Die Massa- Gletscherschlucht

Einmalige Wanderrunde, die ins Vorfeld des Aletschgletschers führt, dann durch den unter Naturschutz stehenden Aletschwald hinauf zur Riederalp. »Hauptdarsteller« ist der riesige Eisstrom, für etwas Nervenkitzel sorgt der Gang über die große Hängebrücke. (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1400 m
5.00 h
Seit dem Sommer 2008 sind schon Zigtausende über die kühn zwischen zwei Felsköpfe gespannte, filigrane Konstruktion spaziert, manche wohl mit einem leicht flauen Gefühl in der Magengegend, das gegenüberliegende Ende der Brücke fest im Blick. Andere genießen den Tiefblick in den Grund der Klamm, die von der Massa und dem Aletscheis in Jahrtausenden aus dem Fels gearbeitet wurde: Er ist schlicht grandios! Eis en masse Der mächtigste Gletscherstrom der Alpen ist unbestritten »Hauptdarsteller« auf der großen Wanderrunde, die oben auf der Belalp startet und in Blatten endet. Gleich hinter dem Hotel Belalp tritt er erstmals ins Bild, beim Gang über die Massaschlucht ist er nicht zu sehen, erst beim Gegenanstieg durch den Aletschwald kommt er – jetzt schon erheblich näher gerückt – wieder ins Blickfeld. Während des Abstiegs zum Stausee Gibidum entdeckt man dann fern am südlichen Horizont ein anderes Alpenwunder: das Matterhorn. Das sind aber nur zwei Highlights dieser an Höhepunkten reichen Tour. Am Hinweg säumen kleine Sehenswürdigkeiten – Blumen! – den Weg; ein kurzer Abstecher gestattet dann einen Blick auf die apokalyptische Felsszenerie im unmittelbaren Vorfeld der Gletscherzunge, und der Grünsee entpuppt sich als wahre Idylle. An der Riederfurka lädt das Bergrestaurant zur Einkehr, bevor man sich an den Rückweg macht. Eine Runde mit ganz starken Eindrücken. Von der Alpterrasse zur Hängebrücke Von der Seilbahnstation auf der Belalp (2094 m) führt eine Sandstraße sanft ansteigend zum Hotel Belalp (2130 m), wo sich ein erster fantastischer Blick auf den Eisstrom des Aletschgletschers bietet. Das Haus steht am Abbruch des Aletschbords, und über diesen Rand zieht der Weiterweg zunächst steil bergab. Eine kunstvoll zwischen schroffe Felsen trassierte Serpentinenpassage mit hohen Stützmauern aus Bruchsteinen ist erst jüngst restauriert worden. Am Hirmi (1971 m) folgt man dem Hinweis »Hängebrücke« und steigt an dem Wiesenbord weiter ab zur Alp Oberaletsch (1736 m) mit dem hübschen Kirchlein. Dahinter gewinnt der Weg etwas an Höhe, bevor er sich zum Lengacker (kleine Moore) im Vorfeld des Aletschgletschers senkt. Über rund geschliffene Felsen gelangt man geradeaus zu einem packenden Aussichtspunkt (5 Min.), rechts steigt der Weg über schöne Gletscherschliffe (teilweise Stufen) hinab zu der längst sichtbaren Hängebrücke (ca. 1560 m; 1.45 Std.): etwa 150 Schritte auf der leicht schwankenden Metallkonstruktion, Tiefblicke inklusive. Zur Riederfurka Jenseits der Brücke leitet der Pfad an dem felsigen Hang bergan und quert dann (Holzbalken als Brücke) hinüber zum winzigen Grünsee (1614 m), der zwischen abgerundeten Steinbuckeln liegt und ein beliebter Picknickplatz ist. Gleich hinter dem Gewässer gabelt sich der Weg; links geht’s durch eine seichte Rinne aufwärts zu einem schönen Ausguck über dem Aletschgletscher (Abstecher 2Min.), dann im Zickzack zur Weggabelung beim Silbersand (1922 m). Hier hält man sich rechts und wandert auf schönem, sanft ansteigendem Weg durch den Aletschwald mit seinen Charakterbäumen zur Riederfurka (2065 m; 3.45 Std.). Rückweg Aus der Senke führt ein schmaler Weg in vielen Kehren westwärts hinunter zur Staumauer des Gibidumsees (1439 m; 5.15 Std.). Über eiserne Treppen steigt man von der Mauerkrone auf zur Werkstraße. Sie leitet zurück ins Dorf Blatten (1327 m; 5.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1400 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBlatten (1327 m)
AusgangspunktBergstation der Seilbahn Blatten– Belalp (2094 m)
EndpunktBergstation der Seilbahn Blatten– Belalp (2094 m)
TourencharakterWenn’s darum geht, den Tourismus weiterzubringen, sind die Walliser selten um Ideen verlegen. Gelegentlich schießen sie dabei übers Ziel hinaus, doch mit der neuen, 124 Meter langen Hängebrücke über die Massa-Gletscherschlucht haben sie einen echten Hit lanciert.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 264 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungBlatten erreicht man von Brig-Naters über eine gut ausgebaute Straße, 9 km; Postbus. Die Seilbahn Blatten– Belalp ist ganzjährig in Betrieb.
GastronomieHotel Belalp, ganzjährig, Tel. 027/924 24 22. Bergrestaurant Riederfurka
Tipps
Eine süße Versuchung: Sii Die Zutaten verraten es schon, für Kalorienbewusste mit Diättick ist diese Nachspeise eher nicht geeignet, für Genießer dagegen schon. Die Zubereitung ist eher einfach: Altbackenes, also hartes Roggenbrot (etwa 300 g) in Würfel schneiden, mit drei Deziliter Rotwein (z. B. Dôle) in eine Schüssel geben und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag knetet man die Masse, bis ein weicher Teig entsteht. 40 g Sultaninen und einen halben Deziliter Holundersirup daruntermischen. 10 g Butter in einer Pfanne erhitzen, den Teig dazugeben und unter ständigem Rühren heiß werden lassen. Den noch warmen Sii auf Dessertschälchen verteilen und mit 150 g Schlagrahm garnieren. Kann zusammen mit Eis oder Rhabarbermousse serviert werden. PS: Weshalb die Süßspeise Sii heißt? Das wissen nicht einmal die Walliser ...
Informationen
Tourist-Info Brig Belalp Tourismus, im Bahnhof, Postfach 688, CH-3900 Brig, Tel. 027/921 60 30, E-Mail: info@brig-belalp.ch, www.brig-belalp.ch