Die Innschleife bei Wasserburg

Kunst und Natur am Inn.
Im Stadtgebiet von Wasserburg verläuft die Wanderung als Rundtour überwiegend auf dem Skulpturenweg an der Innschleife. Die Strecke nach Attel führt auf dem wenig gepflegten Weg am Innufer entlang nach Süden. Zur Burg und zum Kloster Attel kurze Anstiege auf einem Treppenweg. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
16 km
30 m
4.00 h
Skulpturenweg am Inn.
Vom Parkplatz an der Landwehrstraße sind es nur wenige Meter bis zum Skulpturenweg, der 1988 von der Künstlergemeinschaft Wasserburg entlang der Innschleife eröffnet wurde. Dabei fügen sich die insgesamt 32 Skulpturen und raumgreifenden Kunstobjekte harmonisch in die Altstadtkulisse und den ruhig dahinfließenden Inn ein. Wir stoßen bei Skulptur Nr. 5 auf den Weg, halten uns links und wundern uns zum Beispiel über den Anblick der ausrangierten Tresorschränke vor dem felsigen Steilufer des Inns.
An der Skulptur Nr. 32 von Devens/Schmidhuber endet der Skulpturenweg. Zwar würde der Weg am Innufer nordwärts weiterführen, uns interessiert jedoch der reizvollere Innweg an der südlichen Stadtseite. Hierfür durchqueren wir die Altstadt auf folgender Route: den Riedener Weg bis zum stillgelegten Bahnhof wandern, dort rechts über Bahnhofsplatz und Weberzipfel bis zum Fuß der Burgmauer, die in Treppen angelegte Burggasse hinauf zur Wallerburg und weiter links bis zur alten Pfarrkirche St. Jakob. An einem kleinen Park zweigt gegenüber der Kirche ein Treppenweg zum Innufer ab (Wegweiser »Innfront Staustufe«).
Früchteparadies am Innufer.
Am Innufer angekommen, queren wir auf schmalem Pfad unterhalb des eindrucksvollen Burgbollwerks südwärts. Im Sommer reifen hier Mirabellen, Holunder und Himbeeren am Wegesrand heran. Etwas weiter südlich sind unter dichtem Gestrüpp die Reste der stillgelegten Bahntrasse erkennbar. Bis 1986, als Teile des Bahndamms infolge von Überschwemmungen fortgespült wurden, verkehrten hier noch Züge. Seitdem müssen die Altstadtbewohner von Wasserburg etwa 3 Kilometer nach Edling pilgern, um den Zug Richtung Rosenheim oder Mühldorf zu erwischen.
Angst vor Hochwasser.
Obwohl das Frühwarnsystem bezüglich eines drohenden Hochwassers heutzutage gut funktioniert, leben die Bewohner Wasserburgs während der Schneeschmelze und nach starken Niederschlägen nach wie vor in Angst und Schrecken. In kritischen Phasen misst das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft die aktuellen Pegelstände des Inns besonders akribisch. Sind an einem Messpegel bestimmte Hochwasserstände überschritten, treten flussabwärts zwangsläufig Überschwemmungen auf. Als Erstes trifft es vor allem Parkplätze und nahe am Fluss gelegene Campingplätze.
Insgesamt gibt es vier Meldestufen, die höchste liegt bei 550 Zentimeter. Doch schon bei einem 420 Zentimeter hohen Wasserpegel schrillen die ersten Alarmglocken. Dann treffen die Gemeinden erste Maßnahmen wie die Sperrung von Uferstraßen. In Wasserburg ist bereits bei einem Pegel von 450 Zentimeter unser Fußweg zwischen der Brücke und dem Stauwehr überflutet, ab 470 Zentimeter ist das Gesundheitsamt an der Reihe und bei 770 Zentimeter schwappt das Innwasser gar in die Altstadt.
Vom Innwerk nach Attel.
Eine wichtige Funktion nimmt das Innwerk südwestlich der Kapuzinerinsel ein, das wir von unserem Uferweg schon von weitem erkennen. Wenn der Fluss nicht gerade extremes Hochwasser führt, kann das Wehr durch Schließen einzelner Schleusen den Wasserfluss regulieren. Leider verwehrt die Innwerk AG den öffentlichen Zugang zum Stauwehr, sodass Wanderer und Jogger die Innseite hier nicht wechseln können. Doch die Wasserburger nehmen diese Sturheit gelassen. Richtung Attel geht es ohnehin am Westufer weiter, und zwar an einem schilfumsäumten Seitenarm des Inns. Der Flusslauf des Inns wird nun immer breiter und im Wehrbereich scheint er gar zum Stausee zu verwandeln.
Der Weg verläuft zumeist durch Wald und später am Rand der Atteler Auen stets in Nähe des Innufers. Hier wehrt sich ein Anwohner mit Erfolg dagegen, sein Grundstück für die Markierung des Inntalradwegs freizugeben. Unterhalb des Ortes Attel mündet der gleichnamige Fluss in den Inn. Wir erreichen die B 15 und rechtshaltend auf Höhe des Fischerstüberls den Treppenweg nach Attel. Die sehenswerte Barockkirche der säkularisierten Benektinerabtei wurde 1715 nach dem Muster der Kirche St. Michael in München erbaut.
Rückkehr nach Wasserburg.
Wer sich den Rückweg sparen will, kann mit dem RVO-Bus 9416 zum Ausgangsort zurückfahren. Andernfalls wandern wir bis zur alten Pfarrkirche in Wasserburg zurück; dort geht es rechts durch die Schmidzeile und die Bruckgasse zur roten Innbrücke. Da der Inn an dieser Stelle sehr schmal ist, konnte man bereits 1338 mit dem Bau der Brücke beginnen. Auf diese Weise nahm der boomende Handel im Mittelalter seinen Lauf. Vor dem Bau der Innstaustufe 1932 wurde die Holzbrücke allerdings immer wieder durch Eisstöße zerstört.
Von der Brücke bieten sich übrigens hervorragende Fotomotive auf die Altstadt an, außerdem beginnt hier der Skulpturenweg: Uns fehlen noch die Objekte 1 bis 4, bevor wir an der uns bekannten Plastik wieder den Parkplatz erreichen.

