. Also zuerst die Eintrittskarten besorgen und den Herweg zurück bis ans nördliche Ende des Parkplatzes gehen. Hier nach rechts in den Pöllatweg abbiegen, der zu einer verfallenen Gipsmühle und zum Schluchteingang führt.

Entlang dem ehemaligen Mühlenkanal und dann spektakulär auf einem an einer senkrechten Felswand angebrachten Eisensteg geht es direkt über dem Wasser weiter flussaufwärts. Kleinere Kinder sollte man hier an die Hand nehmen. Die Schlucht weitet sich und der Bach wird flacher. Der Weg führt nun vom Wasser weg und über viele Stufen zu einem Aussichtsplatz, von dem aus man den 45 Meter hohen Pöllatfall erblickt. Über diesem ist die Marienbrücke zu sehen. Wieder flacher quert der Weg nun nach Westen, wo man auf einen Asphaltweg trifft, dem man nach rechts zum Schloss folgt.

Neuschwanstein wurde im Jahr 1886 sieben Wochen nach dem Tod König Ludwigs II. für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 18 Jahre zuvor schrieb Ludwig II. an Richard Wagner: »Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen, und muss Ihnen gestehen, dass ich mich sehr darauf freue, dort einst zu hausen; mehrere Gastzimmer, von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den hehren Säuling, die Gebirge Tirols und weithin in die Ebene, sollen wohnlich und anheimelnd dort eingerichtet werden.«

Highlights der etwa halbstündigen Führung sind unter anderem der zweigeschossige Thronsaal, das üppigst verzierte Schlafzimmer, die märchenhafte Grotte und der große Sängersaal. Bevor man nach der Schlossbesichtigung durch die Pöllatschlucht wieder zurück geht, lohnt sich noch der Abstecher zur Marienbrücke. Dazu folgt man der Asphaltstraße bergan bis zur Bushaltestelle, dann der Beschilderung in Richtung Tegelberg nach links und steht auf der Marienbrücke, von der aus man eine großartige Aussicht auf Neuschwanstein und den Forggensee hat. Die Brücke überspannt auf 35 Metern die Pöllatschlucht. Bereits König Maximilian II. hatte einen hölzernen Steg errichten lassen, den sein Sohn König Ludwig II. dann später durch eine Eisenkonstruktion ersetzen ließ.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied150 m
Dauer4.00 h
StartortHohenschwangau (800m)
Ausgangspunkt Hohenschwangau (800m), Parkplatz am Ortseingang (gebührenpflichtig)
Endpunkt Hohenschwangau (800m), Parkplatz am Ortseingang (gebührenpflichtig)
Hinweise
Beste Zeit
Die Pöllatschlucht ist natürlich dann am attraktivsten, wenn der Bach möglichst viel Wasser führt. Das ist einerseits nach starken Regenfällen der Fall, andererseits auch im späten Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze. Diese Jahreszeit hat auch den Vorteil, dass auf Neuschwanstein nicht ganz so viel los ist wie im Hochsommer.
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A96 bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech Nord und weiter auf der B17 über Steingaden in Richtung Füssen; noch vor Schwangau nach links und der Beschilderung folgend nach Hohenschwangau; Parkplatz (gebührenpflichtig) am Ortseingang. Mit der Bahn von München mit Umsteigen in Kaufbeuren nach Füssen, von dort ständige Busverbindung zu den Königsschlössern
GastronomieHohenschwangau: diverse Gasthäuser
Tipps

Ticketreservierung Neuschwanstein

Da Neuschwanstein sehr beliebt ist, ist es sinnvoll, Eintrittskarten vorher im Internet (www.hohenschwangau.de/ticketcenter) zu reservieren. Auf den Tickets ist die Einlasszeit vermerkt, zu der man an den Drehkreuzen am Schlosseingang sein muss. Für den Weg durch die Pöllatschlucht sollte man eine Stunde veranschlagen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 9Euro, die Reservierungsgebühr zusätzlich 1,80Euro (Stand November 2009).
Informationen
Ticketkauf nur im Ticketcenter, geöffnet 01.04.–30.09. Mo–So 8– 17Uhr, 01.10.–31.03. Mo–So 9–15Uhr

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Heinrich Bauregger

Die schönsten Wanderungen mit Kindern im Allgäu

35 familiengerechte, bestens aufbereitete Touren in den Allgäuer Bergen mit Einkehrvorschlägen, Tipps zu Sehenswertem und Hinweisen für Kinderspaß.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema