Durch den Appennino Gualdese

Unschwierige Wanderung. Bei Nebel oder schlechter Sicht erhebliche Orientierungsprobleme. Abschließend nur Übernachtung im Freien. (Autor: Helmut Dumler)
25 km
900 m
6.00 h
In der Valsorda, beim Ristorante Clelia, hält man sich halb links (rechts die Straße nach Gualdo Tadino) und schlendert auf dem Sträßchen in Richtung des ehemaligen Hotels Stella, das sich hinter Bäumen verbirgt. Etwa 200 m vor diesem Gebäude (und 50 m vor einem Brunnen in der Wiese, Trinkwasser) nehmen wir rechts den geschotterten, ansteigenden Fahrweg. Nach 600 m geht es links weiter. An der Gabelung halb rechts, hoch zur Schotterstraße, die schräg links gekreuzt wird. Entlang der Holzpflöcke zu einer Straßenkurve. Etwa 10 m auf der Straße, dann rechts zur Chiesa di Serra Santa (1348 m) – Balkon über Gualdo Tadino!
Unsere Tour ist nun südlich über den Monte Nero und Monte Maiore einsehbar. Zunächst wandern wir 150 m nach Osten zur Mündung der Schotterstraße und weiter halb rechts auf dem Weg, den eine Kette sperrt. Er traversiert die Südflanke des Monte Serra Santa (der auch überschritten werden kann). Nachdem wir 5 Min. der Grasspur konsequent gefolgt sind, geht es in einen schwach ausgeprägten Sattel auf den Pian delle Vescole. Getreu dem Fahrweg halten wir uns schwach rechts, gehen abwärts und links an einer Viehtränke vorbei. In der breiten Mulde setzt die Gegensteigung an.
Die Markierung rot/weiß umgeht zwar die erste Kuppe – den Purello (1405 m) –, die zweite – den Monte Nero (1410 m) – sollte man aber unbedingt besteigen; sein Westhang wird von der Originalroute durchmessen. Seine Grashaube schenkt uns eine 360-Grad-Panoramaschau, nordwestlich durch die Valle del Fonno und die Rocchettaschlucht auf das altersgraue Städtchen Gualdo Tadino an der römischen Konsularstraße Via Flaminia. Südlich sehen wir die beiden Gipfel des Monte Pennino, zu dessen Füßen der heutige Abschnitt endet. Südöstlich befindet sich der Monte Maiore, unsere nächste Station (2 Std.).
Nun wandert man südöstlich hinab in den Perosattel (1340 m). Der von felsigen Schrofen besetzte Monte-Maiore-Nordostrücken schwingt sich hier auf; an ihm laufen die Farbzeichen entlang. Wir gelangen bis zur Kuppe des Monte Maiore (1411 m). Der Abstieg führt durch den Südhang, umgeht rechts eine flache Kuppe und beschert uns einen kurzen Anstieg. Die folgende Abzweigung verlangt Aufmerksamkeit, denn sie verlässt den breiten Weg halb links. Bei gutem Wetter leiten die roten Holzpflöcke sicher über die Wiesen. 45 Min. nach dem Monte Maiore tauchen Almgebäude auf. An der Gabelung halten wir uns halb rechts, folgen 100 m dem breiten Weg und gehen dann rechts über Wiesen – Piaggia del Trivio – abwärts. Die Markierungen kreuzen den Almgüterfahrweg. Wo er neuerdings betreten wird, folgt man ihm links. Nach 100 m auf einen breiten Wiesenweg links abzweigen. Die Farbzeichen leiten in den Sattel Trivio di Luticchio (869 m; 3:15 Std.).
Am Ende der Rechtskurve des Fahrsträßchens links einschwenken in einen Schotterweg. Auf ihm geht es kurz bergan, worauf sich die Markierungen erneut links halten. Der Kuppe des Colli (884 m) muss man rechts ausweichen. Nun geht man hinunter zu einer quer gelagerten Mulde und auf der anderen Seite an den Waldrand. Geradeaus in den Laubwald bzw. links haltend bergwärts weiter. An der nächsten Gabelung hält man sich ebenfalls geradeaus, an der zweiten links oder rechts, dann halb links empor auf den promenadeähnlichen Hangweg. Er führt nach rechts, das heißt durch die Pormaiore-Westseite. Nördlich erscheint »in memoriam« der Monte Cucco. Gualdo Tadino wird nordwestlich sichtbar. Der Weg schwenkt links in Südostrichtung ein, durchzieht einen Sattel zwischen zwei Kuppen und wird von einer Mulde aufgenommen.
