Die »Alte Suon« von Bürchen

Gemütliche, überwiegend schattige Hangwanderung mit moderaten Steigungen. Im Abschnitt Gärlich- Egga teilweise etwas verstrauchter Weg. Auch der Abstieg zur Brandalp folgt einer alten Suon, der Rückweg dann breiten, teilweise asphaltierten Fahrwegen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
1 km
420 m
4.00 h
Kinder entdecken in bizarren Baumstümpfen verwunschene Waldgeister, und hinter den mit zotteligen Flechten überwachsenen Ästen verbergen sich möglicherweise listige Kobolde. Neben dem Weglein fließt das Wasser, mal ganz lautlos, dann wieder leise murmelnd. Es ist eine Wanderung in die Stille, fernab vom touristisch lauten Wallis. Am Wendepunkt, im Ginals, bietet die Alpwirtschaft dann ganz Diesseitiges an, eine Käseschnitte oder einen Walliser Teller, dazu den passenden Durstlöscher. Der Abstieg folgt dann nochmals einer alten Wasserfuhre, der Meigger Suon, hinunter zur Brandalp, wo man auf einen Themenweg mit Zitaten berühmter Frauen stößt. Er erinnert daran, dass die Unterbächer Frauen – gegen den Willen der Schweizer Regierung – bereits 1957 erstmals an die Urnen gehen durften. Das mag nicht besonders sensationell erscheinen, es sei aber daran erinnert, dass die Eidgenossenschaft erst seit 1971 das Frauenstimmrecht kennt. Eine Berggemeinde im katholischen Oberwallis als Pionierin bei der politischen Gleichstellung von Mann und Frau? »Bärgblick« und »Heimetli« Die Wanderrunde beginnt beim Hotel-Restaurant Ronalp (1471 m) und führt zunächst mit der Hauptstraße (Gehsteig) bergan in den Bürchener Ortsteil Gärlich. Dass hier keine Einheimischen wohnen, sieht man sofort. Chalet neben Chalet bis hinauf zur Waldgrenze, viele mit geschlossenen Fensterläden, dazwischen Bäume und manchmal ein Gartenzwerg oder ein winziger Teich vor dem Haus: realisierte Wohlstandsträume aus dem letzten Jahrhundert. Die Wegweiser »Moosalp« leiten zwischen den Chalets (fast alle mit Namen) – drei Straßen querend – hinauf bis zu den letzten Häusern. Hier stößt man auf die »Alte Suon« (0.30 Std.). Ein schmaler, teilweise auch ziemlich verwachsener (und unmarkierter) Weg begleitet sie, zunächst mit freier Sicht auf die Südflanke der Berner Alpen, hinüber zum Ronbach. Die »Alte Suon« An der folgenden Wegkreuzung (1689 m; Hinweistafeln) führt die Suon geradeaus in den Wald, was man vor allem an heißen Sommertagen sehr zu schätzen weiß. Erst beim Waldstafel (1708 m) gibt’s wieder Aussicht, dazu ein paar schöne Rastplätze direkt am kühlen Wasser. Beim Löübbach (1.45 Std.) folgt dann eine Steilstufe; hier wird das Wasser, das sich etwa 60 Meter höher in den Bergbach ergießt, von der Suon wieder abgezapft. Nach dem kurzen, steilen Intermezzo geht’s flach im Bawald (Bannwald) weiter, für ein paar Hundert Meter verschwindet die Suon im Boden. Schließlich münden Wasser- und Wanderweg ins Ginals; am Milibach befindet sich die Schöpfe der »Alten Suon« (ca. 1885 m), gut zehn Gehminuten höher, beim Unner Sänntum (1990 m; 2.45 Std.), bietet die Bergwirtschaft Speis und Trank. Die Meigger Suon Sie zweigt ihr Wasser etwa 40 Meter tiefer als die »Alte Suon« vom Milibach ab, läuft dann mit stärkerem Gefälle talwärts. Der Suonenweg folgt ihr, gelegentlich in größerem Abstand, durch den Wald hinunter zur Liftstation Brandalp (1595 m; 3.30 Std.), wo man im »Alpenrösli« einkehren kann. Rückweg Er folgt einer Waldstraße, die sanft bergab in den Graben des Löübbachs führt, sich dann zweimal verzweigt. An der ersten Gabelung hält man sich rechts, an der zweiten links. Das Sträßchen senkt sich leicht zum Ronbach. Man verlässt es wenig weiter nach rechts (Wegzeiger) und spaziert zurück zum Hotel-Restaurant Ronalp (4.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied420 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortBürchen (1338 m)
AusgangspunktParkplatz beim Hotel-Restaurant Ronalp (1471 m)
EndpunktParkplatz beim Hotel-Restaurant Ronalp (1471 m)
TourencharakterEs gibt mehr als nur einen Grund, den Weg entlang der »Alten Suon« oberhalb von Bürchen und Unterbäch unter die Füße zu nehmen. Da sind einmal die schönen Ausblicke übers Rhonetal hinweg auf die Berner Alpen mit dem Bietschhorn als absolutem Blickfang, dann die langen Schattenpartien, bei denen man sich mitunter in einen Märchenwald versetzt fühlt.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 274 T
MarkierungenGelbe Wegzeiger, wenige gelbe Markierungen. Im Abschnitt Gärlich-Egga – Ronbach keine Bezeichnungen!
VerkehrsanbindungNach Bürchen kommt man von Visp über eine gut ausgebaute Straße. Postbuslinie
GastronomieHotel-Restaurant Ronalp, CH-3935 Bürchen; Tel. 027/934 16 80, E-Mail: info@ronalp.ch, www.ronalp.ch. Unter Sänntum, Ginals, im Sommer bewirtschaftet. Alpenrösli auf der Brandalp (1595 m), Anfang Juni–Mitte Okt.
Informationen
Bürchen-Unterbäch Tourismus, CH- 3935 Bürchen, Tel. 027/934 17 16, E-Mail: info@buerchen.ch, www.buerchen-unterbäch.ch