Durch das Gaistal zum Hochwannigkopf und über das Steinerne Hütt'l z

Nach langer Talwanderung folgt ein recht anspruchsvoller Aufstieg auf unmarkiertem, streckenweise verfallenem, altem Bergweg. Der Gipfelanstieg selbst ist weglos, aber einfach. Gute Orientierungsgabe, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind zwingend notwendig. Lohnend bis Tilfussalm (5,0km) mit Mountainbike oder gutem Tourenrad mit Gangschaltung und kräftigen Bremsen. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Vom Salzbach-Parkplatz im Gaistal auf der Gaistalstraße kurz nach Süden und etwas steil (gut 10%) durch eine Rechtskehre, dann immer flacher nach Westen. An der Wegverzweigung links halten und auf der talseitigen Straße an der Gaistalalm vorbei. Mountainbiker stellen unmittelbar unter der Tilfussalm nach 5,0km ihren Drahtesel ab, denn dort werden sie wieder vom Berg herunterkommen. Der Anstieg führt auf der breiten Straße weiter talein, und erst bei der der Verzweigung nach 6,76km zweigt man rechts auf den Hochfeldernweg ab. Nun auf der Straße mäßig steil hinauf, bis kurz vor die Linkskehre des Sträßchens im Graben des Feldernbachs. Dort nach rechts die Forststraße verlassen und einem alten, nicht markierten Steig folgen. Er ist anfangs etwas schwer zu finden, doch wenn man ihn einmal zuverlässig ausgemacht hat, folgt man ihm zunächst neben dem Bach, dann etwas weiter rechts durch Hoch- und Jungwald nach Norden hinauf. Weiter oben dreht er wieder nach links und führt geradewegs in das wilde Felderer Tal. Nun wird es ein wenig kritisch. Der alte Steig quert nämlich auf lockerem Geröll einen schmalen, recht steilen Bachgraben, der unmittelbar unter der Route über senkrechte Felsen abbricht. Das kann – vor allem bei Nässe – gefährlich werden. Hat man diese kritische Stelle von ein paar Metern Breite gemeistert, gibt sich der Anstieg wieder deutlich harmloser. Es geht zwar noch über ziemlich steile Geröllhänge hinauf und auch durch sonnenheißes Latschengebüsch, aber aufregend ist die Route nicht mehr. In der Talmulde unter dem Feldernjöchl schwindelt man sich noch durch ein kurzes Felsenhindernis, und gleich darauf kommt man im Feldernjöchl an. Im Jöchl stößt die Route auf einen schönen Wanderweg, der nach rechts über einen weiten Rücken gegen Südosten ansteigt. Weiter oben verlässt der Weg die Rippe auf ihre linke Seite, führt über einen tristen Steilhang und mündet in der weiten Mulde zwischen Hohem Kamm und Hochwannigkopf.
Dort rechts abschwenken, ohne erkennbaren Weg über einen unbedeutenden Vorgipfel hinweg und recht steil, aber nicht schwierig, zum Hochwannigkopf hinauf. Ist man nach der aussichtsreichen Gipfelrast wieder am Wanderweg angekommen, hält man sich rechts, um noch etwas anzusteigen und vor dem namenlosen Punkt 2264m links abzudrehen. Man kann – was nicht schwierig ist – auch dem Höhepunkt des wild aufragenden Kamms noch einen Besuch abstatten. Das kostet nur 10 Minuten und lohnt sich wegen der schönen Rundumschau.
Der Rückweg führt unter eindrucksvollen Felsenwänden gegen Osten zum Steinernen Hütt'l hinaus. Der Hüttenwirt auf der kleinen Jausenstation ist recht zünftig, und wenn er Lust hat, spielt er schwungvolle Berglieder auf seiner Harmonika. Von der kleinen Hütte gegen Süden talwärts, über eine tiefe Schlucht und nach vielen Serpentinen im Wald zu Ganghoferhaus und Tilfussalm. Von dort in wenigen Minuten zur Salzbachstraße, wo man sich für die letzte Viertelstunde auf den Fahrradsattel schwingt oder noch 11/2Std. zu Fuß zum Parkplatz zurückgehen muss.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1140 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLeutasch, Salzbach-Parkplatz.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Hochwannigkopf zählt nicht zu den alpinen Rennern des Wettersteingebirges. Dafür ist er etwas zu umständlich zu erreichen. Doch wer – sinnvollerweise mit Fahrradunterstützung – den langwierigen Zuweg in Kauf nimmt, kann sich auf ein erlebnisreiches Bergabenteuer einstellen. Besonders spannend gibt sich der Anstieg am alten Feldernsteig, der nicht mehr unterhalten wird und deshalb alpine Risiken birgt.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50000, Bayer. Landesvermessungsamt; Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 5; Freytag & Berndt Wanderkarte, 1:50000, Blatt 322.
MarkierungenWegtafeln, streckenweise rote Punkte, längere Bereiche unmarkiert.
VerkehrsanbindungLinienbusverbindung ab Bahnhof Mittenwald; mit dem Auto von Garmisch-Partenkirchen auf der Bundesstraße bis Mittenwald und ins Leutascher Tal. Durch das Leutascher Tal bis Obern und nach Westen weiter zum gebührenpflichtigen Salzbach-Parkplatz.
GastronomieGaistalalm und Tilfussalm (liegen nicht unmittelbar am Weg), Steinernes Hütt'l.
Tipps
Variante mit Seilbahn. Einfacher kann man den Berg auch erreichen, wenn man von Ehrwald zu Fuß oder (bis zur Ehrwalder Alm) mit der Seilbahn heraufkommt. Man folgt dann dem Bergweg über die Hochfeldernalm ins Feldernjöchl (4Std., 8km). Vom Salzbachtal ist dann allerdings ein langer Fußmarsch durchs Tal mit strammem Gegenanstieg in Kauf zu nehmen.
Tourismusbüro
Leutasch.
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