Wo der Laubwald rechts endet, gehen wir an der Weggabelung halb links, ansteigend auf die Kuppe 1041. Dahinter benötigt man noch 25 Min. bis zur Straße. Mit ihr geht es rechts in 5 Min. zum tiefsten Punkt des Passo del Termine (865 m; 4:45 Std.). An der Südseite der Straße wandern wir bis zur Wegteilung: Hier geht es halb rechts. Ebenfalls rechts vorbei an einer grünen Wellblechhütte und halb rechts über diese Wiese. Nun steiler, und eine flache Wiesenkuppe ohne Spur überschreitend, wandern wir bis zu einem Querweg. Danach rechts zur Straße. Der letzte Anstieg für heute bringt uns nach Monte Alago (945 m), einer im Sommer beliebten Tourismusstation: Parco turistico Monte Alago auf dem Pian delle Stelle (5:15 Std.). Ein Hinweis des E 1 verrät, dass uns von Colfiorito noch ca. 4 15 Std. trennen. Peilen wir vorerst Bagnara an!
Schräg gegenüber dem von Adriana vorzüglich bekochten Restaurant nimmt man den Fahrweg südostwärts an der linken Seite eines lieblichen Hochtales mit Durchblicken zum Monte Pennino. Nach 10 Min. zweigt man links ab, nur für ein paar Schritte, dann geht es vor dem Viehtrog rechts über diese Wiese zum nächsten Farbzeichen und weiter parallel zum Sträßchen, das wir 10 Min. später kreuzen.
Hinter dem Quellbrunnentrog das Sträßchen wieder betreten und mit ihm etwa 20 Min. absteigen. An der scharfen Rechtskurve geht es links in den Wanderpfad, wodurch eine lange Straßenschleife abgekürzt wird. Wieder auf der Schottertrasse, folgt man ihr dieses Mal 400 m. Nochmals links abbiegen und vollends hinunter zur Pfarrkirche Santa Lucia des 150-Seelen-Dörfchens Bagnara (634 m), in dem wir bei der Piazza Fulvio Sbarretti (Brunnen) die Durchgangsstraße kreuzen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied900 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktValsorda (1021 m). Siehe Endpunkt Tour 19.
EndpunktBagnara (634 m), Fraktion von Nocera Umbra (8 km, Bahnhof, Busverbindungen) an der SS 361.
TourencharakterWenn auf den freien Höhen kalte Ostwinde blasen – im Frühsommer keine Seltenheit – und massige, weißgraue Wolken jagen, huschen ihre schwarzen Schatten geisterhaft über das makellose Grün der Wiesen. Sobald Regenschauer peitschen, klingen alpine Verhältnisse an, obwohl die höchsten Gipfel dieser Etappe nur 1400 m messen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompasskarte 1:50 000, Blatt 675.
MarkierungenRot/weiß/rot, E 1. Teilweise rote Holzpflöcke.
VerkehrsanbindungValsorda (1021 m), Hochtal nordöstlich von Gualdo Tadino (5,5 km Asphaltstraße, Bahnhof). Camping ValsordaH (Juni bis Ende September), Tel. 075/91 32 61. Nebenan im Ristorante Clelia besteht die Möglichkeit, ein Taxi in Gualdo Tadino zu bestellten. Dort mehrere Hotels, z. B. Sport**, Tel. 075/9 14 06 80; Verde Soggiorno**, Tel. 075/91 62 63.
GastronomieIn der Valsorda das Ristorante Clelia (Juni–September). Alago: Ristorante (Juni–August). Am Endpunkt: Barbetrieb an der Piazza Fulvio Sbarretti privat (per soci), aber auch für Wanderer zugänglich (Getränke).
Tipps
An Stelle der Chiesa Serra Santa lebten einst Zivilisationsmüde als Eremiten wie z. B. San Facondino. Ihre Blüte erlebte die Einsiedelei während des 13. Jhs. Südwestlich, tiefer im Hang, erforscht die Gruppo Speleologico Gualdese den Buco Bucone: Befahren waren im Jahr 2001 rund 250 m. In Bagnare betrieben Arnaldo Buriani und seine Frau Rita mit einer gediegenen Albergo das international bekannte und für den E 1 unumgängliche Feinschmeckerlokal Pennino, bis 1997 die gastfreundliche Stätte durch ein Erdbeben wie ein Kartenhaus einstürzte.
Unterkunft
Am Ausgangspunkt: Camping ValsordaH (Juni bis Ende September), Tel. 075/91 32 61; Hotel Sport**, Tel. 075/9 14 06 80; Verde Soggiorno**, Tel. 075/91 62 63. Am Endpunkt: nur Camping Montelago in Alago (Juni–September), Tel. 074/2 81 82 41 oder 1:15 Std. später bei Bagnara. Nächste Hotels in Nocera Umbra (Taxi), z. B. Europa**H, Tel. 074/2 81 88 74; Flamino**, Tel. 074/2 81 88 83.
Tourismusbüro
Servicio Turistico Territoriale, Porta Romano 126, I-06034 Foligno, Tel. 0742/35 04 93, Fax 0742/34 05 45.
Region:
Italien
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