Die Geheimnisse von Volterra

Stadtspaziergang mit leichten Höhenunterschieden. (Autor: Helmut Dumler)
5 km
120 m
1.00 h
Das Entree für Volterra ist im Südosten die Porta a Selci. Links thront halbellipsenförmig die »Femmina« (Frau), ein Turm der Rocca Vecchia (1). Hinter der Porta a Selci geht es links in die Rampa di Castello und parallel zum westlichen Festungsabschnitt, der Rocca Nuova (2) mit dem Turm »Maschio« (Mann). Bald betritt man den Parco Archeologico (4) mit den Ausgrabungen der etruskisch-römischen Akropolis (geöffnet 10:30–17:30Uhr; Billett gilt auch für das Teatro romano).
Anschließend durch die Parkanlage – rechts in der Wiese zwei römische Zisternen (3) – und links abwärts ins Zentrum. Links senkt sich die Via Porta all'Arco zur Porta all'Arco (5).
Nachdem wir die Piazza dei Priori (6) und ihre Bauwerke bewundert haben, wenden wir uns von der Touristeninformation links dem Palazzo Incontri in der Via Ricciarelli zu. Es folgt die Incrociata (Kreuzung). Die Torre Buonparenti (rechts) stammt aus dem 13.Jh. Anschließend sieht man ein weiteres Turmhaus der Buonparenti, das durch eine hohe Bogenbrücke mit dem Turm der Familie Buonguido (um 1200) verbunden war. Dann erscheint rechts der Palazzo dello Sbarba, ehedem Wohnsitz der Familie Ricciarelli.
Die kleine Piazza San Cristoforo erhielt ihren Namen von der dort befindlichen Kirche. Es übernimmt uns nun die Via San Lino. An der Stelle der Chiesa San Lino (15.Jh.) soll der hl. Linus gelebt haben, erster Nachfolger Petri auf dem Heiligen Stuhl (64–79). Die Via San Lino mündet in die Porta San Francesco (1260). Davor steht links die Kirche San Dalmazio (1584), Privatbesitz der Familie Inghirami, Nachfahren des Türkenbesiegers Admiral Iacopo Inghirami. Rechts, etwas abseits, befindet sich die Chiesa San Francesco. Das mittelalterliche Volterra bleibt zurück. Nun umgibt uns der Borgo Santo Stefano. Es geht abwärts. Rechts präsentiert sich die romanisch-pisanische Fassade der im 18.Jh. aufgelassenen Kirche Santo Stefano (7). Gegenüber von Haus Nr.84 führt links der Vicolo della Penera als Abstecher (ca. 200m) zu einem Teilstück der einstmals 7,2km langen, mörtellos gefügten etruskischen Stadtmauer. Die Stadt war damals flächenmäßig viereinhalbmal größer als im Mittelalter (= Stadtmauerlänge 3,2km) und hatte 17000 bis 20000 Einwohner, mehr als das heutige Gesamtvolterra.
Dann sind wir im Borgo San Giusto. Links lehrt das Istituto Statale d'Arte (Handwerks-Fachschule). Rechts überrascht San Gius-to (8), begonnen 1628, vollendet in der 2. Hälfte des 18.Jh. Eigenwillig erscheint das Bild durch die sanft hochziehende, baumgesäumte Wiese. Abstecher: Rechts an der Kirche vorbei und rechts die Böschung hinab zu zwei Etruskergräbern (9) des 6.–5.Jh.v.Chr.
Zurück zur Straße und auf ihr zur mittelalterlichen Porta Menseri. Davor gehen wir erneut rechts und in nördliche Richtung, wieder an die etruskische Stadtmauer. An dieser ein Stück entlanggehen, bis an den Zaun des Campingplatzes. Von hier ergeben sich beeindruckende Blicke in die teils 100m hohen Abbrüche der »Balze« (10), die durch Erosionseinwirkungen stückchenweise bröckelnden Steilhänge des sandigen Sockels der Stadt. Wir sehen das 1030 geweihte, 1861 von den Ordensangehörigen aus Angst vor den brechenden Balze verlassene Kloster. Teile der archaischen Nordweststadt und die ältesten Nekropolen wurden bereits in die Tiefe gerissen.
Zurück auf die Piazza dei Priori.
An ihrem äußersten südöstlichen Zipfel biegt man an der Kreuzung links ein in die Via Giacomo Matteotti und gelangt zur Piazza San Michele. Die romanisch-pisanische Fassade der Kirche San Michele glänzt durch effektvolles Schwarz-Weiß.
Unweit des Platzes lag das römische Forum. Die Via Guarnacci, durch die wir bummeln, verläuft identisch zum etruskisch-römischen Cardo Maximus (Nord-Süd-Hauptstraße). Kurz vor der Porta Fiorentina geht es links, an der mittelalterlichen Stadtmauer ungefähr 100m zu den Aussichtsplätzen über dem Römischen Theater (11).
Es folgt die »Rückkehr« ins Mittelalter, auf die Piazza San Michele. Dort schwenkt man links ein in die Via di Sotto. Sie stößt auf die Piazza XX Settembre mit der Kirche Sant'Agostino (12); Gemälde, Terrakotta-Altar. In der Nähe lädt die Trattoria Il Sacco Fiorentino ein.
Durch die Via Don Minzoni gelangt man zum Museo Etrusco (geöffnet 9–15Uhr). Vorbei an der Barockfassade der Kirche San Pietro a Selci zum Ausgangspunkt, der Porta a Selci.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied120 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVolterra (531m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVolterra liegt »auf einem hohen allseits abschüssigen Hügel mit flachem Gipfel, auf welchem die Mauer der Stadt aufgeführt ist«, skizzierte der griechische Geograf und Historiker Strabo vor rund 2000 Jahren. Das spricht für das phänomenale historische Ansehen von Volterra.
Beste Jahreszeit
MarkierungenHinweisschilder.
VerkehrsanbindungStaatsstraße 68 von Cecina 43km, von San Gimignano 29km, von Florenz 81km. Busverbindungen.
GastronomieTrattoria Il Sacco Fiorentino. Außerhalb (2km) an der Straße nach Colle Val d'Elsa als »heimliche Liebe« des Autors: Trattoria Da Bado mit bodenständiger »Lista del giorno«. Siehe auch bei Unterkunft (Loc. Saline).
Informationen
Trattoria Il Saco Fiorentino. Die Erinnerung an den »Sacco« – Plünderung Volterras 1472 durch die Medici – lebt im Namen der Trattoria fort. Renzo Vanni, Chef und kompetent für Essenswonnen, macht es einem nicht leicht bei der Speisenauswahl, ganz zu schweigen von den mehr als 900 Weinetiketten. Im vorderen Raum ist die Trattoria ein gutbürgerliches Lokal, dahinter die derbe, bacchantische Enoteca: Das ergibt eine gelungene Kombination aus Wirtshaus und weinorientierter Imbissstube, wobei in der Enoteca die Preise günstiger sind.
Unterkunft
Am Altstadtrand: Hotel Nazionale***, Tiefgarage 50m entfernt, Tel. 0588 862 84. In der Lokalität Saline (6km): Hotel-Ristorante Il Vecchio Mulino***, Parkplätze, Tel. 0588 4 42 38; Albergo Africa**, keine eigenen Parkplätze, Tel. 0588 4 41 93.
Tourismusbüro
Consorzio Turistico, Piazza dei Priori 20, I-56048 Volterra, Tel. 0588 8 72 57, E-Mail: info@volterratur.it
Region:
Italien
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