Dauer: 4:15 Std.
Parkplatz Landwehrstraße – Ende Skulpturenweg 20 Min., Inntreppe an der Burg 15 Min., Staustufe 20 Min., Attel 1:30 Std., Innbrücke 1:40 Std., Parkplatz 10 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied30 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Landwehrstraße (Innufer)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWie ein Hufeisen schmiegt sich der Inn um die Altstadt von Wasserburg mit ihren malerischen Hausfassaden und stimmungsvollen Laubengängen. Im Anblick dieser südländisch anmutenden Stadtkulisse wurde auf dem Inndamm der Skulpturenweg angelegt. Unterhalb der Burg beginnt ein landschaftlich überaus reizvoller Weg an der großen Staustufe vorbei durch die Innauen in den alten Klosterort Attel.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan Wasserburg am Inn, Verlag E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 1:10 000 (erhältlich beim Fremdenverkehrsamt Wasserburg)
MarkierungenKeine einheitliche Markierung
VerkehrsanbindungMit der Bahn von München zum Bahnhof Wasserburg im Ortsteil Reitmehring; von hier verkehrt die RVO-Buslinie 9418 bis zum Ausgangsort. Autofahrer steuern von München auf der B 304 über Ebersberg nach Wasserburg.
GastronomieIn der Altstadt von Wasserburg gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants. Attel: Fischerstüberl, Elend 1, Tel.: 08071/25 98, Di Ruhetag
Tipps
Stadt der Museen. Wasserburg hat gleich vier Museen zu bieten: Im Ersten Imaginären Museum der Welt für Malerei und Grafik sind über 500 Werke aus sämtlichen Epochen der abendländischen Malerei ausgestellt, darunter reproduzierte Werke von Monet, Picasso, Dürer, Hundertwasser und Spitzweg (Heilig-Geist-Spital, Bruckgasse 2, Tel.: 08071/43 58, Di–So 13–17 Uhr). Das Städtische Museum im Heimathaus beherbergt historische Relikte zu den Themen Stadt- und Familiengeschichte, Handwerk und Gewerbe sowie eine Sammlung bäuerlicher Wohnkultur (Herrengasse 15, Tel.: 08071/92 52 90, 1. Mai bis 30. September Di–Fr 10–12 und 13–16 Uhr, Sa und So 11–16 Uhr, 1. Oktober bis 30. April Di–Fr 13–16 Uhr, Sa und So 13–15 Uhr). Das Wegmachermuseum gibt einen Einblick in die Geschichte des Wege-, Straßen- und Brückenbaus in Bayern, also auch über die rote Innbrücke in Wasserburg (Herderstr. 1, Tel.: 08071/918 50, Mo–Do 8–11.30 Uhr und 13–15 Uhr, Fr 8–11.30 Uhr). Der Eintritt kostet für Erwachsene jeweils 1,50 Euro; das Wegmachermuseum und das Feuerwehr-Museum sind gratis. Letzteres kann jedoch nur nach telefonischer Anmeldung bei der Freiwilligen Feuerwehr Wasserburg besichtigt werden (Tel.: 08071/64 00).
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Wasserburg, Marienplatz 2, 83512 Wasserburg am Inn, Tel.: 08071/105 22, Fax: 08071/105 21, E-Mail: touristik@stadt.wasserburg.de, Internet: www.wasserburg.de

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