Durch den Lieper Winkel

Aussichtsreiche Wiesen- und Deichwanderung; wer mit dem Rad wandert, muss gelegentlich schieben. (Autor: Bernhard Pollmann)
18 km
90 m
5.00 h
Der Lieper Winkel ist die Halbinsel zwischen Achterwasser und Peenestrom mit den Dörfern Warthe, Reestow, Grüssow, Quilitz und Rankwitz sowie dem namengebenden Kirchdorf Liepe in der Mitte des Winkels. Die relative Abgeschiedenheit des Lieper Winkels hat auch zur Ausbildung einer eigenen Tracht geführt, die dem Leben der Bewohner als Fischer und Bauern entsprach. Diese Tracht ist im Heimathof zu bewundern. Das nach dem Ende der DDR aufgebaute Museum präsentiert Zeugnisse der durch Landwirtschaft und Fischerei geprägten Lebensweise der Einwohner aus den letzten zwei Jahrhunderten; zu sehen ist auch ein alter Webstuhl.
Der kleine Hafen von Rankwitz ist im Sommer ein beliebter Anlegeplatz für Segelboote und Yachten, hier besteht auch eine Personen- und Fahrradfährverbindung nach Lassan am Festland. Vom Hafen schlendern wir aussichtsreich auf einem Plattenweg an der Peene entlang und kommen am Rankwitzer Heimathof vorbei.
Dahinter rundet sich der von Wiesen bedeckte Jungfernberg (18m); wer durch die Wiesen hinaufgeht, genießt ein prachtvolles Panorama des Lieper Winkels und ganz Usedoms sowie weit bis aufs pommersche Festland hinaus. Wie die Sage berichtet, trägt der Berg seinen Namen nach vier Rankwitzer Jungfern, die von einer solchen Tanzwut besessen waren, dass sie sogar am heiligen Sonntag, anstatt zur Kirche nach Liepe zu gehen, auf diesem Berg tanzten; zur Strafe wurden sie in diesen Berg gebannt und sind unter ihm begraben zur Abschreckung für etwaige Nachahmerinnen. Am Heimathof und am Jungfernberg vorbei folgen wir dem Plattenweg bis zur Ortsmitte von Quilitz und gehen hier links zum Peeneblick an der Quilitzer Steilküste: Hier bietet sich ein weiter Blick auf die Stadt Usedom im Süden und auf Lassan jenseits des Peenestroms, während sich im Nordwesten die Hafenanlagen und der Kirchturm von Wolgast zeigen. Zurück in Quilitz, folgen wir dem Feldweg links. Nach einer guten halben Stunde wechselt der Weg auf den Deich und folgt ihm in die Fischereisiedlung Warthe Ausbau und weiter nach Warthe. Von der Ortsmitte gehen wir links zum Wasser, wo sich ein Badestrand befindet, und wandern auf dem Deich Richtung Osten. Nach einer halben Stunde taucht ein Einzelgehöft auf; hier kann man landeinwärts abbiegen und gelangt über Reestow und Liepe wieder nach Rankwitz. Wir wandern jedoch weiter auf dem Deich, vor dem sich wie am Grüssower Ort zum Teil ausgedehnte Schilfgürtel weiten, und gelangen in das Dorf Grüssow. Hier gehen wir auf dem Feldweg geradeaus und ersteigen den 5,8m hohen, von Feldern bedeckten Schwenkenberg. An der wenig später erreichten Verzweigung kann man rechts in das Kirchdorf Liepe gehen; wir gehen jedoch auch hier geradeaus, passieren bald darauf das Gelände einer ehemaligen Fischzucht und erreichen vor den Wäldern des Schwarzen Bergs eine Verzweigung: Hier geht es rechts zurück nach Rankwitz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied90 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRankwitz Hafen.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Lieper Winkel ist einer der abgeschiedensten »Winkel« auf Usedom und gilt vielen als »Geheimtipp«: Reetgedeckte Häuschen, ein Fischrestaurant, der Hafen von Rankwitz, die Quilitzer Steilküste, der Strand von Warthe – alles ist ohne Massentourismus erlebbar auf dieser aussichtsreichen Wiesen-, Küsten- und Waldwanderung.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Lieper Winkel und Usedom (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGrünstrich, Gelbstrich und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungB110 Anklam – Usedom – Zirchow – Ahlbeck, hinter Usedom abzweigen nach Rankwitz.
GastronomieRankwitz, Warthe.
Tipps
Suckower Eiche – berühmtester Baum auf Usedom. Die über 700 Jahre alte Suckower Eiche an der Allee von Suckow nach Rankwitz ist der berühmteste Baum Usedoms und das Wahrzeichen des Lieper Winkels. Herzog BogislawIV. wählte sie im Jahr 1298 als Bezugspunkt zur Festlegung des nördlichen Grenzverlaufs der Gemarkung von Usedom. Heute hat die Sockeleiche einen Stammumfang von 6,50m und eine Kronenweite von über 30m. Als das Dorf Suckow 1270 anlässlich eines Dörfertauschs erstmals urkundlich erwähnt wurde, befanden sich in der Umgebung ausgedehnte Eichenwälder, in denen die Prämonstratenser des Klosters Grobe Schweine hüten ließen. Auf die traditionelle Schweinehut verweist auch der Name des Dorfs Suckow: Szuinaruitz = Schweinehüterei. Mit der Entwicklung des Ackerbaus wurden die Eichenwälder abgeholzt oder fielen der Brandrodung zum Opfer. Dass die Suckower Eiche nie gefällt wurde, ist wahrscheinlich der Tatsache zu verdanken, dass sie auf einem vorgeschichtlichen Grabhügel wächst.
Tourismusbüro
Usedom Tourismus GmbH, Bäderstraße 5, 17459 Ückeritz, www.usedom.de
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